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Emilia Galotti

Die uns vorliegende Tragödie trägt bereits als Titel den Namen der Protagonistin Emilia Galotti. Im Zuge der Handlung wird das Schicksal der im 17. Jahrhundert lebenden jungen Galotti wiedergegeben, die ihrer eigenen Ehre wegen am Ende ihr Leben opfert.

Infos zur Person

  • Es handelt sich bei der Hauptfigur im Trauerspiel um eine junge Frau, deren genaues Alter jedoch nicht näher bestimmt wird
  • Emilia wächst in einem gut bürgerlichen Zuhause in einer intakten Familie auf. Ihr Zuhause befindet sich etwas außerhalb der nahe gelegenen Stadt Guastella auf dem Land
  • Die Protagonistin ist Tochter des Offiziers Odoardo und Claudia Galottis
  • Zum Zeitpunkt des Beginns der Handlung steht in wenigen Tagen die Hochzeit zwischen Emilia und ihrem Bräutigam Graf Appiani an
  • Wenn man den Beschreibungen des Prinzen Glauben schenkt, welcher Emilia als „schönres Meisterstück der Natur“ (Aufz. 1, Auft. 5, Z. 4 f.) bezeichnet, besitzt die junge Galotti ein attraktives und schönes äußeres Erscheinungsbild
  • Laut ihrem Bräutigam Appiani trägt die junge Frau gelocktes braunes Haar (Aufz. 2, Auft. 7)

Charakter

  • Gläubig: Religion spielt in Emilias Leben eine übergeordnete Rolle. Die junge Frau wurde von ihrem Elternhaus zum christlichen Glauben erzogen und ist demzufolge überzeugt davon, dass Sünde sowie Himmel und Hölle existieren. Das Liebesgeständnis des Prinzen inmitten des morgendlichen Gottesdienstes (Aufz. 2, Auft. 6) erfüllt die Protagonistin mit „Scham“ (Aufz. 2, Auft. 6, Z. 105) und auch die bloße Vorstellung daran, dass sie den Verführungen des Prinzen nicht auf ewig standhalten könnte, „beschmutzt“ ihrer Meinung nach ihre Ehre. Emilia lebt in dem Glauben, dass das Idealbild einer Frau demjenigen der Mutter Gottes entspricht
  • Tugendhaft und moralisch: Frommer Glaube und Tugendhaftigkeit spielen in der Hauptfigur zusammen. Emilia wird zudem stark von ihrem Vater beeinflusst, dessen starker Sinn für Moral bei jedermann bekannt ist. Tatsächlich ist nicht klar herauszukristallisieren, ob es sich bei den Vorstellungen von Tugend und Moral um Emilias eigene Werte handelt, oder ob sie sich weitestgehend den Ansichten ihres Vaters beugt. Am Ende kostet die Protagonistin das stoische Festhalten an ihren moralischen Prinzipien das Leben (Aufz. 5, Auft. 8)
  • Unschuldig: Die Unerfahrenheit der jungen Frau kann zunächst auf ihr zartes Alter zurückgeführt werden. Doch der Glaube an die Bedeutung femininer Keuschheit gründet vielmehr auf dem zu Zeiten der Aufklärung herrschenden und von der Kirche vertretenen Glauben an die Reinheit einer Frau. Emilia steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Graf Appiani und ihre Erfahrung mit dem anderen Geschlecht reicht bisher nicht über die Beziehung zu ihrem Vater hinaus. Zudem handelt es sich bei der Protagonistin um eine Jungfrau. Letzteres erfahren wir kurz vor ihrem Tod, als sie befürchtet, ihre Unschuld an Hettore zu verlieren (Aufz. 5, Auft. 8)
  • Treu vs. neugierig: Unmittelbar nachdem der Prinz ihr seine Liebe gesteht, möchte sich die junge Galotti aufmachen, um ihrem zukünftigen Ehemann von dem Vorfall zu erzählen. Sie „behielte lieber vor ihm nichts auf dem Herzen“ (Aufz. 2, Auft. 6, Z. 144) und es plagt sie ein schlechtes Gewissen darüber, ihm das Geschehen vorzuenthalten. Einzig allein durch die Worte ihrer Mutter lässt sich die junge Frau davon überzeugen, dass es besser sei, wenn Appiani nichts erfahren würde. Doch so treu ihr Wesen sich zu Beginn erwiesen, so schwer vermag Emilia sich gegen die Anziehungskraft des Prinzen zu wehren. Als sie Hettore am Morgen im Gottesdienst inmitten der Menschenmenge „bei der Hand“ (Aufz. 2, Auft. 6, Z. 105) fasst, so erwähnt sie zwar ihr Schamgefühl, doch reißt sich erst nach einem Moment los. Dieses ungewohnte Gefühl der Erotik versetzt die junge Galotti in solche Angst und Schrecken, dass sie kurzerhand flüchtet
  • Behütet: Fernab der lauten Stadt wächst Emilia inmitten der ländlichen Idylle in einer heilen Welt auf, in deren Geborgenheit ihre frommen Werte nur allzu guten Widerhall finden. Doch sobald die junge Frau in der Stadt den Gefahren und Verlockungen der Realität des Adels und der Krone ausgesetzt ist, stößt ihr bisheriges Weltbild an seine Grenzen. In ihrer bisherigen Biografie musste sich Emilia nie selbst behaupten, sondern ihre Eltern, insbesondere ihr Vater beschützte sie vor allem, was seiner Tochter gefährlich werden könnte. Tragischerweise ist es auch ihr Vater, der sie schlussendlich um ihre Ehre zu retten, tötet
  • Arglos und mutig: Zunächst einmal wirkt die vorbehaltlose Gutgläubigkeit der Hauptfigur naiv und könnte als Leichtgläubigkeit eingeordnet werden. Doch für die junge Frau existiert fernab ihrer guten Welt nichts anderes, sodass sie zwangsläufig die ihr beigebrachten Werte vertritt und lebt. Die Entscheidung, letzten Endes ihr eigenes Leben zu opfern, wird ihr keineswegs leicht fallen, umso schicksalhafter, dass ihr Glaube ihr keinen anderen Ausweg lässt, als aus dem Leben zu treten

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