Der Humor
Schon im Volksmund heißt es bekanntlich: „Lachen ist gesund“. Diese Weisheit hat auch Hermann Hesse in seinen Roman eingebaut. Der Humor wird im Tractat vom Steppenwolf als Gegenmittel zur Melancholie von Haller dargestellt. Die Unsterblichen Mozart und Goethe wollen ihm daher das Lachen beibringen.
Der Humor hat zugleich noch eine zweite Wirkung: Er kann Menschen verbinden - und ist damit auch ein Symbol für Dazugehörigkeit. Haller ist ein Außenseiter, verzweifelt an seiner Einsamkeit. Durch den Humor könnte er endlich ein Teil der Gesellschaft werden. Würde er sich nicht so ernst nehmen, könnte er schließlich erkennen, dass er kein Sonderling ist.
Der Begriff Humor im Steppenwolf meint allerdings nicht primär den üblichen. Es geht vielmehr um den Humor der Unsterblichen. Diese wandeln voller Heiterkeit umher, weil sie erkannt haben, dass die Wirklichkeit niemals dem Ideal entsprechen wird. Eine Ansicht, die Hermann Hesse aus der ihm wohlbekannten indischen Philosophie übernommen hat. Menschen, die dieser Lehre folgen, versuchen die Welt mit einem ruhigen, lockeren und distanzierten Blick wahrzunehmen. Haller aber hat diese Einstellung noch nicht verstanden.