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Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Gattungsspezifika

  • Bereits der Untertitel des Werks Katz und Maus Eine Novelle verweist auf die zugehörige Gattung der Novelle.
  • Die Novelle gehört zum Genre der Epik. Genauer gesagt kann man sie der Gattung der epischen Kleinformen zuordnen.
  • Eine einsträngige, straff geführte und wenig komplexe Handlung, in deren Zentrum ein zentrales Geschehen steht, ist typisch für die Novelle.
  • Die Ausgestaltung der Handlung und Charaktere verläuft knapp, tendenziell und konzentriert. Die Handlung beinhaltet oft einen Wendepunkt. Im Werk findet der Wendepunkt statt, als Mahlke dem Leutnant seinen Kreuzordnen stiehlt.
  • Besonders charakteristisch für die Gattung der Novelle ist die sogenannte unerhörte Begebenheit. Der Begriff stammt von Johann Wolfgang von Goethe und stellt die Begebenheit in der Novelle als etwas dar, das sich ereignet hat oder zumindest ereignen könnte.
  • Außerdem ist ein offener Anfang (in medias res), der im Werk durch Auslassungspunkte (S. 5) gekennzeichnet wird, typisch für eine Novelle.

Erzählperspektive

  • In Hinsicht auf das Verhältnis zwischen Autor, Erzähler und Figur spricht man im Werk Katz und Maus von einem homodiegetischen Erzähler, der selbst Teil seiner erzählten Welt ist bzw. als Erzähler eine Geschichte erzählt, derer er selbst ein Teil ist. Pilenz fungiert im Werk somit einerseits als Erzähler, andererseits als Figur, die in das Geschehen verwickelt ist.
  • Ebenfalls ist Pilenz ein Ich-Erzähler. In einer Ich-Erzählsituation berichtet der Erzähler von eigenen Erlebnissen. Pilenz kann innere Vorgänge anderer Personen jedoch kaum wiedergeben. Sie können nur aus äußeren Vorgängen erschlossen werden.
  • Daraus folgt, dass Mahlke uns ausschließlich aus der Erzählperspektive Pilenz erzählt wird. Es handelt sich um eine sehr subjektive, aber in Bezug auf die Beschreibung anderer Figuren dennoch oberflächliche Erzählweise.
  • Außerdem sollte man festhalten, dass Pilenz nicht selbst die Hauptfigur seiner Erzählung ist, wie es sonst bei Ich-Erzählern oft der Fall ist. Er ist als Erzähler gleichzeitig eine Nebenfigur der Handlung. Die Rolle des Protagonisten erhält jedoch Mahlke.
  • Auffällig für die Ich-Erzählsituation ist ebenfalls, dass ein zeitlicher Abstand zwischen erzählendem und erlebendem Ich vorliegt. Man spricht davon, dass das erzählende Ich von dem erlebendem Ich berichtet.
  • Bezüglich der diegetischen Ebene der Geschichte lässt sich sagen, dass uns eine Rahmen- und Binnenhandlung vorliegt.
  • Im Werk findet man eine in der Diegese (frz.: Erzählung oder Ebene) eingelagerte Handlung, eine sogenannte Binnenerzählung vor. Das wird auch intradiegetisch genannt.
  • Die Binnenhandlung meint im Werk die Haupthandlung, die in eine Rahmenhandlung eingebettet ist. Unter der Rahmenhandlung können die Abschnitte zusammengefasst werden, in denen sich Pilenz auf die Gegenwart bezieht. (S. 6, 86) Die Binnenhandlung fasst hingegen die erlebten Ereignisse innerhalb der Zeit des Krieges zusammen.

Zeitliche Dimension der Handlung

  • Innerhalb der Geschichte lassen sich unterschiedliche Zeitdimensionen vorfinden: Gegenwartsbezüge (S. 106) sowie Pro- und Analepsen
  • Die Geschichte spielt in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, beginnt kurz nach Beginn des Krieges 1939 und endet im Jahr 1944, ein Jahr vor Ende des Krieges.
  • Die einzelnen Szenen stehen nicht unabhängig voneinander, sondern ergeben eine chronologische Reihenfolge.
  • Manche Szenen (z. B. das Expositionskapitel) weisen jedoch keinen Zeitbezug auf, sondern entziehen sich dem Zeitmaß und erinnern vielmehr an zeitunabhängige Anekdoten. (S. 5 f.)
  • 1. Die Ordnung des Erzählens
    • a. Analepse (Rückblende, Rückwendung): Der Erzähler greift kurz nach dem Beginn, hinter das an diesem Beginn erzählte, also greift zeitlich zurück, um die Vorgeschichte des Geschehens zeitlich zusammenzufassen. (S. 28) Sie wird auch als aufbauende und auflösende Rückwendung oder analytisches Erzählen bezeichnet.
    • b. Prolepse (Vorausdeutung): Als Beispiel dafür fungiert das erste Kapitel mit seinem Expositionscharakter. Die Exposition/ Vorgeschichte enthält alle wichtigen Voraussetzungen. Der Grundkonflikt wird dargestellt und korrespondiert dazu noch mit dem Titel des Werks. Dem Leser wird zugetragen, dass Mahlkes Vater verstorben ist und er mit seiner Schwester und Mutter zusammenlebt. Die zentralen Figuren werden vorgestellt. Die Eingangsszene mit der Katze soll also eine Art Initationserlebnis darstellen, auf das der Erzähler innerhalb der weiterführenden Geschichte immer wieder zu sprechen kommen wird.
  • 2. Die Dauer des Erzählens: Die erzählte Zeit im Werk (mehrere Jahre) ist länger als die Erzählzeit, weshalb man von einer sogenannten Zeitraffung spricht, d.h. die Dauer eines Geschehenselements in der erzählten Zeit ist deutlich länger als die Dauer seiner Darstellung in der Erzählzeit.

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