Achtes Kapitel
Im achten Kapitel versucht der Erzähler, einen Transit zu bekommen und sich von Marie fernzuhalten. Sie aber trifft ihn am Ende doch durch Zufall wieder und bittet ihn um Hilfe.
Erster Abschnitt
Infos
- Seite: 212 - 219
- Zeit: 8. Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Die Anhörung auf dem amerikanischen Konsulat stand an und der Erzähler war fest entschlossen, sich einen Transit zu sichern
- Während es den anderen Wartenden ernst war und diese die bestmögliche Taktik überlegten, war es für ihn nur eine Art Spiel
- Er fragte sich auch, warum das Konsulat so eine strenge Auswahl traf, da es einem Volk doch nicht schaden würde, gerettete Seelen aufzunehmen
- Erst sah er den glatzköpfigen Mann ohne Visum herauskommen, dann traf er seine Zimmernachbarin, die für die beiden Hunde noch eine Bescheinigung besorgen musste
- Um 10.15 Uhr war der Erzähler an der Reihe, musste aber doch noch warten, weil vor ihm eine Großfamilie entscheiden musste, ob sie ohne die alte Großmutter auswandern würden
- Nachdem ein weiterer Mann ohne Visum herauskam, fürchtete der Erzähler, dass sein Schwindel auffliegen würde; Paul aber hatte Weidel doch noch einen Leumund ausgestellt und er bekam sein Visum
- Der Erzähler bewunderte den würdevoll ausgeführten Akt der Visa-Übergabe und ging unter den neidischen Blicken der Wartenden aus dem Konsulat
Zweiter Abschnitt
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- Seite: 219 - 223
- Zeit: 8. Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Der Erzähler lief ins Café, wo der kahlköpfige Mann ihn eingeladen hatte, setzte sich aber doch in eine andere Ecke
- Er sah Marie hereinkommen, erinnerte sich, dass sie ihm an eben diesem Platz von ihrer Suche nach Weidel erzählt hatte
- Er versteckte sich vor ihr und stellte fest, wie leicht das war und wie flüchtig sie suchte, freute sich aber auch, dass Marie offenbar nicht den Arzt brauchte, sondern ihn
- Der Erzähler war sich sicher, dass sie insgeheim mehr von ihm wollte als nur seine Hilfe, fürchtete aber, wie lange das Spiel noch so gehen sollte
- Marie ging wieder hinaus und der kahlköpfige Mittransitär stand plötzlich vor dem Erzähler, sodass er nichts mehr sehen konnte von Marie; er hatte das Gefühl, sie sei für immer weg
- Der Mann erzählte ihm, dass er ein Visum habe, es aber nicht nutzen könne, weil er erst eine neue Staatsbürgerschaft nachweisen müsse, nachdem sein Heimatdorf zu einer Gemeinde umgebürgert wurde
- Er unterhielt sich mit ihm darüber, dass er inzwischen aber gar nicht mehr abfahren wolle, weil er die Furcht verloren hat
- Als der Erzähler anmerkte, dass man aber auch nicht in Frieden bleiben könne, erklärte der Mann, dass er zurück in seine Heimat wolle, da der Krieg einem auch in fremde Länder folgen würde
Dritter Abschnitt
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- Seite: 224 - 226
- Zeit: Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Trotz der Rede des kahlköpfigen Mannes stellte sich der Erzähler beim spanischen Konsulat an
- Als er stundenlang wartete, dachte er darüber nach, dass er vielleicht tatsächlich schon in der Hölle war, wie der Mann gemeint hatte
- Der Konsulatskanzler wollte ihm schließlich keinen Transit gewähren, da Weidel Spanien mit seinem Text verärgert hatte
- Der Erzähler stellte fest, wie der Kanzler seine Macht genoss und zog daher mit einem freudigen Lächeln ab; er war froh, dass Weidel offenbar immerhin auch nach seinem Tod unvergessen war
Vierter Abschnitt
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- Seite: 226 - 234
- Zeit: Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Der Erzähler ging etwas trinken und grübelte darüber nach, dass der verweigerte Spanien-Transit ihn mit dem Arzt verband
- Er stellte fest, dass der Arzt sich wegen Maries Abfahrtswunsch wohl als Sieger fühlte, damit aber schon einmal falsch lag, weil sie ja nach der Flucht im Auto doch nicht mit dem Arzt weiter fliehen wollte und dann ihn kennengelernt hatte
- Der Erzähler versuchte außerdem, die Hinterlassenschaften von Weidel in seinem Kopf zu sortieren; dass er Geld in Portugal hatte, aber er das Reisegeld brauchte und Martinique eine Möglichkeit wäre
- Er wurde von seinem Zimmernachbarn unterbrochen, der ihm erzählte, dass er immer noch auf ein zufälliges Treffen mit Nadine hoffe
- Gerade als der Legionär ihm von seiner Geschichte berichtete, kam Marie mit einem neuen Mantel herein und setzte sich ohne zu suchen an einen Platz; er war froh, dass sie noch lebte
- Der Legionär erkannte, dass der Erzähler abgelenkt war, dieser aber erklärte, es sei alles gut und er solle weiter erzählen
- Während der Nachbar erzählte, dachte der Erzähler darüber nach, wie er auf dasselbe Schiff wie Marie kommen könnte und bewunderte, wie sie endlich still beschlossen hatte, ihre Suche aufzugeben
- Er unterbrach den Mann nicht, da dieser mit der Erzählung über seine Reise als Legionär und die überraschende Ordensverleihung endlich mit seiner Vergangenheit abzuschließen schien
- Beim Gehen liefen die Männer an Maries Tisch vorbei, doch sie bemerkte ihn nicht
Fünfter Abschnitt
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- Seite: 234 - 235
- Zeit: Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Frühmorgens wurde der Erzähler von der Wirtin gerufen, die mit einem Geheimpolizisten schadenfroh auf ihn wartete
- Dass er Visum, Transit und Abfahrtsplanung vorlegen konnte, enttäuschte beide sehr
- Der Erzähler wurde verwarnt, dass er schnellstmöglich abfahren solle
- Sein Zimmernachbar kam herbei und berichtete von Gerüchten um ein Schiff, das nach Brasilien abfahren solle
Sechster Abschnitt
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- Seite: 235 - 236
- Zeit: Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Zusammen mit dem Legionär ging der Erzähler auf das brasilianische Konsulat
- Gemeinsam mit einer Horde Transitäre wartete er stundenlang auf einen Mitarbeiter im leeren Konsulat und stellte fest, dass er eigentlich nicht nach Brasilien will, das Schiff aber Hoffnung verspricht
- Als endlich ein Mitarbeiter kam, zog der Legionär dessen Aufmerksamkeit auf sich und schaffte es, ihm seinen Antrag zu überreiche. Der Erzähler und alle anderen wurden abgewimmelt
Siebter Abschnitt
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- Seite: 237 - 238
- Zeit: Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Der Ich-Erzähler lief durch die Stadt und wurde vom Arzt aufgehalten
- Dieser war überrascht, ihn zu sehen; er hatte gedacht, der Erzähler sei schon abgereist, da Marie ihn seit Wochen nicht finden konnte und er nicht mehr bei Binnets war
- Der Erzähler bekam ein schlechtes Gewissen, weil er vor lauter Abfahrtskrankheit seine echten Freunde vernachlässigt hatte
- Der Arzt erzählte von ihren Plänen, mit einem Dampfer nach Martinique zu fahren; Marie würde jeden Moment ihr Visum und danach ihren Transit bekommen
- Der Erzähler schüttelte über die fehlenden Papiere den Kopf, doch der Arzt ließ sich nicht irritieren
- Der Arzt erklärte ihm, dass Marie ihn als treuen Freund unbedingt noch einmal sehen wolle
- Der Erzähler wimmelte ihn ab, dass er die vorletzten und letzten Wiedersehen nicht leiden könne und Marie nicht nochmal treffen wolle
- Zurück im Hotel passte die Wirtin ihn ab und drohte ihm, dass er eine Vorbuchung nachweisen solle und sein Zimmer auf den 15. vermietet sei
Achter Abschnitt
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- Seite: 239 - 246
- Zeit: Januar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Am Schalter der Transports Maritimes buchte er sich einen Platz auf dem übernächsten Schiff
- Es bereitete dem Erzähler Sorge, dass er für das Ticket erst sein Reisegeld und die Kaution vorweisen muss
- Er überlegte, den Korsen um Hilfe zu bitten, um an Weidels Schatz in Portugal heranzukommen
- In dem Moment berührte Marie seine Hand und fragte ihn erstaunt, ob er auch abfahren wolle und dass es schön wäre, auf ihrer Reise nicht allein zu sein, da er immer Rat wusste
- Als der Erzähler beim Wort „allein“ nachfragte, fühlte sich Marie ertappt und erwähnte den Arzt doch noch
- Sie zog ihn mit sich in ein Café, weil sie seinen Rat brauchte
- Der Erzähler sinnierte über die Unvermeidbarkeit von sinnlosen Wiedersehen mit den anderen Transitären und hörte deshalb auf, sich gegen Marie zu sperren
- Marie klagte, dass sie ihr Visum habe, aber ihren Transit erst am 12. bekommen solle, was für das Schiff am 8. zu spät sei
- Außerdem berichtete sie schockiert, dass ihr Mann vor Kurzem noch beim Konsulat gewesen sein soll und daher offenbar doch noch lebe. Sie habe gedacht, er sei tot
- Sie jammerte, dass sie sich so alt fühle, obwohl sie noch jung sei
- Marie erzählte von ihrer Flucht; davon wie sie den Arzt kennengelernt hatte; wie er zufällig plötzlich in Paris aufgetaucht war, als sie verzweifelt nach ihrem Mann gesucht hatte; jetzt bereue sie die Flucht über die Loire und das Versprechen, mit dem Arzt ans Ende der Welt zu gehen
- Der Erzähler stellte klar, dass ein Zufall nicht einfach zum Schicksal werden würde; dass sie sich nicht gewehrt hätte gegen die Beziehung mit dem Arzt und sich die Welt zurechtdrehen würde
- Als er ihren Brief an Weidel erwähnte, reagierte Marie irritiert und behauptete felsenfest, dass sie direkt nach ihrer Ankunft in Marseille mehrere Briefe geschrieben hatte, um sich zu entschuldigen
- Sie betonte, dass sie im Herzen wisse, ihr Mann würde sie suchen, wenn er noch am Leben und in Marseille wäre
- Der Erzähler wollte Marie gestehen, was wirklich passiert ist; sie aber warf ein, dass ihr Mann vielleicht einfach längst abgereist sei und sie ihm deshalb folgen wolle, egal wie schwer die Flucht werden würde
- Als der Erzähler versuchte, sie abzuhalten und einwarf, dass ihr Mann vielleicht wirklich tot sei, wollte Marie nichts davon hören; sie sagte nur, dass das Suchen ihr Hoffnung gebe
- Marie entdeckte den Arzt draußen, winkte ihn herein und lobte ihre beiden treuen Freunde
- Der Erzähler konnte kaum zusehen, wie der Arzt Maries Hand hielt; er schwor sich, den Arzt loszuwerden und bot Marie seine Hilfe an