Präsident von Walter
Der 50 Jahre alte Präsident von Walter ist ein mächtiger und gefürchteter Mann, der eigentliche Regent des Herzogtums. Der Strippenzieher und Intrigant ist durch ein Verbrechen an die Macht gekommen, denn er hat seinen Vorgänger umbringen lassen. Seine Komplizen in der Kabale um Luise und Ferdinand wissen von seinen Verbrechen, doch hält von Walter sie dadurch gefügig, dass er auch ihre Verbrechen kennt. Er repräsentiert damit einen Hofadel, dem es nur um Macht und Einfluss geht, dem das Wohl der Untertanen aber völlig gleichgültig ist - Macht ist hier Selbstzweck, es geht um Kontrolle. Von Walter ist ein falscher und durchtriebener Mensch, der sich seinem Vorgänger trotz des geplanten Mordes freundlich gezeigt hatte und sich auch seinem Sohn gegenüber auf Ratschlag Wurms gnädig zeigt, nur um dessen Liebe zu sabotieren. Zwar liebt er seinen Sohn (was besonders in der Schlussszene des Dramas merklich ist), doch ist sein Verhältnis zu Ferdinand zerrüttet und letztlich nutzt er Ferdinand nur für seine machtpolitischen Interessen aus. Falls sich jemand seinen Plänen widersetzt, wird von Walter sehr zornig und droht mit Gewalt und Gefängnis - der jähzornige von Walter erträgt es nicht, wenn sich jemand seinem Einfluss entzieht. Der Präsident ist ein Beispiel für die Durchtriebenheit des Adels und die Abkehr von jeglicher Moral am Hofe. Jedoch ist es möglich, dass ihn der Tod Ferdinands läutert, als dieser ihm scheinbar vergibt, denn der Präsident übergibt sich den Gerichtsdienern freiwillig.