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Formaler Aufbau

Bei Dantons Tod handelt es sich nicht um ein aristotelisches Drama. Dies beweist schon seine Gliederung in vier Akte, die wiederum aus vielen Szenen von unterschiedlicher Länge bestehen. Jeder Akt gibt einen wichtigen Schritt zum Tode Dantons wieder. Robespierre beschließt im ersten Akt die Hinrichtung Dantons, von dem ihn andere Ansichten über die Politik trennen. Danton wird am Ende des zweiten Aktes verhaftet, nachdem ihn seine Freunde ergebnislos zu einer öffentliche Verteidigung seiner selbst gedrängt haben. Im dritten Akt muss er sich vor dem Revolutionstribunal verantworten, doch steht das Volk am Ende gegen ihn. Der vierte Akt beginnt mit dem Bericht über das Todesurteil Dantons und endet mit dessen Hinrichtung.
Im relativ kurzen Handlungszeitraum (zwischen dem 24. März und dem 5. April) gibt es äußerst viele Ortswechsel, nur wenige Szenen spielen an der gleichen Stelle. Eine Besonderheit, die Büchners modernes Werk auszeichnet, ist die Menge an historischen Persönlichkeiten. Neben den bereits genannten Danton und Robespierre treten unter anderem der Publizist Camille Desmoulins, der Politiker Marie-Jean Hérault des Séchelles und der Jakobiner Louis-Antoine de Saint-Just auf. Einen Protagonisten im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Zwar ist das Drama nach Danton benannt, doch sind seine Redeanteile nicht wesentlich länger als die seiner Freunde oder Feinde. Büchner verwendet viele Charaktere, um die politische Situation zu dieser Zeit korrekt nachzustellen. Es geht also nicht nur um ein Einzelschicksal - auch wenn Dantons Tod eine besondere symbolische Bedeutung erhält -, sondern auch um den Zustand der Gesellschaft und die Politik Robespierres im Allgemeinen.
Ungewöhnlich ist ebenfalls die Anzahl von Nebencharakteren, die mit den Handlungsträgern nicht oder nur indirekt in Kontakt kommen. Diese Nebencharaktere sind zumeist Bürgerliche oder arme Leute aus dem Volk, die sich über Alltägliches unterhalten oder ihre Wut über ihre Situation in der Staats- und Finanzkrise äußern. Büchner vermittelt dem Leser somit ein umfassendes Bild vom Paris des Jahres 1794: Er zeigt sowohl die Spitze der Gesellschaft mit den Politikern als auch das Volk, das einerseits von den Politikern gelenkt wird, diese andererseits aber auch mit seiner Wut und Unsicherheit zum Handeln anregt.

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