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Inhaltsverzeichnis

Veit Kolbe

Infos zur Person

  • Zu Beginn der Handlung befindet sich Veit im Alter von 23 Jahren, am 26. Februar hat er Geburtstag
  • Seit seinem Abitur, das er 1939 abschließt, dient der junge Kolbe als Soldat an der Front
  • Im November 1943 wird der Protagonist in Russland auf dem Feld verletzt und kommt daraufhin in ein Lazarett im Saarland, von wo aus er anschließend seinen Heimweg nach Wien antritt
  • An der Front am Dnjepr zieht sich der junge Kriegsveteran Verletzungen im Gesicht, am Schlüsselbein und Oberschenkel zu
  • Veit wächst zusammen mit seinen Schwestern Waltraud und Hilde auf, von denen Waltraud bereits ausgezogen ist, als er aus Russland wieder zurückkommt. Seine Schwester Hilde starb bereits vor mehreren Jahren an den Folgen ihrer Schwindsucht im Alter von 16. Jahren
  • Bis zu seinem Einzug in den Krieg wohnt Veit zusammen mit seinen Eltern in einer bescheidenen Stadtwohnung in Wien

Charakter

  • Müde: Veits Erschöpfung äußert sich sowohl seelisch als auch körperlich. Mental gesehen ist Veit den Krieg leid und wünscht sich nach drei aufreibenden Jahren an der Front nichts weiter als ein geordnetes, ruhiges Leben. Die körperlichen Strapazen als Soldat haben außerdem ihre Spuren am Protagonisten hinterlassen. Die Folgen seiner Verletzungen an „rechter Wange“ (S. 7, Z. 20), „im rechten Oberschenkel“ (S. 7, Z. 21f) sowie „unter dem Schlüsselbein“ (S. 7, Z. 22f) ziehen sich auch noch nach der oberflächlichen Heilung durch sein Leben. Insbesondere die Wunde am Oberschenkel verursacht Gehprobleme, die Veit bis ans Ende seines Lebens begleiten werden. Doch unabhängig von den äußeren Kriegsverletzungen ist es vor allem auch eine Angststörung, die das Leben des Protagonisten immens beeinträchtigt. Seien es die Sorgen darüber, doch wieder in den Krieg eingezogen zu werden oder simple Trigger, die ihn in die Zeit an der Front zurückversetzen. Die seelischen Wunden, die der Krieg mit sich führt und das damit verbundene Ausmaß an Gewalt und Schmerz sitzen tief und Veit vermag sie nicht abzuschütteln. Kolbe Worte, er sei „ein abgenagtes Stück Herz“ lassen tief in seine seelische Erschöpfung blicken: Dieser Mann besitzt kein Fünkchen Kraft mehr, um das Feuer für das Leben eigenhändig neu zu entfachen
  • Skeptisch: Der Protagonist gehört zu einem der Kriegsgegner, die sich etwas bedeckt halten, jedoch dennoch dem Faschismus und Militärfanatismus kritisch gegenüber stehen. Mit dem 2. Weltkrieg verbindet Veit vor allem „Mühsal und Plage“ (S. 15, Z. 16), so mag es ihm auch nicht einleuchten, dass man für die Verwundung ein Abzeichen erhält. Für Veit stellt diese Auszeichnung quasi eine „Anerkennung für das Pech, das [er] gehabt hatte“ (S. 15, Z. 15). In Mondsee zeigt sich der Widerstand des jungen Kolbe eher auf den zweiten Blick: Obwohl er anders als beispielsweise der Brasilianer seine scharfe Kritik an Adolf Hitler nicht öffentlich kundtut, so ist er es, der sich um den verlassenen Garten Robert Perttes kümmert und für die Instandhaltung dessen Gärtnerei sorgt
  • Sensibel: Aufgrund der brutalen Bilder in der Arbeit als Soldat, welche ihn auch nach der Rückkehr nach Hause weiter verfolgen, entwickelt Veit eine posttraumatische Angststörung. Dass diese Belastungsstörung eine mentale Instabilität hervorruft, verwundert wenig. Doch zusätzlich ist auffällig zu beobachten, dass der Protagonist, ob trotz oder besonders aufgrund seiner psychischen Verfassung sei einmal dahingestellt, seine Mitmenschen sehr reflektiert und empfindsam erlebt. So beobachtet Veit etwa, dass seine Nachbarin die Darmstädterin regelmäßig abends weint und die Lehrerin Bildstein im Grunde genommen selbst einsam ist. Als ihn der Ehemann seiner Gastgeberin bittet, auf seine charakterlich schwierige Frau achtzugeben, zögert der Protagonist keineswegs, obwohl Trude Dohm ihm mit ihrer jähzornigen, verbitterten und geizigen Art einigen Anlass zur Verärgerung gibt
  • Leidenschaftlich: In der Beziehung mit Margot blüht Veit zu einer ihm selbst ganz neuen Version von sich selbst auf. Die junge Frau weist mehrmals darauf hin, wie zufrieden sie mit Kolbe sei - besonders in sexueller Hinsicht. Trotz seiner körperlichen wie auch seelischen Verwundungen befindet sich Veit noch in der Lage, zu lieben und diese Liebe leidenschaftlich auszuleben. Auch fernab des Bettes, nämlich in der Gärtnerei, findet der Protagonist wieder eine Erfüllung, die trotz der harten Arbeit sein Leben wieder lebendig und sinnvoll erscheinen lässt
  • Mutig: Als Veit erfährt, dass der Brasilianer nach einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Max Dohm verhaftet werden soll, sieht er sich verantwortlich dafür, für die Gerechtigkeit Robert Perttes einzustehen. Obwohl er sich bewusst ist, dass er mit einer Intervention ein enorm hohes Risiko damit eingeht, sein eigenes Leben zu opfern, zweifelt der Antiheld des Romans nicht an der Notwendigkeit seines Handelns. So tötet er seinen eigenen Onkel, um den Brasilianer vor der Verhaftung und dem unweigerlich darauffolgenden Konzentrationslager zu bewahren
  • Organisiert: Seit seiner Ankunft in Mondsee nimmt Veit die Dinge selbst in die Hand. Sei es, dass er sich die Genehmigung eines neuen Ofens beschafft oder die Führung der ehemaligen Gärtnerei Roberts übernimmt, der Protagonist wartet nicht darauf, dass sich die Umstände ändern, sondern geht sie selbst an

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