Figurenrede
Anders als bei epischen Texten gibt es in Dramen bzw. Tragödien keinen Erzähler als vermittelnde Instanz. Anstelle der Erzählperspektive muss also für Medea die Form der Figurenrede untersucht werden.
Analyse der Figurenrede
- Direkte gesprochene Sprache
- Alle acht Figuren der Tragödie sowie der Chor kommen zu Wort
- Großteils in Form von analytischer Streitrede verfasst: Rede & Gegenrede
- Teilweise Monologe, z.B. die Eingangsklage der Amme über Medeas Leid
- Zwei Funktionen: Die Handlung voranbringen und beschreiben sowie die Welt der Figuren und die Hintergründe erklären
- Dem Chor kommt eine urteilende Rolle zu, außerdem ist der Chor in einigen Epeisodia durch eine Person vertreten und der Handlung nahe; ähnlich einem auktorialen Erzähler
- Unterschied im Stil der Figurenrede: Medea nutzt einen bildhaften, heroischen und pathetischen Stil; die Amme - von niedrigerem Stand - zeichnet sich durch einen expliziten Stil mit weniger Pathos aus