Hippolyt
Infos zur Person
- Wie auch die anderen Figuren in der Märchennovelle trägt auch Hippolyts Namen eine symbolische Bedeutung: Er stammt von Hippolyte, der Amazonen-Königin aus dem griechischen Theseus- und Herakles-Mythos. Laut der Sage raubt Theseus die Königin Hippolyte und entfacht damit einen Krieg zwischen den Amazonen und den Griechen. Mit der Einbettung griechisch-amazonischer Sagen modernisiert der Autor gewissermaßen die alten Mythologien
- Da seine Mutter bereits vor langer Zeit gestorben ist, bewohnt der junge Graf alleine mit seinem Vater, dem alten Grafen Dürande das gleichnamige Schloss in der Nähe von Marseille
- Zum Wärter des Schlosse Dürande, Nicolo, pflegt der junge Graf ein vertrauensvolles Verhältnis. Außerdem ist er der geheime Geliebte der Jägertochter Gabriele, die ihn jedoch für einen einfach Jäger hält, da er sich bei ihren Treffen stets maskiert
Charakter
- Gelangweilt: Zunächst bevorzugt er das Leben auf dem Land gegenüber dem städtischen Treiben. Doch auch die ländliche Idylle wird ihm nach einer gewissen Zeit zu monoton und so entschließt er sich zu einem Aufenthalt in Paris, um den Umbruch der Revolution hautnah mitzuerleben
- Geheimnisvoll: Der junge Graf führt ein Doppelleben, welches er zum einen in der Gegenwart seiner geliebten Gabriele als einfacher Jäger und in der Öffentlichkeit sowie im Alltag als Graf Dürande verbringt. Dass er seine Anonymität gegenüber Gabriele wahrt, ermöglicht den beiden, unerkannt und heimlich ihre Beziehung zu leben. Ob Hippolyt sich einzig zum Schutz seiner Geliebten verkleidet, sei dahingestellt, doch auf diese Art und Weise können sie sich ohne gesellschaftliche Konventionen und Vorbehalte sehen
- Hartnäckig: Am Verhalten des Grafen auf das Verschwinden seiner Geliebten ins klösterliche Exil lässt sich unschwer erkennen, dass Hippolyt niemand ist, der schnell aufgibt. So findet er durch seine Verbindungen heraus, wo sich Gabriele befindet und taucht ab dann immer wieder vor den Toren der Institution auf. Auf der Geburtstagsfeier der Priorin schafft er es sogar, einen persönlichen Blick auf Gabriele zu erhaschen, die ihn im Zuge dessen auch wiedererkennt
- Autoritär: Als junger Graf ist es Hippolyt gewöhnt, Befehle zu erteilen und dass diese auch ausgeführt werden. Wenn ihm etwas zuwider ist, lässt er seine Kontakte und seine Macht spielen, um die entsprechende Sache oder Person zur Strecke zu bringen. So stellt es für ihn ebenso keine Schwierigkeit dar, Jäger Renald, welchen er als seinen Schützen erkennt, einzusperren
- Liebend: Während für Hippolyt die Beziehung zu Gabriele zunächst bloß eine von vielen Liebschaften darstellt, erkennt er kurz vorm Ende der Novelle, dass die Liebe der jungen Frau wahrer und treuer Natur ist. Dies wiederum führt dazu, dass er Gabriele seine eigene Liebe gesteht und tragischerweise zu spät bemerkt, welch tiefen Gefühle er für die Jägertochter hegt