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Das Kohlhaas-Syndrom

Michael Kohlhaas gilt als Prototyp für das sogenannte Michael-Kohlhaas-Syndrom bzw. den Querulantenwahn.

Psychologische Definition

  • Der Querulantenwahn ist eine paranoide Persönlichkeitsstörung bzw. ein psychisches Syndrom
  • Es tritt äußerst selten auf und betrifft zu etwa dreiviertel Männer
  • Der Name leitet sich vom lateinischen Begriff queri ab, der soviel bedeutet wie „vor Gericht klagen“
  • Die Querulanten wollen Vergeltung für erlittenes Unrecht und Anerkennung für ihren unbeirrten Kampf für ihr Recht
  • Sie sind der festen Überzeugung, dass sie am Ende gewinnen, egal wie aussichtslos ihre Lage ist
  • Persönlichkeitsmerkmale sind: Zorn, Stolz, Hochmut, Narzissmus und Machtgier
  • Der Kreis der vermeintlichen Feinde wird bei Querulanten immer größer; sie kämpfen am Ende oft gegen die ganze Welt
  • Sie sehen Selbstjustiz als gerechtfertigt an, ohne jemals zu hinterfragen, inwiefern der meist triviale Anlass die extremen Mittel rechtfertigt
  • Ihre Taten sind emotional geleitet; sie lassen sich nicht zur Vernunft bringen und selbst Therapien sind meist aussichtslos

Deutung

  • Unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte kann Michael Kohlhaas' Handeln als krankhaft eingestuft werden
  • Schon Goethe soll bei seinem Urteil über das Werk von einer Krankhaftigkeit gesprochen haben
  • Kohlhaas ist nach dieser Interpretation nicht der moralische Sieger, sondern ein Mann mit paranoider Persönlichkeitsstörung, der sich am Ende unbeirrt im Recht sieht, obwohl er seine Frau, sein Hab und Gut und sogar sein Leben verloren hat

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