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Figurenkonstellation

Da die Anzahl der Personen in der Novelle Das Haus in der Dorotheenstraße übersichtlich ist und sich hauptsächlich auf das Ehepaar Klausen beschränkt, ist eine Aufstellung der Relationen zwischen den Figuren nicht notwendig. Allerdings beleuchten wir in diesem Zuge noch einmal Herr und Frau Klausen als Individuen und als Ehepaar
Während Gottfried Klausen eingehender beschrieben wird und wir als Leserschaft viel über seinen beruflichen Hintergrund erfahren sowie durch die personale Erzählperspektive auch Wesensmerkmale an ihm feststellen können, wird seine Frau Xenia nur einmal zu Beginn der Handlung am Rande erwähnt (S. 73ff). Frau Klausen bleibt dem Leser weitestgehend fremd, da sie erstens ab dem ersten Kapitel physisch nicht mehr anwesend und zudem auch für den Protagonisten Gottfried buchstäblich (telefonisch) „unerreichbar“ ist. Das Verhältnis der beiden Eheleute wird zwar als „vertraut“ (S. 73, Z. 19) beschrieben, jedoch ist es das gemeinsame Haus, welches ihnen „das Gefühl von Geborgenheit“ (S. 73, Z. 24) gibt und nicht ihre Beziehung zueinander. Man erhält den Eindruck, dass die Partnerschaft der beiden vorrangig auf Gewohnheit beruht und die Leidenschaft bereits seit längerer Zeit erloschen ist, was sich darin zeigt, dass beispielsweise der Kauf der Villa vielmehr damit begründet wird, „vernünftig“ (S. 74, Z. 1) und weniger die Erfüllung eines gemeinsamen Lebenstraumes zu sein. Ein passiver Charakter in der Erzählung stellt die Männerstimme dar, welche die Person darstellt, mit der Xenia ihren Mann in dessen Abwesenheit betrügt. Da die Figur hinter der Stimme jedoch selbst nie ihr Gesicht zeigt und der Leser nichts über ihn erfährt, bleibt ungewiss, ob es sich bei der männlichen Person am anderen Ende der Leitung wirklich um den Geliebten Xenias oder nur um ein Konstrukt der Vorstellung ihres Mannes handelt
Der Erzähler selbst befindet sich außerhalb des Geschehens, nimmt jedoch auch eine Rolle in der Novelle ein, weshalb er in den Charakterisierungen ebenfalls seine Daseinsberechtigung findet. Die Funktion des Erzählers ändert sich im Laufe der Handlung, abhängig von seiner jeweiligen Erzählperspektive und wird vom Autor geschickt eingesetzt, um den Fokus im Rahmen der minimalistischen Anzahl an Figuren, spezifisch auf den Protagonisten zu legen

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