Rezeption
Bis das Drama Iphigenie auf Tauris fertiggestellt war, dauerte es einige Jahre. Goethe selbst kam zunächst nicht gut voran mit dem antiken Stoff und zweifelte an seiner Umsetzung. „Meine Iphigenie mag ich nicht gern, wie sie jetzo ist“, sagte er über seine zweite Fassung. Auf seiner zweijährigen Italienreise schrieb Goethe das Stück schließlich um und veröffentlichte nach seiner Heimkehr 1786 die heutige Fassung in Versform.
Lob der Kollegen
- Nach Kritik für seine erste Fassung lobte Karl Ludwig von Knebel Iphigenie auf Tauris als „süßes Vergnügen“
- Engster Kollege Schiller teilte Goethe 1802 mit, dass er am Manuskript für seine Inszenierung des Werks kaum etwas zu kritisieren hätte
- Goethes Freund Christoph Martin Wieland schrieb: „Iphigenie scheint bis zur Täuschung ein alt griechisches Werk zu sein“
- Kunsttheoretiker Karl Wilhelm Solger bewundert 1819 die Modernität von Goethes Werk
Kritik der Kollegen
- Theodor Fontane urteilte 1890: „Wer mir sagt: ‘Ich war gestern in Iphigenie, welch Hochgenuß‘, der lügt.“
- Viele Kollegen wie August Wilhelm Iffland oder Johann Jakob Bodmer waren vor allem von der ersten Fassung enttäuscht
Reaktion des Publikums
- Nach der Uraufführung war Goethe zufrieden mit den Reaktionen
- Aus dem gehobenen Bürgertum gab es zahlreiche begeisterte Stimmen
- Das zeitgenössische Publikum kritisierte den Stoff als schwer zugänglich, weil es nichts mit der eigenen Wirklichkeit zu tun hatte
- Enttäuschte Stimmen wurden laut, dass man von dem Werther-Autor anderes erwartet hätte
- Goethe musste ernüchtert feststellen, dass das Publikum nicht in der Lage ist, sein Werk „mit Empfindung zu hören und aufzunehmen“