2. Teil
Noch am selben Abend erwacht Gregor aus einem „schweren ohnmachtsähnlichen Schlaf“ (S. 28), da ihn ein Geräusch geweckt hat. Er entdeckt dass jemand - wahrscheinlich seine Schwester - ihm eine Schüssel Milch mit Weißbrot ins Zimmer gestellt hat. Entgegen aller Gewohnheit schmeckt Gregor die Speise aber nicht. Den Rest des Tages ist es auffallend still in der Wohnung, niemand besucht ihn oder unterhält sich. Gregor fürchtet, dass das Glück, welches er der Familie mit der Miete der Wohnung beschert hat, nun zunichte ist.
In der Nacht denkt Gregor darüber nach, wie er „sein Leben jetzt neu ordnen“ soll (S. 30), er will der Familie „Unannehmlichkeiten erträglich machen [...], die er ihr in seinem gegenwärtigen Zustand nun einmal zu verursachen gezwungen“ ist (ebd.). Da ihn das große Zimmer ängstigt, kriecht er unter das Kanapee, wo er sich sicher fühlt. Am nächsten Morgen tritt die Schwester in Gregors Zimmer und flieht erschrocken, als sie diesen unterm Kanapee erblickt; sie kehrt jedoch zurück und bringt ihm eine Auswahl an Speisen, darunter Abfälle, und verlässt das Zimmer. Gregor schmecken die Abfälle am besten, den Rest lässt er liegen. Ab sofort bringt ihm die Schwester zweimal täglich Küchenabfälle, trotz des Widerwillens, den sie gegenüber Gregor empfindet, akzeptiert die Schwester ihre neue Aufgabe. Ansonsten hat Gregor keinen Kontakt mit der Familie, er kann sie nur aus seinem Zimmer heraus belauschen. Fast immer spricht man über ihn und darüber, was mit ihm machen solle. Das Familienleben leidet, das Dienstmädchen hat wegen Gregor unter Tränen gekündigt, Stimmung in der Familie ist gedrückt, die finanzielle Lage macht ihr Sorgen. Die muss nämlich neu geordnet werden: Mit Gregor ist die Einnahmequelle der Familienkasse verlustig gegangen, der Vater hat seit dem Scheitern seines Geschäfts vor fünf Jahren nicht mehr gearbeitet, jedoch hat er aus dieser Zeit ein wenig Geld gerettet, das für ein bis zwei Jahre reicht, aber eigentlich nur für Notsituationen gedacht ist. Gregor hat von diesem Geld nichts gewusst und im Glauben daran, dass die Familie ohne ihn kurz vor dem Ruin stünde, sich solche Mühe auf der Arbeit gegeben - diese Mühe hatte man ihm zuerst mit Wärme entlohnt, doch dann hatte man sich an seinen Fleiß gewöhnt, nur noch zur Schwester hat Gregor eine gewisse Nähe, der er einen Lebenstraum erfüllen und sie auf ein Konservatorium (= Musikhochschule) schicken will. Gregor ist dennoch froh, dass die Familie mehr Geld zur Verfügung hat, als er dachte.
Da die Familie aber nicht vom Ersparten leben kann, stellt sich die Frage, wie nun Geld zu verdienen sei. Der Vater ist schon längere Zeit arbeitslos, übergewichtig und alt, die Mutter asthmatisch und der erst 17-jährigen Schwester traut man nichts zu - der Gedanke an die Zukunft erfüllt die Familie mit Sorge. Gregor empfindet daher „Beschämung und Trauer“ (S. 37). Selbst der Blick aus dem Fenster verschafft Gregor keine Befreiung von den Sorgen mehr, da seine Sehkraft schwindet. Das Verhältnis zur Schwester kühlt ab, sie empfindet seine Pflege als lästige Pflicht und scheint sich vor ihm zu ekeln. Gregor ist ihr Kommen daher peinlich. Etwa einen Monat nach seiner Verwandlung erblickt sie ihn am Fenster und erschrickt dermaßen, dass Gregor ein Leintuch über das Kanapee zieht, damit man vor seinem Anblick stets geschützt ist.
Die Schwester wird überdies nun von der Familie wegen ihrer Pflege Gregors anerkannt, die kein andrer übernehmen möchte. Sie hat sich eine neue Position in der Familie erworben. Sie ist das Bindeglied zwischen Gregor und seinen Eltern und soll diesen erzählen, wie er sich verhält. Die Mutter vermisst ihren Sohn jedoch und will ihn sehen, wovon der Vater und die Schwester sie abhalten. Gregor belauscht diese Gespräche aus seinem Zimmer heraus, er wünscht sich, seine Mutter zu sehen. In seiner Langeweile beginnt er, die Wände und die Decke entlangzukriechen, was ihn ablenkt. Zwei Monate nach der Verwandlung sieht Gregor seine Mutter wieder: Die Schwester hat Gregors neue Beschäftigung anhand von Kriechspuren bemerkt und sich in den Kopf gesetzt, ihm durch das Ausräumen von Möbeln mehr Platz zu verschaffen. Dafür benötigt sie die Hilfe der Mutter, da sie den Vater nicht fragen möchte. Die beiden Frauen sehen sich erst vorsichtig im Zimmer um, bevor sie beginnen, die Möbel unter großen Mühen herauszutragen. Anfangs begrüßt Gregor die Idee seiner Schwester, aber als die Mutter erschöpft einwendet, dass sie es nicht richtig finde, Gregor seiner Möbel zu berauben, da man hiermit „jede Hoffnung auf Besserung“ aufgebe (S. 42), besinnt sich Gregor und stellt fest, dass ihn die Einsamkeit so weit getrieben hat, dass er der Idee der Schwester zugestimmt hat. Jetzt will er seine „menschlich[e] Vergangenheit“ (S. 43) doch nicht vergessen und hängt sich an ein Bild von einer Dame im Pelzmantel, das er unbedingt behalten möchte. Währenddessen hat die Schwester, die sich als „Sachverständige“ in Bezug auf Gregor darstellt (S. 43), die Mutter überzeugt, Gregors Möbel doch zu entfernen. Die beiden erblicken Gregor an der Wand; die Mutter fällt daraufhin in Ohnmacht. Gregors Schwester eilt hinaus, um Medizin zu holen, ihr Bruder läuft ihr hinterher, da er auch helfen will. Seine Schwester stürzt zurück in Gregors Zimmer und verschließt vor ihm die Tür, sodass Gregor vor Sorge und Schuldgefühlen verzweifelt.
Als der Vater nachhause kommt - in einer Uniform seiner neuen Arbeitsstelle, wohl einer Bank - berichtet die Schwester ihm von Gregors Ausbruch und der Ohnmacht der Mutter. Der Vater, der nun keinesfalls mehr alt und außer Form, sondern stark und energisch aussieht, wirft in seinem Zorn mit Äpfeln nach Gregor. Einer der Äpfel durchschlägt Gregors Panzer und verletzt ihn schwer. Daraufhin eilt die Mutter aus Gregors Zimmer und stellt sich vor den Vater, um Gnade für Gregor bittend. Der fällt aufgrund der Verletzung in Ohnmacht.
In der Nacht denkt Gregor darüber nach, wie er „sein Leben jetzt neu ordnen“ soll (S. 30), er will der Familie „Unannehmlichkeiten erträglich machen [...], die er ihr in seinem gegenwärtigen Zustand nun einmal zu verursachen gezwungen“ ist (ebd.). Da ihn das große Zimmer ängstigt, kriecht er unter das Kanapee, wo er sich sicher fühlt. Am nächsten Morgen tritt die Schwester in Gregors Zimmer und flieht erschrocken, als sie diesen unterm Kanapee erblickt; sie kehrt jedoch zurück und bringt ihm eine Auswahl an Speisen, darunter Abfälle, und verlässt das Zimmer. Gregor schmecken die Abfälle am besten, den Rest lässt er liegen. Ab sofort bringt ihm die Schwester zweimal täglich Küchenabfälle, trotz des Widerwillens, den sie gegenüber Gregor empfindet, akzeptiert die Schwester ihre neue Aufgabe. Ansonsten hat Gregor keinen Kontakt mit der Familie, er kann sie nur aus seinem Zimmer heraus belauschen. Fast immer spricht man über ihn und darüber, was mit ihm machen solle. Das Familienleben leidet, das Dienstmädchen hat wegen Gregor unter Tränen gekündigt, Stimmung in der Familie ist gedrückt, die finanzielle Lage macht ihr Sorgen. Die muss nämlich neu geordnet werden: Mit Gregor ist die Einnahmequelle der Familienkasse verlustig gegangen, der Vater hat seit dem Scheitern seines Geschäfts vor fünf Jahren nicht mehr gearbeitet, jedoch hat er aus dieser Zeit ein wenig Geld gerettet, das für ein bis zwei Jahre reicht, aber eigentlich nur für Notsituationen gedacht ist. Gregor hat von diesem Geld nichts gewusst und im Glauben daran, dass die Familie ohne ihn kurz vor dem Ruin stünde, sich solche Mühe auf der Arbeit gegeben - diese Mühe hatte man ihm zuerst mit Wärme entlohnt, doch dann hatte man sich an seinen Fleiß gewöhnt, nur noch zur Schwester hat Gregor eine gewisse Nähe, der er einen Lebenstraum erfüllen und sie auf ein Konservatorium (= Musikhochschule) schicken will. Gregor ist dennoch froh, dass die Familie mehr Geld zur Verfügung hat, als er dachte.
Da die Familie aber nicht vom Ersparten leben kann, stellt sich die Frage, wie nun Geld zu verdienen sei. Der Vater ist schon längere Zeit arbeitslos, übergewichtig und alt, die Mutter asthmatisch und der erst 17-jährigen Schwester traut man nichts zu - der Gedanke an die Zukunft erfüllt die Familie mit Sorge. Gregor empfindet daher „Beschämung und Trauer“ (S. 37). Selbst der Blick aus dem Fenster verschafft Gregor keine Befreiung von den Sorgen mehr, da seine Sehkraft schwindet. Das Verhältnis zur Schwester kühlt ab, sie empfindet seine Pflege als lästige Pflicht und scheint sich vor ihm zu ekeln. Gregor ist ihr Kommen daher peinlich. Etwa einen Monat nach seiner Verwandlung erblickt sie ihn am Fenster und erschrickt dermaßen, dass Gregor ein Leintuch über das Kanapee zieht, damit man vor seinem Anblick stets geschützt ist.
Die Schwester wird überdies nun von der Familie wegen ihrer Pflege Gregors anerkannt, die kein andrer übernehmen möchte. Sie hat sich eine neue Position in der Familie erworben. Sie ist das Bindeglied zwischen Gregor und seinen Eltern und soll diesen erzählen, wie er sich verhält. Die Mutter vermisst ihren Sohn jedoch und will ihn sehen, wovon der Vater und die Schwester sie abhalten. Gregor belauscht diese Gespräche aus seinem Zimmer heraus, er wünscht sich, seine Mutter zu sehen. In seiner Langeweile beginnt er, die Wände und die Decke entlangzukriechen, was ihn ablenkt. Zwei Monate nach der Verwandlung sieht Gregor seine Mutter wieder: Die Schwester hat Gregors neue Beschäftigung anhand von Kriechspuren bemerkt und sich in den Kopf gesetzt, ihm durch das Ausräumen von Möbeln mehr Platz zu verschaffen. Dafür benötigt sie die Hilfe der Mutter, da sie den Vater nicht fragen möchte. Die beiden Frauen sehen sich erst vorsichtig im Zimmer um, bevor sie beginnen, die Möbel unter großen Mühen herauszutragen. Anfangs begrüßt Gregor die Idee seiner Schwester, aber als die Mutter erschöpft einwendet, dass sie es nicht richtig finde, Gregor seiner Möbel zu berauben, da man hiermit „jede Hoffnung auf Besserung“ aufgebe (S. 42), besinnt sich Gregor und stellt fest, dass ihn die Einsamkeit so weit getrieben hat, dass er der Idee der Schwester zugestimmt hat. Jetzt will er seine „menschlich[e] Vergangenheit“ (S. 43) doch nicht vergessen und hängt sich an ein Bild von einer Dame im Pelzmantel, das er unbedingt behalten möchte. Währenddessen hat die Schwester, die sich als „Sachverständige“ in Bezug auf Gregor darstellt (S. 43), die Mutter überzeugt, Gregors Möbel doch zu entfernen. Die beiden erblicken Gregor an der Wand; die Mutter fällt daraufhin in Ohnmacht. Gregors Schwester eilt hinaus, um Medizin zu holen, ihr Bruder läuft ihr hinterher, da er auch helfen will. Seine Schwester stürzt zurück in Gregors Zimmer und verschließt vor ihm die Tür, sodass Gregor vor Sorge und Schuldgefühlen verzweifelt.
Als der Vater nachhause kommt - in einer Uniform seiner neuen Arbeitsstelle, wohl einer Bank - berichtet die Schwester ihm von Gregors Ausbruch und der Ohnmacht der Mutter. Der Vater, der nun keinesfalls mehr alt und außer Form, sondern stark und energisch aussieht, wirft in seinem Zorn mit Äpfeln nach Gregor. Einer der Äpfel durchschlägt Gregors Panzer und verletzt ihn schwer. Daraufhin eilt die Mutter aus Gregors Zimmer und stellt sich vor den Vater, um Gnade für Gregor bittend. Der fällt aufgrund der Verletzung in Ohnmacht.