Kapitel 19-24
Kapitel 19
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- Zeile: 2-339
- Ort: Kessin, Oberförsterei
- Zeit: Weihnachten
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Sidonie von Grasenabb, Major von Crampas, Doktor Hannemann, Alonzo Gieshübler, Oberförster Ring und dessen Töchter, Pastor Lindequist, Herr Güldenklee, Herr Borcke, Kutscher Kruse, Hofknecht, Bedienstete des Oberförsters
Inhalt
- Sidonie von Grasenabb lässt sich, nachdem sie Effi vergrault hat, anschließend über den Gastgeber und dessen angeblich fragwürdige Erziehungsmethoden aus. Ihrer Meinung nach ist besonders seine Tochte Cora ein missratenes und ungezogenes Kind
- Es werden im Anschluss an das Abendessen patriotische Volkslieder gesungen und man verspottet im Kollektiv nicht-christliche Religionen. Besonders der Baron fühlt sich im Rahmen dieses Miteinanders unwohl, da er von Patriotismus wenig hält
- Als die Feiergesellschaft gedenkt, wieder heimwärts loszuziehen, übernimmt Geert den Posten von Gieshüblers Kutscher, da dieser verletzt ist. Im Kutschwagen fährt neben Effi auch noch Sidonie mit, welche die Fahrt über ihre Tirade gegen den Oberförster fortsetzt, nicht ohne jedoch auch ihren Argwohn gegenüber der Protagonistin kundzutun
- Die Kutsche der Instettens und Herrn Gieshüblers ist nicht dazu im Stande, die Schloon, einen Fluss, welcher Treibsand mit sich führt, zu überqueren und deshalb steigt Sidonie in eine Kutsche mit größeren Rädern um
- Effi, Instetten und Gieshübler beschließen indes, über die unpassierbare Stelle zu umfahren und Major von Crampas steigt in den Kutschwagen ein, als Frau Grasenabb selbige verlässt
- Der Major nutzt die Dunkelheit und Nähe zu Effi und „überdeckt [ihre Hände] mit heißen Küssen“ (Z. 331). Daraufhin verliert Effi das Bewusstsein und als sie wieder aufwacht, „hielt der Schlitten [bereits] vor dem landrätlichen Hause.“ (Z. 338 f.)
Kapitel 20
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- Zeile: 2-334
- Ort: Kessin
- Zeit: Silvester bis Ende Januar
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Roswitha, Major von Crampas, Friedrich, Frau von Padden
Inhalt
- Bei der Ankunft Zuhause vermutet Effis Ehemann bereits, dass etwas zwischen ihm und seiner Frau passiert sei - behält seine Gedanken jedoch erst einmal für sich. Am nächsten Morgen beim Frühstück spricht Geert dann seine Befürchtungen gegenüber seiner Effi aus, die jedoch alles abstreitet und den Major als Ehrenmann darstellt, der solch ein Vergehen niemals zulassen würde
- Der Disput des Ehepaars wird dadurch unterbrochen, dass ihnen Friedrich eine Einladung ihres Freundes Gieshübler zum Silvesterball zustellt
- Auf der von Alonzo veranstalteten Feier führt Effi ein Gespräch mit Frau Padden, welcher sie von ihren Eheproblemen berichtet und die ihr den Rat gibt, ihre Beziehung nicht aufzugeben, sondern um sie zu kämpfen
- Der Major unterbricht die Plauderei der beiden Damen und auch wenn Ritterschaftsrätin zugibt, er sei ein „schöner Mann“ (Z. 155), merkt sie dennoch an, er sei „ein bißchen zu sicher“ (Z. 155 f.)
- Anfang Januar kommt es zu einem Schiffsunglück an der Küste von Kessin und Effis Alltagsmonotonie wird durch den Vorfall durchbrochen
- Instetten berichtet, dass das Kriegsministerium mit dem Gedanken spielt, zwei Husaren in Kessin zu stationieren, worauf Effi an ihre Heimat Hohen-Cremmen erinnert wird, da dort ebenfalls Husaren lebten. Nach kurzer Überlegung wird jedoch die Idee, Kessin als Stationierungsgebiet einzusetzen, wieder verworfen
- Effis Gesundheit leidet und zudem vermisst sie ihr elterliches Zuhause. Der Arzt empfiehlt ihr einen Spaziergang an der frischen Luft, welchen sie mit Major von Crampas macht. Mittlerweile führen Effi und der Major eine heimliche Affäre miteinander
- In Stettin versucht Crampas immer noch die Husaren nach Kessin zu verlegen und befindet sich deshalb nicht in Kessin. Kurz danach verlässt auch Instetten die Stadt, um geschäftlich nach Berlin zu fahren
Kapitel 21
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- Zeile: 2-355
- Ort: Kessin
- Zeit: Unbestimmter Zeitraum von mehreren Tagen
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Major von Crampas, Roswitha, Frau Kruse, Kutscher Kruse
Inhalt
- Als Crampas aus Stettin wieder heimkehrt, teilt er den Dorfbewohnern mit, dass nun endgültig die Entscheidung darüber feststeht, die Husaren nicht nach Kessin zu versetzen. Ferner kursieren Gerüchte über Instetten, der sich immer noch in Berlin befindet. Man erzählt sich, der Baron „würde als Führer einer Gesandtschaft nach Marokko gehn“ (Z. 19 f.)
- Roswitha, die zwar mit dem Kutscher Kruse kokettiert, jedoch auch den liebslosen Umgang mit seiner Frau bemängelt, erzählt Effi von ihrer einstigen Schwangerschaft. Damals hat man ihr das Neugeborene weggenommen und ihre Eltern reagierten ablehnend. Heute ist sie sich nicht einmal sicher, ob das Kind noch lebt
- Instetten kommt etwas verspätet aus Berlin zurück und teilt seiner jungen Frau mit, dass sie nach Berlin ziehen werden, da er geschäftlich „täglich ins Ministerium gehen“ (Z. 295) „und [...] dem Minister Vortrag halten und mit ihm reisen“ (Z. 296 f.) wird
- Effi ist froh über den bevorstehenden Ortswechsel und ihr Unwohlsein der letzten Wochen weicht dem Gefühl, „glücklich befreit“ (Z. 354) zu sein
Kapitel 22
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- Zeile: 2-252
- Ort: Kessin
- Zeit: Unbestimmter Zeitraum weniger Tage im Februar
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Roswitha, Annie, Major von Crampas, Friedrich, Alonzo Gieshübler, Bediensteter Alonzo Gieshüblers, Johanna, Golchowski
Inhalt
- Die Protagonistin ist so guten Mutes, dass sie fast ihre „frühere Unbefangenheit“ (Z. 6) wieder zurückerlangt. Am Frühstückstisch bespricht das Ehepaar Instetten am nächsten Morgen die anstehenden organisatorischen Fragen bezüglich ihres Umzugs nach Berlin und der Baron fordert Effi dazu auf, die Wohnungssuche zu übernehmen
- Die junge Frau Baronin ist begeistert von der Aussicht, schon bald Kessin verlassen zu können. Kurz darauf trifft ein Brief ihrer Mutter ein, in welchem diese ihr ihre Glückwünsche zur Versetzung des Barons mitteilt und sie außerdem fragt, ob sie nach Berlin kommen möge, um ihr bei ihrer Kur Gesellschaft zu leisten. Effi entscheidet sich am kommenden „Freitag mittag mit dem Schiff“ (Z. 101) zusammen mit Annie und Roswitha nach Berlin zu reisen
- Von ihrem engsten Vertrauten, dem Apotheker Gieshübler, verabschiedet sich die junge Briest persönlich und an Major von Crampas schreibt sie einen Brief, in welchem sie die Schuld für die Beziehung auf sich nimmt
- Am Tag ihrer Abreise sieht Effi den Major ein letztes Mal, er steht in vorderster Reihe inmitten der Menschenmenge, die Effi Lebewohl sagt. Instetten begleitet seine Frau noch bis zur Zugstation, bevor er sie für die Wohnungsbesichtigungen nach Berlin fahren lässt
Kapitel 23
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- Zeile: 2-352
- Ort: Berlin
- Zeit: Drei Wochen
- Personen: Effi Briest, Roswitha, Annie, die Mutter, Dagobert Briest, Geheimrat Rummschüttel
Inhalt
- Angekommen in Berlin, werden Effi, ihr Kindermädchen und Annie gleich auf demselben Korridor in der Schadowstraße einquartiert wie ihre Mutter. Auch der Vetter Briest ist anwesend und „die Freude des Wiedersehens war groß“ (Z. 4)
- Am nächsten Morgen besichtigt Effi zusammen mit Luise Briest eine Wohnung in der Keithstraße im Raum Tiergarten. „So sehr ihr die Wohnung“ (Z. 136) gefällt, muss die Protagonistin zugeben, dass es sich bei dem „Neubau“ (Z. 133), welcher „feucht und noch unfertig“ (Z. 133) ist, nicht um die ideale Immobilie handelt
- Mutter und Tochter sehen sich noch weitere potenzielle Häuser an, letzten Endes entscheidet sich Effi allerdings doch für das Objekt in der Keithstraße, denn einen würdigen Konkurrenten findet sie nicht
- Da „beinah schon vierzehn Tage vergangen“ (Z. 160) sind und sich Effi immer noch in Berlin befindet, drängt der Baron langsam aber sicher zu ihrer Rückkehr nach Kessin. Die junge Frau jedoch beabsichtigt keineswegs, in die dunkle Kleinstadt zurückzufahren und gibt vor, krank zu sein, um in Berlin bleiben zu können
- Da ein Spezialist schnell bemerken würde, dass es sich bei Effis „Krankheit“ nicht um eine wahre Erkrankung handelt, ruft man den Geheimrat Rummschüttel, welcher ihr eine harmlose Arznei sowie Bettruhe verschreibt. Rummschüttel erkennt, dass es andere Gründe für Effis Symptome geben muss, lässt sich jedoch vor seiner Patientin nichts anmerken
- Kurz vor Instettens geplanter Ankunft in Berlin fühlt sich die junge Briest wieder gesund, schlägt ihrem Mann jedoch vor, direkt in Berlin zu bleiben, da er so oder so bereits in wenigen Tagen bei ihr sei. Der Baron ist „einverstanden mit allem“ (Z. 340) Effi kann es kaum erwarten, „ein neues Leben“ (Z. 352) zu beginnen
Kapitel 24
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- Zeile: 2-545
- Ort: Berlin, Saßnitz auf Rügen, Kopenhagen, Jütland und Viborg in Dänemark, Flensburg, Hamburg, Kiel, Hohen-Cremmen
- Zeit: April bis Anfang Oktober
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, die Mutter, der Vater, Johanna, Annie, Roswitha, Dagobert Briest, der Wirt, der Reiseleiter
Inhalt
- Wenig später, nachdem Effi bereits in die Wohnung in der Keithstraße eingezogen ist, erreicht auch ihr Gatte Instetten Berlin, wo ihn bereits ein Begrüßungkommitee der Familie Briest freudig erwartet
- Der Baron ist „entzückt“ (Z. 78) von ihrem neuen Zuhause und wird im Ministerium herzlich aufgenommen (Z. 94 f.). Das Ehepaar Instetten verbringt nun mehr und intensiver Zeit miteinander. Der Ehemann ist „glücklicher als vordem in Kessin“ (Z. 120 f), ebenso wie Effi, die plötzlich „unbefangener und heiterer“ (Z. 121 f.) gestimmt ist
- Johanna zieht mit nach Berlin um und wird Annies Kindermädchen, während Roswitha die Leitung des „Küchendepartements“ (Z. 117) übernimmt
- Mitte August fahren Effi und Geert auf Rügen in den Urlaub. Die Idylle wird dort jedoch jäh zerstört, als Effi auf einen Ort namens Crampas stößt. Kurzerhand überzeugt sie den Baron davon, ihre Ferien in Dänemark fortzusetzen
- Zurück in Deutschland verbringt Effi noch eine Woche bei ihren Eltern in Hohen-Cremmen, mit dem Plan, am 3. Oktober, ihrem Hochzeitstag, wieder zurück zu Geert nach Berlin zu fahren
- Bei einem Gespräch über ihre Tochter stellen Frau und Herr Briest fest, dass Effi zwar wieder glücklicher als zuvor wirkt, jedoch auch den Anschein vermittelt, ein Geheimnis zu hüten
- Die Protagonistin quält indes das schlechte Gewissen aufgrund der verheimlichten Affäre mit Crampas und die Angst davor, die Beziehung zu Crampas würde doch noch herauskommen