1. Aufzug
1. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-47
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Am Morgen
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga, der Kammerdiener
Inhalt
- Der Prinz liest sich in seinem Arbeitszimmer die Anträge seiner Bittsteller durch. Währenddessen fällt Hettore das Antragsschreiben einer gewissen Emilia Bruneschi in die Hände. Dass ihre Bittstellung außergewöhnlich hoch ist (Aufz. 1, Auft. 1, Z. 11) hindert ihn nicht daran, den Antrag dennoch zu bewilligen
- Der Name Emilia scheint den Prinzen aufzuwühlen, da er kurz darauf seine Arbeit unterbricht und nach dem Marchesen Marinelli ruft, damit ihn dieser bei einem Ausflug begleitet
- Einen Brief der Gräfin Orsina lässt Hettore Gonzaga ungeöffnet zurück
- Bevor der Prinz letztendlich aufbricht, bittet der Maler Conti, eintreten zu dürfen
2. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-33
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Am Morgen - vormittags
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga, Conti
Inhalt
- Nach Eintreten in das prinzliche Zimmer beklagt sich Conti zunächst über das Ungleichgewicht von Aufwand und Entlohnung seiner Arbeit als Künstler
- Der Maler führt ein Gemälde für den Prinzen mit sich, welches die Gräfin Orsina darstellt und welches Hettore noch zum Zeitpunkt der Beziehung mit der Gräfin in Auftrag gegeben hatte
- Außerdem bringt Conti ein Werk, welches eine Überraschung für den Prinzen darstellen soll
- Der Künstler verlässt das Kabinett, um die Porträts aus dem Vorzimmer hereinzutragen
3. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-11
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Vormittags
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga
Inhalt
- Versunken in Gedanken an seine vergangene Beziehung mit Orsina, betrachtet Hettore das Werk, welches die Gräfin zeigt
- Obwohl der Prinz froh wäre, seine Verflossene noch zu lieben, so erachtet er ihre Trennung doch letztendlich als guten und besten Entschluss
4. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-167
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Vormittags
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga, Conti
Inhalt
- Beim gemeinsamen Betrachten des Porträts der Gräfin äußert der Prinz seine Anerkennung an Contis künstlerischem Talent. Im selben Atemzug spricht Hettore abfällig über seine ehemalige Geliebte und findet, der Maler habe sie schöner gemalt, als sie eigentlich sei
- Das zweite Bild zeigt Emilia Galotti, deren Bekanntschaft der Prinz bereits machte
- Es bleibt dem Maler nicht verborgen, dass sein Herr großes Interesse und Wohlgefallen an der Schönheit der porträtierten Emilia zeigt
- Während das Gemälde der Gräfin „in der Galerie“ (Aufz. 1, Auft. 4, Z. 154) platziert werden soll, besteht der Prinz darauf, Emilias Porträt für den persönlichen Gebrauch zu behalten (vgl. Aufz. 1, Auft. 4, Z. 156)
- Der Auftritt endet damit, dass der Prinz gegenüber Conti beteuert, er zahle ihm für die Bilder „so viel [dieser] wolle“ (Aufz. 1, Auft. 4, Z. 160 f.) und der Maler sich empfiehlt
5. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-11
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Vormittags
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga
Inhalt
- Als der Prinz alleine mit dem Gemälde Emilias ist, stellt Hettore in einem erneuten Monolog fest, dass er jeden Preis der Welt bezahlen würde, um „das schöne Werk der Kunst“ (Aufz. 1, Auft. 5, Z. 3) sein Eigen nennen zu dürfen
- Auch merkt er an, Emilias Eltern alle Wünsche zu erfüllen, solange diese ihm nur ihre Tochter anvertrauten
- Da Hettore den Anblick der schönen Galotti vorerst nur sich selbst vorbehalten möchte, versteckt er das Porträt, als sich Marinelli ankündigt
- Der Prinz bereut es inzwischen, sich mit dem Marchese verabredet zu haben. Er würde es vorziehen, Emilias Antlitz noch länger in Ruhe zu betrachten
6. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-239
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Vormittags
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga, Kammerherr Marchese Marinelli
Inhalt
- Als Marinelli erscheint, teilt ihm der Prinz mit, dass er sich in der Zwischenzeit gegen eine Ausfahrt entschieden habe
- Der Kammerherr berichtet Hettore von einem Gespräch mit Orsina. Die Gräfin leidet laut Marinelli sehr unter der Trennung von dem Prinzen
- Hettore hingegen interessiert sich weniger für den emotionalen Zustand seiner ehemaligen Geliebten als für den aktuellen Klatsch und Tratsch der Stadt
- Daraufhin erzählt Marinelli von der bevorstehenden Vermählung des Grafen Appiani mit Emilia Galotti. Der Prinz ist schockiert darüber, dass seine Angebetete einen anderen heiraten soll und beichtet dem Marchesen seine Liebe zu Emilia
- Zunächst überrascht, verspricht Graf Marinelli dem Prinzen seine Hilfe und bietet an, Emilia über die Gefühle Hettores noch am selben Tag in Kenntnis zu setzen
- Der Prinz wird von Marinelli angewiesen, in seinem „Lustschlosse“ (Aufz. 1, Auft. 6, Z. 230) in „Dosalo“ (Aufz. 1, Auft. 6, Z. 230) auf dessen Rückkehr zu warten
- Darüber hinaus schlägt der Marchese vor, Graf Appiani als „Gesandten nach Massa“ (Aufz. 1, Auft. 6, Z. 234) zu beordern und somit den Verlobten Emilias aus dem Weg zu räumen
7. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-26
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Mittags
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga, Kammerdiener
Inhalt
- In seinem emotional aufgewühlten Zustand verzichtet der Prinz auf jeden weiteren Anblick Emilias Gemäldes und bereut es, der jungen Frau nicht bereits früher von seinen Gefühlen für sie erzählt zu haben
- Unruhig und rastlos fasst er den Entschluss, persönlich mit Emilia zu sprechen, und plant ihr beim Gottesdienst seine Liebe zu gestehen
- Der Prinz lässt bereits eine Kutsche vorfahren, als ihm sein Kammerdiener mitteilt, dass Camillo Rota auf ihn warten würde
- Widerwillig lenkt Hettore ein, Rota zu empfangen. Jedoch hat es der Prinz eilig und möchte die Unterredung so kurz wie möglich halten
8. Auftritt
Infos
- Zeile: 2-39
- Ort: Das Kabinett des Prinzen
- Zeit: Mittags
- Personen: Prinz Hettore Gonzaga, der Rat Camillo Rota
Inhalt
- Camillo erhält von seinem Herren den Auftrag, die Bittstellung Emilia Bruneschis in die Wege zu leiten
- Als Grund seines Besuchs gibt der Rat an, die Signatur des Prinzen für ein Todesurteil zu benötigen
- Der Prinz möchte das Urteil schnellstmöglich unterschreiben, da ihm die Zeit mit Emilia zu sprechen davonrennt
- Als Rota bemerkt, in welch unkonzentriertem Zustand sich sein Vorgesetzter befindet, gibt er vor, das Todesurteil zu Hause vergessen zu haben