Stilmittel
Der Roman Unter der Drachenwand von Arno Geiger verfügt über eine Großzahl an unterschiedlichen Stilmitteln, welche wir nachfolgend vorstellen, exemplarisch versehen sowie analysieren werden.
Stilmittel
- Alliteration: „[...] unter dem Schnee schläft die Schwester“ (S. 27, Z. 18), „harte Haut“ (S. 71, Z. 15), „Multiplizierte Minus“ (S. 79, Z. 20)
Die betonten Satzanfänge besitzen in aufeinanderfolgenden Wörterm den gleichen Anlaut. Alliterationen treten ab zwei Wörtern auf und sind beliebig erweiterbar
- Apostrophe: „Liebe Nanni, mein Schorsche, bist du krank?“ (S. 108, Z. 15), „Nun, liebe Margot“ (S. 274, Z. 12)
Mit diesem Stilmittel ist eine feierliche Anrede an eine physisch oder mental anwesende Person gemeint. Die Apostrophe stellt ein typisches Element der wörtlichen Rede im Theater sowie auch im literarischen Kontext dar und wird gerne eingesetzt, um längeren Textpassagen wie etwa einem Monolog Lebendigkeit zu verleihen
- Antithese: „Ich war mir aber sicher, dass bei dem Vorfall das Gute das Schlechte überwog“ (S. 423, Z. 7f)
Bei der Antithese handelt es sich um die Zusammenführung zweier Gegensätze. Am vorliegenden Beispiel meint Veit etwa, dass der Mord am Onkel zwar drastisch, jedoch notwendig war, um das Leben des Brasilianers zu retten. Deshalb überwiegt in diesem Fall das Gute über das Schlechte
- Asyndeton: „Verschreckt, belämmert, misstrauisch“ (S. 67, Z. 4f)
Das Ausbleiben einer Konjunktion, wenn mindestens drei Wörter aufgezählt werden. Durch seinen nicht-linearen Charakter sticht ein Asyndeton aus einem Text hervor und kann aufgrund dessen verwendet werden, wenn man einen bestimmten Sachverhalt klarer herausstellen möchte
- Neologismus: „Verbrecherhirne“ (S. 99, Z. 17), „Spatentaschen“ (S. 99, Z. 12)
Auch Wortneuschöpfung genannt, die aus bereits existierenden Wörtern gebildet wird. Neologismen können außerdem genutzt werden, um Wörtern eine neue Bedeutung zu verleihen. Aufgrund der Wortneuschöpfung wird die Aufmerksamkeit des Lesers verstärkt auf den Begriff gelenkt und die entsprechende Thematik betont
- Oxymoron: „Mich ärgert, dass die Welt so eckig ist.“ (S. 98, Z. 21f), „[...] den Geruch von Sauberkeit“ (S. 13, Z. 25)
Der konträre Charakter eines Oxymorons ist bezeichnend für dieses Stilmittel. Gerne werden widersprüchliche Inhalte in Form eines Adjektivs und eines Substantivs miteinander kombiniert, um in ihrer Ungewöhnlichkeit eine Situation stärker zu betonen
- Repititio: „Schnee, Schnee, Schnee“ (S. 27, Z. 17f), „Langsam, unendlich langsam“ (S. 20, Z. 6)
Wiederholung mehrerer Wörter oder eines Wortes innerhalb eines Verses oder Satzes. Dieses Stilmittel wird verwendet, um eindringlicher auf das Erzählte hinzudeuten und den Eindruck des Textinhaltes zu verstärken
- Vergleich: „[...] jetzt schwammen die Betten im Saal wie kleine Segelboote auf einem See.“ (S. 12, Z. 12f)
Zwei oder mehrere Objekte oder Sachverhalte werden miteinander verglichen, wobei die verglichenen Objekte mindestens eine Gemeinsamkeit aufweisen sollten. Gerne werden für einen Vergleich die Vergleichspartikeln als oder wie verwendet, sie dienen der Gegenüberstellung. Ein Vergleich kann etwa die Poetisierung alltäglicher Begriffe bewirken. Im vorliegenden Beispiel werden die Betten im Lazarett mit Booten auf einem See verglichen, was die trostlose und einsame Atmosphäre im Krankenhauszimmer besonders eindrücklich verdeutlicht