Galileo Galilei
Galileo Galilei, dessen Name im Titel des Drama erscheint, fungiert gleichzeitig als der männliche Protagonist in das Leben des Galilei.
Infos zur Person
- Der Autor bezieht sich in dem vorliegenden Theaterstück auf die historische Figur des Mathematikers und Astronom Galileo Galilei, welcher tatsächlich im 17. Jahrhundert forschte und lehrte
- Galilei befindet sich zum Zeitpunkt des Handlungsbeginns in Padua, wo er zusammen mit seiner Haushälterin Frau Sarti und deren Sohn Andrea, den er ebenfalls unterrichtet, lebt
- Neben seiner Tätigkeit als Lehrender an der Universität von Padua, ist er gezwungen sein Gehalt aufzubessern, indem er in seinem kleinen Studierzimmer Schüler unterrichtet. Auch kleinere Erfindungen wie die Wasserpumpe helfen ihm dabei, sich ein willkommenes Nebeneinkommen zu verdienen
- Galileo ist Vater einer Tochter namens Virginia, welche zwar nicht seine Begeisterung für die Wissenschaft teilt, ihren Vater jedoch respektiert und liebt
- Wir haben es bei Galileo Galilei mit einem Universalgelehrten zu tun, welcher sich nicht auf einen singulären Forschungszweig beschränkt, sondern sowohl in den Bereichen der Mathematik und der Physik als auch in der Astronomie, der Kosmologie und den Ingenieurswissenschaften versiert ist
Charakter
- Leidenschaftlich: Auch wenn es sich bei Galilei um einen begabten Lehrer handelt, welcher mit Leib und Seele lehrt, so gilt seine wahre Passion der Forschung. Aus diesem Grund bittet er den Kurator der Universität Padua auch um eine Gehaltserhöhung, da er sich auf diese Weise stärker auf die Wissenschaft anstatt die Lehre fokussieren könnte. Die Leidenschaft des Mathematikers für seine Entdeckungen geht weit über theoretische Erkenntnisse hinaus. Vielmehr erkennt Galilei, dass sich die gesamte Welt im Umbruch zu einem neuen Zeitalter befindet (S. 5), welches das Umdenken der Menschen im Hinblick auf neues wissenschaftliches Wissen erfordert und an welchem er als Forscher gedenkt, aktiv zu partizipieren
- Furchtlos: Ungeachtet der offensichtlichen Gefahr, die im 17. Jahrhundert von all diesen Neuentdeckungen ausgeht, welche die Autorität und Immunität des kirchlichen Weltbildes potenziell gefährden, vertritt und verfolgt Galileo seine Theorien in der Öffentlichkeit. Ihm ist bekannt, dass bereits zahlreiche Wissenschaftler von der Inquisition zum Tode verurteilt wurden, so beispielsweise auch der italienische Astronom Giordano Bruno (S. 28). Grund für die Verurteilungen stellte immer die Vertretung einer Gegenposition zur Kirche dar, meist in Form einer neuen, wissenschaftlichen und bahnbrechenden Entdeckung. Obwohl sich Galilei dem enormen Risiko, dem er sich mit seiner forschenden Tätigkeit aussetzt, bewusst ist, hindert ihn dies nicht daran, etwa das Weltall noch tiefgehender und umfassender zu studieren
- Hilfsbereit: In jeden, der interessiert an der Wissenschaft ist, investiert der Lehrer und Forscher Galileo seine Zeit und Kraft, um demjenigen astronomische Theorien und somit die Welt als großes Ganzes verständlicher zu machen. Hierbei spielt es keine Rolle, dass sein Schüler Andrea beispielsweise erst zarte 10 Jahre alt ist, oder sein Freund Federzoni von Beruf eigentlich Eisengießer gelernt hat. Galilei ist bereit, jedem der es wertschätzt und neugierig ist, mathematische Formeln und physikalische Gesetze beizubringen
- Vernunftgeleitet: Galileo hat sich der Forschung verschrieben, da für ihn die Vernunft und logische Darlegung wissenschaftlicher Tatsachen von höchster Priorität ist. Seine Mission ist es, die Bürger von Fakten zu überzeugen, die als solche beweisbar sind. Ein Beispiel dafür, welche tragende Rolle Vernunft in Galileis Nachforschungen spielt, ist der Moment, als der Hauptastronom Pater Clavius Galileos Theorie über die frei schwebenden Gestirne bestätigt. Galileo fühlt sich durch den Zuspruch des Wissenschaftlers nicht als Person annerkannt, sondern für ihn siegt die Vernunft (S. 63)
- Wissbegierig: Es ist keinesfalls die eine, finale Erkenntnis, nach der ein Forscher wie Galileo Galilei sucht. Vielmehr ist es die Freude am Entdecken neuer, bisher unbekannter und ungelöster naturwissenschaftlicher Phänomene. Welchen Stellenwert die Wissenschaft im Leben des Forschers einnimmt, erfährt der Leser spätestens, als er seine eigene Familie aufgrund des Ausbruchs der Pest alleine losziehen lässt und selbst vorzieht, seine Theorien weiter zu verfolgen (S. 52)
- Idealistisch: Nach dem Weltbild des Wissenschaftlers ist es abwegig, etwas anderem als faktisch und logisch belegbaren Tatsachen einen Glauben zu schenken. Galilei kennt zwar die Gefahren, die neue wissenschaftliche Theorien zu seiner Zeit im 17. Jahrhundert mit sich bringen können, sein Idealismus jedoch treibt ihn dazu an, die Menschen von der Wahrheit und Plausibilität seiner studierten Einblicke in die Astronomie zu überzeugen
- Ignorant: So geduldig wie der Lehrer jeden, der sein Interesse für die Wissenschaft teilt, behandelt, so herablassend verhält er sich gegenüber denen, die seiner Meinung nach nicht für die Forschung gemacht sind oder die andere Prioritäten in ihrem Leben setzen. Auch wenn er zu seiner Tochter Virginia eine vertrauensvolle Beziehung führt, so erkennt der Leser zeitnah, dass Galilei sie nicht ernst nimmt. Dass ihn seine Tochter während seiner voranschreitenden Erblindung pflegt, nimmt der Forscher als selbstverständlich hin. Auch Andreas Mutter, Frau Sarti opfert sich für den Mathematiker auf und steht ihm selbst beim Ausbruch der Pest zur Seite, während sie ihren eigenen Sohn ziehen lässt. Seitens Galilei wird keine Dankbarkeit oder besondere Wertschätzung erwähnt. Dies weist entweder auf ein Weltbild hin, dass Frauen als Nebenakteure an Stelle von Protagonistinnen im Leben sieht oder auf das Vorurteil, Frauen seien im Allgemeinen weniger für die Wissenschaft geeignet