Fortunato
Die Figur des Fortunato steht stellvertretend für das Gute in Das Marmorbild. Fortunato fungiert als eine Art Mentor und Lebensberater für den, noch sehr unerfahrenen Florio.
Infos zur Person
- Wie auch die anderen Figuren in der Märchennovelle trägt auch Fortunatos Namen eine symbolische Bedeutung: Er stammt von dem lateinischen Wort fortunatus, was gesegnet oder glücklich bedeutet
- Fortunato tritt in Gestalt eines Minnesängers auf, der bereits über jahrelange Berufserfahrung verfügt. Außerdem singt er nicht nur, sondern komponiert und dichtet auch, er ist also sozusagen eine Art Universalgenie
- Fortunato wird als „schlanke Gestalt“ (Abschn. 1, Z. 12) und „anmutiger Fremder“ (Abschn. 1, Z. 80 f.) beschrieben. Außerdem besitzt Fortunato „große geistreiche Augen“ (Abschn. 1, Z. 26) und „dunkelbraune Locken “(Abschn. 1, Z. 10)
- Seine Kleidung besteht aus „bunter Tracht, eine goldene Kette um den Hals und ein samtness Barett mit Federn“ (Abschn. 1, Z. 8 f.). Dem prächtigen Gewand nach können wir darauf schließen, dass Fortunato mit seinem Beruf als Minnesänger erfolgreich ist
Charakter
- Freundlich: Bereits zu Beginn der Handlung, wird Fortunato als „freundlich grüßend“ (Abschn. 1, Z. 10) mit „fröhlicher Stimme“ (Abschn. 1, Z. 13) beschrieben. Auf Florios Naivität reagiert er „gutmütig lächelnd“ (Abschn. 2, Z. 35 f.). Nur als Fortunato auf Donati trifft, beobachtet Florio: „Ein seltsamer Missmut schien über seine sonst immer klaren Züge zu fliegen“ (Abschn. 1, Z. 274 f.), doch bis auf diesen Zwischenfall ist Fortunato immer gut gelaunt und jedem gegenüber gut gestimmt
- Unterhaltsam: Mit Fortunato wird es dem Protagonisten nie langweilig. Fortunato hat „ein frisches, keckes Wesen“ (Abschn. 1, Z. 13) und seine „kecke Lustigkeit“ (Abschn. 2, Z. 22) bringt seine Mitmenschen, Florio eingeschlossen, immer wieder zum Lachen
- Tiefgründig: Auch wenn Fortunato eine Heiterkeit umgibt, so besitzt er nicht weniger Tiefe und Ernsthaftigkeit. Sein lustiges und lachendes Gesicht zeigt er offen nach außen, wobei seine nachdenkliche Seite für seine Umgebung eher verborgen bleibt. So scheint Fortunato „in tiefe Gedanken versunken“ (Abschn. 1, Z. 36), als er über seine Sehnsucht nach fernen Ländern und Landschaften spricht (Abschn. 1, Z. 31 ff.)
- Erfahren: Fortunato besitzt bereits Lebenserfahrung, was sich in seinen Äußerungen gegenüber Florio zum Beispiel wie folgt bemerkbar macht. So reagiert er auf Florios unglückliches Verliebtsein und dessen Niedergeschlagenheit mit den Worten: „es gibt gar [...] besonders verliebte junge Leute, die [...] recht versessen sind aufs Unglücklichsein.“ (Abschn. 2, Z. 36 ff.). Fortunato scheint die Schattenseiten einer jungen Liebe zu kennen, zeigt aber auch deutlich, dass es seiner Meinung nach gravierendere Dinge im Leben gibt. So bestärkt er Florio nicht in dessen Melancholie, sondern rät ihm dazu „so recht durch und durch fröhlich und stark“ (Abschn. 2, Z. 42) zu werden