Geschichtlicher Hintergrund
Entstehung und geschichtlicher Hintergrund des Dramas Woyzeck
Büchner lebte 1835 im Straßburger Exil, da er in seiner hessischen Heimat politisch verfolgt wurde. Zu dieser Zeit bereitete er sich darauf vor, nach Zürich zu ziehen, um dort an der Philosophischen Fakultät der neu gegründeten Universität als Privatdozent zu unterrichten. Sein letztes unvollendetes Drama beruht auf mehreren zeitgenössischen Mordfällen, die zu Büchners Zeit großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erregten. Die Mordfälle wurden sowohl medizinisch, als auch juristisch und psychiatrisch stark diskutiert.- Hauptquelle war Fall von Johann Christian Woyzeck
- 1821 in Leipzig
- Hatte seine Geliebte Johanna Christiane Woost aus Eifersucht erstochen
- Ehemaliger Soldat
- 2. Fall: Daniel Schmolling
- 1817 in Berlin
- Erstach seine schwangere Geliebte aus Eifersucht
- Ehemaliger Soldat und Tabakspinnergeselle
- 3. Fall: Johann Dieß
- 1830 in Darmstadt
- Erstach seine Geliebte
- Kam anschließend ins Zuchthaus, wo er 1834 starb
- Seine Leiche wurde zur Sektion an die Universität Gießen gebracht, wo Büchner zur selben Zeit sein Medizinstudium wieder aufgenommen hatte
- Büchner belegte Vorlesungen über Gerichtsmedizin und anatomische Übungen
- Hohe Wahrscheinlichkeit, dass Büchner der Obduktion beiwohnte
- Täter entstammten armen Verhältnissen
- Waren wenig gebildet
- Hatten alle handwerkliche Berufe gelernt und als Soldat gedient
- Waren sozial deklassiert
- Unterhielten Verhältnisse zu Frauen, mit denen sie bereits ein Kind hatten oder, wie in Schmollings Fall, eines erwarteten
- Konnten ihre Geliebten aufgrund ihrer sozialen Stellung nicht heiraten
- Frauen waren untreu
- Männer töteten vorsätzlich
- Männer sahen wohl keine Hoffnung mehr für ihr eigenes Leben
Auch Büchner verarbeitete das Thema der Zurechnungsfähigkeit in seinem Drama Woyzeck. Mit der Arbeit an seinem Drama begann Georg Büchner im Herbst 1836. Es war ihm jedoch nicht mehr möglich Woyzeck fertigzustellen: Im Janur 1837 erkrankte er an Typhus, woran er am 19. Februar starb. Woyzeck erschien schließlich erst lange nach seinem Tod als Dramenfragment.
Der Autor
Karl Georg Büchner
*17.10.1813 - †19.2.1837
Herkunft: Deutschland, Goddelau (in der Nähe von Darmstadt)
*17.10.1813 - †19.2.1837
Herkunft: Deutschland, Goddelau (in der Nähe von Darmstadt)
Familie:
- Eltern: Karl Ernst und Luise Caroline Büchner
- Sein Vater entstammte einer Familie von Ärzten und führte diese Tradition als Stadtphysikus von Darmstadt fort
- Ätestes der acht Kinder der Familie
- Wurde zunächst Zuhause unterrichtet, bevor er an eine Privatschule kam
- Seine Geschwister engagierten sich wie Büchner sowohl politisch als auch schriftstellerisch

Berufliche Laufbahn:
- 1831-1833: Büchner studierte vergleichende Anatomie in Straßburg
- 1833-1834: Er führte sein Studium in Gießen fort
- Gründete mit anderen Studenten im Geheimen eine Sektion der „Gesellschaft für Menschenrechte“
- Veröffentlichte sein erstes Werk, den Hessischen Landboten
- 1835: Büchner schrieb sein erstes Drama Dantons Tod
- Floh nach Straßburg aus Angst vor Verfolgung durch die Behörden
- 1835-1837: Literarische Betätigung (ohne Veröffentlichungen) und wissenschaftliche Arbeit
- 1836 fand Büchner eine Anstellung als Dozent in Zürich
- Vollendete seine Erzählung Lenz und begann mit Woyzeck
- Erkrankte im Janur 1837 an Typhus, woran er am 19. Februar starb
Werke
- Dantons Tod (Drama) - 1835
- Zensur durch den Redakteur Karl Gutzkow, um eine Veröffentlichung zu ermöglichen
- Uraufgeführt 1902 in Berlin - große Beachtung erhält das Drama erst lange nach dem Tode Büchners
- Das einzige veröffentlichte literarische Werk Büchners
- Lenz (Erzählung) - 1835
- Wird 1839 posthum von Karl Gutzkow veröffentlicht
- Leonce und Lena (Lustspiel) - 1836
- Uraufgeführt 1895 in München
- Woyzeck (Drama) - 1837
- Erschien erst 1879
- Uraufgeführt 1913 in München
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