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Spuren

Mit dem Motiv des Lebens ist das des Spurenhinterlassens verbunden. Agnes will nicht einfach nur leben, sie will auch Zeugnisse ihrer eigenen Existenz als Erbe lassen. Ihr Leben soll für andere sichtbar sein, auch nach ihrem Tod. Sie selbst muss sich hin und wieder ihrer eigenen Existenz versichern.
S. 27f.: Agnes und E. reden von einer möglichen Existenzform nach dem Tod. Für E. ist es möglich, in den Erinnerungen der Nachfahren weiterzuleben. Sie fragt ihn, ob er Bücher schreibe, weil er keine Kinder habe. E. will jedoch keine Spuren hinterlassen, ganz im Gegensatz zu ihr. Hier werden also die Unterschiede beider Charaktere deutlich, die über tiefgehende Fragen gänzlich anders denken.
S. 31f.: Agnes mag den Gedanken, „dass alle, die sich irgendwann mit den Symmetrien der Symmetriegruppen befassen, auf meinen Namen stoßen werden.“
Als sie mit E. über Stonehenge spricht, überträgt sie ihre eigenen Absichten auf die prähisto-rischen Menschen und unterstellt diesen die gleichen Motive. Demnach seien Stonehenge und auch die Pyramiden, vielleicht sogar moderne Wolkenkratzer, geschaffen worden, um ein Zeichen zu setzen.
Spiegelbildlich dazu steht ihre Angst, spurlos in der Natur zu verschwinden, um dann nie mehr gefunden zu werden. Deshalb hat sie die Stadt auch nie verlassen.
S. 39: Als E. erstmals Agnes‘ Wohnung betritt, wirkt ihr Zimmer auf ihn „unbelebt, als sei es seit Jahren von keinem Menschen betreten worden“ - In ihren eigenen vier Wänden hat sie demnach keine Spuren hinterlassen.
S. 48: Agnes‘ Bitte an E., ein Buch über sie zu schreiben, kann als Wunsch nach Unsterblichkeit in Form einer literarischen Spur gedeutet werden.
S. 112: E. besucht Agnes, die ihm von ihrer Fehlgeburt erzählt. Die Fehlgeburt steht in deutlichem Gegensatz zum Spurenmotiv.
Weitere Details fallen ins Auge: Laut E. ist ihre Küche so sauber, „als sei sie nie benutzt worden.“ Abermals lässt sich Agnes Existenz nicht an äußeren Dingen ablesen.
Außerdem stößt E. auf eine Schachtel mit Briefen und Postkarten. Von ihm gibt es nur eine nichtssagende Karte. Da Briefe etwas sehr Privates darstellen, stehen sie für persönliche Nähe und Vertrautheit. In diesem Sinne hat E. keine positiven Spuren in Agnes‘ Herzen hinterlassen.

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