Geschichtlicher Hintergrund
Zum besseren Verständnis der Handlung ist es hilfreich, sich mit dem geschichtlichen Hintergrund zu beschäftigen. Hier deshalb ein kurzer Überblick über die wichtigsten Eckdaten.
Neue Staatsgrenzen nach dem zweiten Weltkrieg
- Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Staatsgrenzen von den Siegermächte neu definiert
- In der Potsdamer Konferenz beschlossen die Alliierten, dass die Regionen östlich der Oder-Neiße-Linie Polen und Russland zugesprochen werden
- Schlesien, Pommern, Danzig, Ost- und Westpreußen sowie Ostbrandenburg gehörten fortan nicht mehr zu Deutschland
- Die deutsche Bevölkerung dieser Gebiete sollten umgesiedelt werden; sieben bis zwölf Millionen Menschen verloren dadurch ihre Heimat und wurden enteignet
- Wer nicht zu Verwandten fliehen konnte, musste in Auffanglagern oder Baracken leben ohne Geld für einen Neuanfang
- Auch die restliche Bevölkerung Deutschlands lebte nach dem Krieg in Armut; viele Häuser und Betriebe waren vom Krieg zerstört, viele Familienväter als Soldaten gefallen und die Wirtschaft am Boden
- Die ehemals Ostdeutschen Vertriebenen wurden misstrauisch von den Bürgern vor Ort aufgenommen
Leben in der DDR
- Die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) überwachte das ganze Leben von Geburt an
- Alle Kinder sollten die gleiche Bildung bekommen; sie gingen bis zur 10. Klasse auf eine allgemeinbildende Schule
- Für alle Bürger gab es ein Recht auf Arbeit; gleichzeitig war Arbeit aber auch Pflicht
- Der Staat regelte den Wohnungsmarkt; Wohnfläche war knapp bemessen, da nach dem Krieg viele Häuser unbewohnbar waren und das Geld oder die Arbeitskraft für die Sanierung fehlte
- In der zweiten Parteikonferenz im Juli 1952 wurde der planmäßige Aufbau des Sozialismus verkündet; die Arbeitszeiten wurden erhöht, um das Land wieder aufzubauen; große Betriebe verstaatlicht
- Anfang der 50er wurde die Landwirtschaft kollektiviert; die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) wurde gegründet; gemeinsam mit der SED wurde beschlossen, ab 1960 selbständige Bauern zu enteignen; wer sich weigerte, wurde mit steuerlichen Abgaben und Benachteiligungen bei der Belieferung bestraft
- Am 17. Juni 1953 kam es zum ersten Volksaufstand; ein Streik der Bauarbeiter in Berlin weitete sich im Land aus; die Menschen gingen wegen schlechten Arbeitsbedingungen, Ernährungskrise und Rückgang der Produktion auf die Straße
- Eine erste Fluchtwelle folgte, weshalb Republikflucht als Straftat eingestuft wurde; 1961 wurde schließlich die Mauer gebaut
- 1972 wurden auch private Betriebe verstaatlicht; die Besitzer wurden enteignet; die Produktivität konnte trotzdem nicht gesteigert werden
- Die Unzufriedenheit im Volk wuchs immer mehr; die Wirtschaft wurde nicht stabiler; immer mehr Menschen flohen trotz der Risiken
Die Wende
- Die wachsende und anhaltende Ausreisewelle machte die DDR instabil
- Es begann eine friedliche Revolution 1989/90
- Die Opposition wurde mehr und mehr gestärkt
- Am 9. November 1989 wurde die Mauer geöffnet, wodurch das politische System zu zerfallen begann
- In den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen wurde mit den Siegermächten die Zukunft Deutschlands geregelt
- Am 3. Oktober 1990 trat der Einigungsvertrag in Kraft
- Zuvor enteignete Landwirte und Unternehmer konnten ihr Eigentum zurückfordern und erhielten Entschädigungen