Xenia
Bei Xenia Klausen handelt es sich um die Ehefrau Gottfried Klausens und gleichzeitig um die zweite, reale Figur in der Novelle Das Haus in der Dorotheenstraße.
Infos zur Person
- Xenia kennt ihren Mann bereits seit der „gemeinsamen Schulzeit“ (S. 73, Z. 17), allerdings bleibt der Leser über ihr Alter, Aussehen oder weitere persönliche Merkmale weitestgehend im Unklaren
- Der Name Xenia stammt vom Altgriechischen ab und bedeutet die Fremde. Die Wahl des Vornamens der weiblichen Hauptfigur in der Novelle unterstreicht ihr geheimnisvolles, nur schwer greifbares Wesen
Charakter
- Fremd: Unabhängig von ihrem Namen vermittelt die Figur Xenia generell einen unpersönlichen, fremden Eindruck. Während zu Beginn der Erzählung noch direkt erwähnt wird, erfahren wir im nachfolgenden Verlauf der Novelle nur noch durch ihren Ehemann Gottfried etwas über sie. Inwieweit es sich hierbei um ein untrügliches Bild von Frau Klausen handelt, sei einmal dahingestellt - jedoch umgibt diese Dame eine Aura der Fremdheit, die sich nicht zuletzt auch in der Entfremdung von ihrem Mann zeigt
- Heimatbezogen: Eine der wenigen direkten Äußerungen Xenias besteht in dem Wunsch, in dem Haus in der Dorotheenstraße wohnen zu bleiben. Dieser Umstand zeigt ganz klar, dass sich das Paar auch in den Themen Heimat vs. Reisen sehr voneinander unterscheidet. Während ihr Mann gerne in der Welt unterwegs ist, fühlt sich Xenia wohl in der heimischen Villa
- Einsam: Dadurch, dass es sich bei der Erzählung Das Haus in der Dorotheenstraße um eine Novelle handelt, die nur einen fragmentartigen Ausschnitt aus dem Leben der Klausens beleuchtet, können wir nur mutmaßen, wie das Eheleben der Klausens bisher ausgesehen hat. Möglich ist, dass Xenia bereits oft einsam war, wann immer sie aufgrund der Versetzungen ihres Mannes an einen neuen Ort ziehen musste. Da außerdem nicht die Rede davon ist, dass Frau Klausen selbst eine Beschäftigung ausübt, fristete sie ein eventuell sozial isoliertes Leben. Eindeutig ist jedoch, dass sie spätestens als Gottfried nach London zieht, einsam ist. Jedoch bringt sie nichts dazu, ihrem Mann hinterherzuziehen, was damit zu erklären wäre, dass sie vermutlich bereits unzählige Male für ihren Gatten den Wohnort gewechselt hat
- Untreu: Unklar ist, ob Frau Klausen ihren Mann schon vor dem Umzug ihres Mannes betrügt. Klar ist jedoch, dass sie es, spätestens nachdem Gottfried weggezogen ist, tut. Der Ehebruch kann als eine Reaktion auf den Weggang ihres Mannes angesehen werden, oder aber als Zeugnis einer instabilen Persönlichkeit eingeordnet werden. Nachdem sich Herr Klausen für den Umzug nach London entscheidet, steht für Xenia außer Frage, dass sie daheim in Kohlhasenbrück bleibt. Doch anstatt ihrem Mann dies auch so kommunizieren, lässt sie ihn im Glauben, sie käme ihn besuchen und würde möglicherweise sogar mit ihm gemeinsam eine Wohnung in London beziehen