Lerninhalte in Deutsch
Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Dritter Aufzug

Der dritte Aufzug aus Nathan der Weise beinhaltet die wohl bekannteste Stelle: die Ringparabel. Außerdem wird das Geheimnis um Rechas Herkunft gelüftet.

Erster Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, in Nathans Haus
  • Personen: Recha und Daja

Inhalt

  • Recha wartet ungeduldig auf den Besuch des Tempelherren. Sie fürchtet sich aber zugleich, was passiert, wenn sich ihr innigster Wunsch erfüllt hat
  • Daja hofft, dass sich ihr Wunsch erfüllt, Recha würde in würdigen Händen sein, also den Tempelherren heiraten und mit ihm in Europa leben
  • Recha will in ihrer Heimat bleiben und versteht nicht, was ihre Ziehmutter redet und warum sie für Europa geboren sein sollte
  • Recha besinnt sich der Vernunft, die Nathan ihr immer beigebracht hat und bereut, dass sie sich von Daja verleiten ließ, ihren Retter als Engel zu sehen
  • Daja erklärt verzweifelt, dass Recha alles verstehen würde, wenn sie ihr nur die Wahrheit erzählen dürfte
  • Recha will nichts weiter hören. Sie hat oft genug Dajas Erzählungen über deren Heilige angehört. Außerdem beruft sie sich darauf, dass Daja und Nathan sich doch immer einig waren, dass es beim Glaube egal sei, was der Mensch über Gott denkt
  • Plötzlich hört Recha jemanden zur Tür kommen

Zweiter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, in Nathans Haus
  • Personen: Recha, Daja, Tempelherr

Inhalt

  • Recha ist tief ergriffen und will dem eintretenden Tempelherren zu Füßen fallen, um Gott zu danken; diesem ist das sichtlich unwohl
  • Die junge Frau weiß, dass der Tempelherr keinen Dank will. Sie vergleicht ihn spöttisch mit einem Wassereimer oder einem abgerichteten Hund, der nur seine Pflicht erfüllt hat
  • Der Tempelherr wendet sich an Daja und beklagt, warum sie jedes seiner unbedachten Worte, die er im Kummer sagte, an Recha weitererzählt hat
  • Recha will wissen, wieso der Tempelherr gelitten hat und wo er zuletzt war
  • Der Tempelherr ist plötzlich ganz beeindruckt von Recha. Während Recha denkt, er wende sich beim Gespräch über Berg Sinai von ihr ab, weil er ihre Frage lächerlich findet, ist der Tempelherr in Wahrheit verzückt
  • Um abzulenken, fragt der Tempelherr nach Nathan und tut so, als hätte er seine Verabredung mit ihm beim Kloster vergessen
  • Als Daja Nathan holen will, rät der Tempelherr ihr davon ab, weil es zu gefährlich sei und lässt Recha besorgt zurück

Dritter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, in Nathans Haus
  • Personen: Recha und Daja

Inhalt

  • Recha ist verwundert über den schnellen Abschied des Tempelherren. Als Daja erklärt, dass er wohl seine Gefühle verstecken wollte, ist Recha verwirrt
  • Recha ist ganz ruhig nach dem Treffen mit dem Tempelherren, für den sie zuvor noch so geschwärmt hat. Dass sie kein Herzklopfen mehr spürt, irritiert sie selbst
  • Daja hofft, dass Recha sich doch in den Tempelherren verliebt, obwohl diese ihn gerade nur noch als Retter schätzt

Vierter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, ein Audienzsaal im Palast des Sultans
  • Personen: Saladin, Sittah

Inhalt

  • Saladin wartet ungeduldig auf Nathan. Das Gespräch bereitet ihm Sorgen, da er es nicht gewohnt ist, Menschen aufs Glatteis zu führen
  • Der Sultan fürchtet, dass Nathan ein vernünftiger Mann ist und seine Falle erkennnt. Sittah beruhigt ihn, dass die Schlinge nur einen geizigen Mann erwischen würde. Einem Jude gegenüber mit List zu handeln, sei außerdem nichts Falsches
  • Saladin zweifelt noch an seinem Geschick, will sich aber nicht von Sittah helfen lassen und schickt sie weg

Fünfter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, ein Audienzsaal im Palast
  • Personen: Saladin und Nathan

Inhalt

  • Saladin bittet Nathan herein und spricht ihn auf seinen Ruf als weisen Mann an
  • Nathan gibt sich bescheiden und wendet ein, dass das Volk ihn auch spöttisch so nennen könnte
  • Saladin erkennt, dass Nathan ihm ausweicht und bittet ihn, ab jetzt aufrichtig zu sein
  • Nathan vermutet, dass der Sultan etwas von ihm kaufen möchte oder Infos will, was er unterwegs an feindlichen Aktionen beobachtet hat
  • Der Sultan unterbricht Nathan und fragt ihn ganz direkt, welche Religion er als weiser Mann für die wahre hält. Dass er Jude geblieben ist, müsse Gründe haben. Er selbst habe aber keine Zeit, darüber nachzudenken
  • Als Nathan nicht sofort antwortet, gibt er ihm Zeit nachzudenken. Währenddessen schaut Saladin nach, ob seine Schwester draußen gelauscht hat

Sechster Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, ein Audienzsaal im Palast
  • Personen: Nathan

Inhalt

  • Nathan ist verwundert, dass der Sultan kein Geld von ihm will, sondern Wahrheit
  • Er überlegt, ob man Wahrheit so einfach einfordern kann, wie Geld
  • Nathan befürchtet, dass der Sultan ihm eine Falle stellt und überlegt sich, wie er geschickt antworten kann
  • Er weiß, dass er sich weder für noch gegen das Judentum aussprechen kann
  • Nathan kommt auf die Idee, ein Märchen zu erzählen

Siebter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, Audienzsaal im Palast
  • Personen: Saladin und Nathan

Inhalt

  • Nachdem Saladin sich vergewissert hat, dass Sittah nicht lauscht, kehrt er zu Nathan zurück
  • Nathan zeigt sich selbstsicher und erklärt, dass ruhig die ganze Welt zuhören dürfe
  • Er bittet Saladin, ihm erst ein Märchen erzählen zu dürfen
  • Ringparabel:
    Vor vielen Jahren lebte im Osten ein Mann, der einen wertvollen Ring besaß. Dieser Ring sorgte dafür, dass sein Besitzer allen Menschen und Gott angenehm ist, wenn er an die Wirkung glaubt
    Der Mann vermachte den Ring seinem liebsten Sohn und forderte, dass dieser es ebenso macht
    Nach einigen Jahren hatte ein Vater den Ring, der seine drei Söhne gleich liebte und keinen enttäuschen wollte
    Der Mann ließ heimlich zwei Ringe nachfertigen, die so gleich aussahen, dass er selbst das Original nicht unterscheiden konnte
    Bevor er starb, gab er jedem Sohn einen Ring, als wäre es der eine wahre
    Nach dem Tod des Vaters wollten alle drei Söhne mit ihrem Ring Oberhaupt der Familie werden und stritten sich
    Welcher Ring das Original ist, konnte niemand herausfinden
  • Nathan erklärt, dass auch er sich entsprechend nicht traut, die wahre Religion zu benennen, die wie die Ringe in der Absicht gemacht wurden, dass sie nicht zu unterscheiden sind
  • Der Sultan reagiert wütend, weil die Religionen schon allein in Sachen Kleidung oder Gebote bei der Nahrung zu unterscheiden sind
  • Nathan erklärt ihm, dass Religionen aber auf überlieferten Geschichten beruhen, von denen man natürlich die glaubt, mit denen man aufgewachsen ist, anstatt seine Vorfahren der Lüge zu bezichtigen
  • Saladin erkennt, dass Nathan recht hat und schweigt
  • Nathan erzählt die Ringparabel weiter:
    Die drei Söhne verklagten sich und jeder behauptete vor dem Richter, der einzig wahre Besitzer des magischen Rings zu sein
    Der Richter bestimmte, dass die Wunderkraft des Ringes den wahren Besitzer offenbaren müsse. Auf die Frage, wen zwei der Brüder am meisten lieben, bekam er keine Antwort, weil jeder sich selbst am meisten liebte. Der Richter glaubt daher, dass der echte Ring verloren ging.
    Der Richter gab den Söhnen den Rat, sich vorurteilsfrei, sanftmütig und gläubig zu zeigen, um die Kraft des Ringes zu beweisen, falls dieser doch noch besteht
    Im Laufe der Zeit würde sich der echte Ring so offenbaren. Am Ende würde ein weiser Mann auf dem Richterstuhl sein Urteil sprechen
  • Saladin erkennt, dass Nathan ihm erklären will, dass nur Gott selbst entscheiden könne
  • Der Sultan ist ergriffen und bittet Nathan, sein Freund zu sein
  • Als Saladin sonst nichts von Nathan verlangt, bietet dieser ihm von sich aus an, ihm Geld zu leihen
  • Saladin gesteht Nathan, dass er in Wahrheit genau danach fragen wollte
  • Wie versprochen kommt Nathan vor dem Sultan auf den Tempelherren zu sprechen. Saladin will sofort wissen, wo der Tempelherr steckt und woher Nathan ihn kennt
  • Nathan berichtet Saladin, dass der Tempelherr sein Tochter gerettet hat. Saladin ist sich sicher, dass sein Bruder, dem der Tempelherr so ähnlich sieht, das auch getan hätte
  • Saladin bittet Nathan, den Tempelherren herzuholen, damit Sittah ihn sehen kann

Achter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, unter den Palmen, in der Nähe des Klosters
  • Personen: Tempelherr

Inhalt

  • Der Tempelherr wartet unruhig auf Nathan und muss sich währenddessen eingestehen, dass er sich in Recha verliebt hat und nie wieder ohne sie sein will
  • Er fühlt sich nicht mehr verpflichtet, seinem Orden zu dienen, da er für diesen ja als tot gilt. Seit seiner Freilassung durch Saladin ist er ein freier Mann
  • Der Tempelherr hat seine Vorurteile abgelegt und versteht seinen Vater nun besser, der in Jerusalem gefallen ist. Ihn will er fortan stolz machen
  • Von Nathan, den er bewundert, erhofft er sich Ermunterung

Neunter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, unter den Palmen in der Nähe des Klosters
  • Personen: Tempelherr, Nathan

Inhalt

  • Nathan kommt herbei, lobt den Sultan und berichtet dem Tempelherren, dass Saladin ihn sehen will
  • Als Nathan den Tempelherren bittet, ihn vorher kurz nach Hause zu begleiten, weigert sich dieser das Haus noch einmal zu betreten
  • Nathan ist überrascht, dass der Tempelherr schon bei Recha war, und fragt, wie sie ihm gefallen hat
  • Der Tempelherr gesteht, dass Recha ihm zu gut gefällt und er nur wieder zu ihr kann, wenn er sie immer sehen darf
  • Auf Nathans Nachfrage fällt der Tempelherr ihm um den Hals, fleht ihn an, sein Schwiegersohn werden zu dürfen
  • Nathan will zuerst wissen, wer der Vater des Tempelherren war, denn er hat selbst einen Conrad von Stauffen gekannt. Der Tempelherr bestätigt ihm, dass er dessen uneheliches Kind ist
  • Weil der Tempelherr verärgert reagiert, stellt Nathan klar, dass er auf die Frage um die Hand seiner Tochter, nicht nein gesagt hat
  • Der Tempelherr will erst bei einem Ja mitkommen zu Nathans Haus und lässt ihn alleine gehen

Zehnter Auftritt

Infos

  • Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
  • Ort: Jerusalem, unter den Palmen
  • Personen: Tempelherr, Daja

Inhalt

  • Der Tempelherr sinniert über die Liebe nach, als Daja ihn zu sich ruft
  • Daja hat sich an Nathan vorbeigeschlichen, um mit dem Tempelherren Geheimnisse auszutauschen
  • Daja will von dem Tempelherren wissen, ob er sich in Recha verliebt hat
  • Als er gestanden hat, soll er Daja schwören, dass er Recha heiraten und damit retten wird
  • Der Tempelherr sieht sich ohne Nathans Erlaubnis dazu nicht in der Macht und erzählt Daja, dass er Nathan bereits gefragt hat
  • Daja will einerseits sofort ihr Geheimnis verraten, weil Nathan dem Tempelherren seinen Segen nicht gegeben hat, zögert aber, weil sie Nathan so viel schuldig ist
  • Als der Tempelherr sie bittet, im Zweifel lieber zu schweigen, verrät sie ihm, dass Recha in Wahrheit getaufte Christin und nur Nathans Ziehtochter ist
  • Daja erklärt dem Tempelherren, dass Nathan Recha die Wahrheit nie erzählt hat und es auch künftig nicht tun will
  • Der Tempelherr ist verwundert, dass der gute Nathan so handeln kann und bittet Daja zu gehen, damit er nachdenken kann. Nathan will er erst beim Sultan gegenübertreten

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?