Rezeption
Anna Seghers hat mit ihrem Roman Transit weltweiten Ruhm erlangt. Das Werk gilt heute als eines der wichtigsten in der Exilliteratur. Außerdem wurde die Autorin durch ihr Engagement für Schriftsteller im Exil und für den Frieden zu einer der bedeutendsten Organisatorinnen für die Exilliteraten.
Reaktionen auf das Werk
- Das Werk erschien zunächst auf Spanisch und Englisch; erst 1948 wurde es in deutscher Sprache in der BRD veröffentlicht, in der DDR allerdings sogar erst 1951
- Nach dem bahnbrechenden Erfolg von Seghers erstem Roman Das siebte Kreuz waren die Erwartungen an Transit extrem hoch
- Zunächst wurde Transit vielfach enttäuscht aufgefasst und kritisiert, da anders als in ihrem ersten Werk eine Distanz zwischen dem Protagonisten und Leser geschaffen wurde; der problematisch angelegte und zaudernde Ich-Erzähler in Transit enttäuschte vor allem die Leser in Amerika
- Durch den Kalten Krieg wurde das Werk in Ost- und West-Deutschland unterschiedlich wahrgenommen und gedeutet; in der BRD hatte man Probleme mit dem kommunistischen Gedankengut im Werk
- Lange Zeit wurde Transit als Werk der Exilliteratur weitgehend ignoriert; in Schulbüchern etwa wurde es kaum behandelt
- Erst nach der Entspannung zwischen Ost und West wurde das Werk entideologisiert und auch im Hinblick auf die Themen Flucht und Asyl betrachtet
- Besonders in den 70er und 80er Jahren wurde Transit viel gelesen, diskutiert und gelobt, vor allem für die literarische Erzählkunst Seghers
- Schriftstellerin Christa Wolf (1921-2011) etwa äußerte sich beeindruckt über das Werk: „Transit gehört zu den Büchern, die in mein Leben eingreifen“
- Ca. 15 von Anna Seghers insgesamt mehr als 40 Werke wurden verfilmt
Ehrungen für die Autorin
- 1947 Georg-Büchner-Preis
- 1951 Nationalpreis der DDR & der Stalin-Friedenspreis
- 1975 Kulturpreis des Weltfriedensrates
- Ehrenbürgerschaften in ihrer Geburtsstadt Mainz und Ost-Berlin
- Staatsakt zur Beerdigung in der Akademie der Künste der DDR