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Rezeption

Direkt nach dessen Publikation erfährt Das Marmorbild zunächst einmal vorrangig harsche Kritik. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts stößt die Märchennovelle auf eine positivere Resonanz der Schriftstellerkollegen. Wir werden die unterschiedlichen Meinungen zum Werk im Zuge dieses Paragraphen näher erläutern.

Kritik der Kollegen

  • Laut dem Breslauer Schriftsteller Willibald Alexis handelt es sich bei der der Märchennovelle um nichts anderes als „ein Gespensterspuk, ohne viel andere als äusserliche Bedeutung“ (1826). Jedoch ist Alexis' Kritik nicht ausschließlich negativ: Er betont auch, „das Talent des Dichters nicht zu verkennen“, bemängelt jedoch das mangelnde Maß an Intensität, mit dem sich Eichendorff seiner Meinung nach mit der Thematik Marmorbild auseinandergesetzt hat
  • Doch auch gemäßigtere Meinungen zur Herausgabe des spätromantischen Werks existieren. Friedrich Gottfried Matthias Cramer etwa, ein freier Schriftsteller aus Quedlinburg merkt zwar an, „ein Teufelsspuck aus dem Heidenthume treibt darin sein unheimliches Wesen;“, er kommt allerdings auch nicht umhin zu sehen, „jedoch bekunden einzelne schöne Züge der Erzählung ein tiefes, wahrhaft poetisches Gemüth.“

Allgemeine Kritik

  • Besonders Zeitschriften kritisieren die Märchennovelle scharf: Das Lesen des Werks rufe die Wirkung hervor, dass man sich anschließend „nur zerstreut und betäubt“ fühlen würde, meint beispielsweise die Zeitung für elegante Welt am 15. Oktober 1818 in Leipzig
  • Das Weimarer Journal für Literatur, Kunst und Mode im Januar 1819 gibt zwar zu, „Wer das Phantastische liebt, wird es mit Vergnügen lesen“, bemerkt allerdings auch bezogen auf die Verwechslungsthematik in Das Marmorbild: hierbei „geht es dabei ganz verwunderlich her“

Resonanz des Publikums

  • Die anfängliche Antwort auf die Erzählung ist skeptisch - der damalige Zeitgeist der Menschen im 19. Jahrhundert, welcher konservativ geprägt ist, scheint für die fabelhafte und fantastische Welt Florios nicht empfänglich zu sein
  • Besonders die Thematisierung nicht-christlicher, „sündhafter“ Themen wie Erotik und Heidentum sind Grund für die Ablehnung der Novelle
  • Im Laufe des 20. Jahrhundert dann kann die breite Masse der Novelle mit märchenhaften Zügen mehr abgewinnen und erkennt auch die Komplexität der Novelle an

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