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Rechtssystem

In der Strafkolonie wird der Reisende mit einem dort typischen Hinrichtungsverfahren vertraut gemacht. Die eigentliche Bedeutung von Schuld, Strafmaßnahme und der Rechtsauffassung im Allgemeinen erhalten in diesem Kontext eine ganz neue Macht.

Die Bedeutung eines Rechtssystems im Allgemeinen

  • Ein funktionierendes Rechtssystem schützt den Einzelnen und gewährleistet seine Freiheit.
  • Es ermöglicht ein geordnetes, möglichst konfliktfreies und gemeinschaftliches Zusammenleben.
  • Dem Bürger ist es erlaubt, Rechtsmittel einzulegen.
  • Aufteilung der Gesetzgebung auf unterschiedliche Staatsorgane: Legislative, Judikative, Exekutive
  • Die Gewaltenteilung als eines der wichtigsten Instrumente der Demokratie sorgt dafür, dass keine Machtkonzentration oder ein unkontrollierter Einsatz von Macht stattfindet.
  • Durch die drei unabhängig voneinander bestehenden Gewalten, kann eine gegenseitige Kontrolle stattfinden.

Die Rechtsordnung in der Strafkolonie

  • Strafmaßnahme in der Strafkolonie ist auf fanatische Weise die Unterziehung des Folterapparaten.
  • Trotz der Grausamkeit dieses Verfahrens besteht ihm gegenüber ein starkes Vertrauen und insbesondere der Offizier zeigt sich äußerst überzeugt.
  • Das Verfahren steht für „Ungerechtigkeit (...) und Unmenschlichkeit.“ (S. 48, Z.17)
  • Die starke ideologische Beeinflussung in der Strafkolonie steht repräsentativ für die Manipulation der Menschen hinsichtlich alter Rechtsverhältnisse und ihrer langandauernden Legitimation. (Gehirnwäsche) (S. 53, Z. 9f.) Es besteht beinahe keine freie Meinungsäußerung. Der Reisende als fremder Gast hadert ebenfalls mit seiner Meinungsäußerung. Es scheint jedoch so, als würde er sich durch die Hartnäckigkeit des Offiziers unter Druck gesetzt fühlen. (s. 55, Z. 17 ff.)
  • Das Werk zeigt jedoch auch auf, dass das Hinterfragen alter Rechtsgebungen und die Kritik an Exekutionsarten wie diesem durchaus wichtig sind. Vertreter und Anhänger des grausamen Hinrichtungsapparaten werden immer weniger, d.h. sie fallen entweder weg oder es können, so wie beim Reisenden, keine weiteren überzeugt werden.
  • Eine Trennung der drei Gewalten liegt hier nicht vor. Eine gegenseitige Kontrolle der Gewalten findet somit keinen Platz.
  • Der Offizier agiert in einer gesetzgebenden Recht sprechenden und vollziehenden Position und vertritt somit als eine Person verschiedene Rollen, die ihre Aufgaben unabhängig voneinander ausführen sollten.
  • Man darf sich nicht gegen die Rechtsfassung, also Rechtssprechung und Exekution auflehnen; Nichtduldung von Einspruch bzw. Widerspruch
  • Dem Verurteilten ist es nicht möglich, für sein begangenes Unrecht einzustehen. Er hat keine Erkenntnis über das, was er falsch gemacht hat.
  • Das Recht wird als Macht wird missbraucht: Einsatz willkürlicher, unbeschränkter und autoritärer Macht
  • Das Ziel der Strafmaßnahmen im Allgemeinen ist das Abschrecken und Abhalten vor einer möglichen Wiederholung. Der Verurteilte hat jedoch gar keine Möglichkeit, sich erneut zu beweisen oder sich sogar zu resozialisieren. Es besteht keine Intention, den Verurteilten positiv zu beeinflussen, da er am Ende der Prozedur auf jeden Fall sterben wird.
  • Es kann kein Rechtsmittel eingelegt werden.
  • Der Grundsatz, dass die Strafe der Schuld angemessen sein sollte, bleibt hier unbeachtet. Egal welche Schwere die Schuld auch hat, es wird immer die gleiche Strafe angewendet. Die Strafe besteht aus schrecklichen Schmerzen und endet unausweichlich im Tod. (S. 47, Z. 3ff.)

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