Magdaleine von Scuderi
Das Fräulein von Scuderi ist trotz ihres zurückhaltenden Wesens und ihrer häufigen Passivität - sie tritt in vielen wichtigen Passagen vor allem als Zuhörerin auf - die wichtigste Person in der Novelle, was sich schon daran zeigt, dass Hoffmann ihren Namen als Titel für sein Werk gewählt hat. Sie steht im Zentrum der zahlreichen Handlungsstränge, sie schafft es, das zu entdecken, was den professionellen Kommissaren der Chambre ardente verborgen bleibt, sie wendet das Schicksal Oliviers und Madelons zum Guten.
Als Vertreterin des Guten überhaupt ist sie anzusehen, nicht umsonst personifiziert sie für Cardillac die Tugend selbst. Tatsächlich besitzt sie keine einzige Charaktereigenschaft, die ihr negativ ausgelegt werden könnte. Die 73 Jahre alte Dichterin wird von Ludwig XIV. und seiner Geliebten Maintenon begünstigt. Sie ist eine intellektuelle, von allen respektierte Dame, deren Moralität sich sowohl in ihren Werken als auch in ihrem Handeln ausdrückt, die durch ihre guten Kontakte zum Hofe an der Spitze der Gesellschaft steht. Trotz ihrer herausragenden sozialen Stellung ist sie sehr bescheiden. Statt sich mit ihrer Dichtkunst zu rühmen, die beim Hofe großen Anklang findet, wie etwa ihr scherzhaftes Gedicht über sich selbst als Goldschmiedsfrau, betont sie, nur „mittelmäßige Verse“ (S. 19) zu schreiben. Für die Gönnerschaft des Königs ist sie dankbar, sie empfindet tiefe Ehrerbietung für ihn. Sie legt besonderen Wert auf Tugend, Moral, Rechtschaffenheit und Gefühl, die sie allesamt verkörpert, wofür man sie in erster Linie schätzt. Ihr Ansehen entspringt nicht ihrem Künstlertum, sondern ihrer Verwirklichung dieser Werte. Niemals lügt sie und an das Gute im Menschen glaubend, vermutet sie zumeist nichts Böses hinter den Absichten der Leute, womit sie ein wenig naiv erscheint. Ihre Intuition ist außergewöhnlich und untrüglich. Sie vermutet hinter der Erscheinung des Jünglings, der ihr Haus um Mitternacht aufsucht und ihr einen Zettel in die Kutsche wirft, keinen Verbrecher, womit sie später auch recht behalten soll. Den jungen Olivier hält sie aufgrund der liebevollen Schilderung Madelons für unschuldig, sie stützt sich bei ihrem Bild von anderen Menschen stets auf das Gefühl, das sie auch nie verrät.
Als Ermittlerin, die den Menschen verständnisvoll und empathisch (mitfühlend) zuhört, anstatt sie zu verhören, stellt sie eine Gegenspielerin zu la Regnie dar. Ihr Motiv bei der Aufklärung des Falls ist die Rettung Oliviers, la Regnies Absicht ist die Bestrafung. Einmal von ihrem Gefühl überzeugt, lässt sie nicht locker. Couragiert, engagiert und entschlossen sorgt sie für Oliviers Freilassung, bei dem sie zwar juristische Schuld feststellt - er hat Cardillac nicht an das Gericht verraten -, den sie jedoch aufgrund seiner Absicht für sehr moralisch hält. Moralität geht für sie und für Olivier über das Gesetz, die Liebe ist wichtiger als der Paragraph. „Seid menschlich“ (S. 39) hält sie la Regnie entgegen.
Von Scuderi stellt einen Idealtypus dar. Für Olivier ist sie wie eine Mutter, hat sie ihn doch miterzogen, als sei er ihr eigenes Kind. Er und Madelon setzen ihre gesamte Hoffnung in sie, der König selbst ist von ihrer Ausstrahlung zutiefst beeindruckt. Sie verkörpert die Eigenschaften, die die Ordnung und die Menschlichkeit einer Gesellschaft bewahren.
Als Vertreterin des Guten überhaupt ist sie anzusehen, nicht umsonst personifiziert sie für Cardillac die Tugend selbst. Tatsächlich besitzt sie keine einzige Charaktereigenschaft, die ihr negativ ausgelegt werden könnte. Die 73 Jahre alte Dichterin wird von Ludwig XIV. und seiner Geliebten Maintenon begünstigt. Sie ist eine intellektuelle, von allen respektierte Dame, deren Moralität sich sowohl in ihren Werken als auch in ihrem Handeln ausdrückt, die durch ihre guten Kontakte zum Hofe an der Spitze der Gesellschaft steht. Trotz ihrer herausragenden sozialen Stellung ist sie sehr bescheiden. Statt sich mit ihrer Dichtkunst zu rühmen, die beim Hofe großen Anklang findet, wie etwa ihr scherzhaftes Gedicht über sich selbst als Goldschmiedsfrau, betont sie, nur „mittelmäßige Verse“ (S. 19) zu schreiben. Für die Gönnerschaft des Königs ist sie dankbar, sie empfindet tiefe Ehrerbietung für ihn. Sie legt besonderen Wert auf Tugend, Moral, Rechtschaffenheit und Gefühl, die sie allesamt verkörpert, wofür man sie in erster Linie schätzt. Ihr Ansehen entspringt nicht ihrem Künstlertum, sondern ihrer Verwirklichung dieser Werte. Niemals lügt sie und an das Gute im Menschen glaubend, vermutet sie zumeist nichts Böses hinter den Absichten der Leute, womit sie ein wenig naiv erscheint. Ihre Intuition ist außergewöhnlich und untrüglich. Sie vermutet hinter der Erscheinung des Jünglings, der ihr Haus um Mitternacht aufsucht und ihr einen Zettel in die Kutsche wirft, keinen Verbrecher, womit sie später auch recht behalten soll. Den jungen Olivier hält sie aufgrund der liebevollen Schilderung Madelons für unschuldig, sie stützt sich bei ihrem Bild von anderen Menschen stets auf das Gefühl, das sie auch nie verrät.
Als Ermittlerin, die den Menschen verständnisvoll und empathisch (mitfühlend) zuhört, anstatt sie zu verhören, stellt sie eine Gegenspielerin zu la Regnie dar. Ihr Motiv bei der Aufklärung des Falls ist die Rettung Oliviers, la Regnies Absicht ist die Bestrafung. Einmal von ihrem Gefühl überzeugt, lässt sie nicht locker. Couragiert, engagiert und entschlossen sorgt sie für Oliviers Freilassung, bei dem sie zwar juristische Schuld feststellt - er hat Cardillac nicht an das Gericht verraten -, den sie jedoch aufgrund seiner Absicht für sehr moralisch hält. Moralität geht für sie und für Olivier über das Gesetz, die Liebe ist wichtiger als der Paragraph. „Seid menschlich“ (S. 39) hält sie la Regnie entgegen.
Von Scuderi stellt einen Idealtypus dar. Für Olivier ist sie wie eine Mutter, hat sie ihn doch miterzogen, als sei er ihr eigenes Kind. Er und Madelon setzen ihre gesamte Hoffnung in sie, der König selbst ist von ihrer Ausstrahlung zutiefst beeindruckt. Sie verkörpert die Eigenschaften, die die Ordnung und die Menschlichkeit einer Gesellschaft bewahren.