Lerninhalte in Deutsch
Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Autor

Steckbrief
  • * 28. August 1749 in Frankfurt am Main
  • 1774: Ruhm und nationale Bekanntheit durch Die Leiden des jungen Werthers
  • 1776: Ernennung zum Geheimen Rat in Weimar
  • 1786-1788: Italienreise, künstlerische Neubesinnung
  • 1794-1805: enge Zusammenarbeit mit Schiller bis zu dessen Tod, Entwicklung der Weimarer Klassik
  • 1808: Veröffentlichung von Faust I, danach v. a. Arbeit an der Autobiographie und naturwissenschaftlichen Studien
  • † 22. März 1832 in Weimar, posthume Veröffentlichung von Faust II
Porträt eines älteren Mannes mit grauen Haaren, der ein Schriftstück in der Hand hält.
Abb. 1: Johann Wolfgang von Goethe im Alter von 80 Jahren. Portrait von Joseph Karl Stieler (1828).
Im Jahr 1765 begann der 16-jährige Goethe auf Willen seines Vaters hin sein Jurastudium in Leipzig. Das Studium gefiel ihm nicht besonders gut, er interessierte sich eher für die Poetikvorlesungen. Doch der 16-jährige genoss das Leben weit weg von seinem Elternhaus, verbrachte die Abende mit seinen studentischen Freunden und genoss das dortige Leben, das sich viel lockerer gestaltete als in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main.
Da Johann Wolfgang im Juli 1768 einen Blutsturz erlitt, kehrte er im August desselben Jahres zu seinem Elternhaus in Frankfurt zurück. Während er sich in seiner Heimatstadt von der schweren Erkrankung erholte, las er alchemistische und mystische Lektüren, die er später im Faust verarbeiten würde.
Im April des Jahres 1770 führte Goethe sein Studium fort, diesmal jedoch nicht in Leipzig, sondern in Straßburg. Seine Dissertation, die er im August des darauffolgenden Jahres bei der Universität einreichte, wurde jedoch auf Grund der “ketzerischen Inhalte“ abgelehnt. Unter anderem hatte Goethe in ihr die Frage gestellt, ob man eine Frau für den Kindsmord wirklich zum Tode verurteilen solle - diese Frage beschäftigte ihn auch noch später, weshalb sie in Form der Gretchentragödie Eingang in seinen Faust erhielt.
In seine Straßburger Zeit fällt ebenfalls die Liebe zur Pfarrerstochter Friederike Brion, die Goethe zu zahlreichen Gedichten inspirierte. In Straßburg versammelte Goethe zudem einen Kreis aus anderen künstlerisch interessierten Jugendlichen um sich, die wie er dem kalten Verstand der Aufklärung und den Konventionen ihrer Zeit radikale Emotionalität und individuelle Freiheit entgegensetzten - so entwickelte sich in Straßburg eine Hochburg des Sturm und Drang.
In der Zeit nach seinem Studienabschluss beschäftigte Goethe sich weiterhin lieber mit seiner Kunst als seinem gelernten Beruf, sodass Goethes Vater ihn schließlich 1772 zu einem Praktikum beim Reichskammergericht im Wetzlar drängte. Goethe verliebte sich hoffnungslos in Charlotte Buff, die Frau eines Kollegen, was Goethe in eine Krise stürzte und zu den Leiden des jungen Werthers inspirierte, die ihn 1774 schlagartig zu einer Berühmtheit machten. Das Buch erschien zur rechten Zeit und sprach den jungen Leuten, die ihre Liebe durch gesellschaftliche Konventionen bedroht sahen, aus der Seele. Der Erfolg beendete Goethes Krise und regte ihn zu vielen anderen Werken an.
Eine weitere unglückliche Liebe trieb ihn jedoch nach Weimar, wo er von seinem Freund, dem Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, 1776 zum Geheimen Rat ernannt wurde, also zum Berater und Minister.
Zwar entstanden im Dienst als Geheimer Rat wichtige Werke wie die Ballade Erlkönig, doch ließ die Arbeit Goethe wenig Zeit für sein literarisches Schaffen. Während Goethe es anfangs genoss, praktisch tätig zu sein und durch Reformen versuchte, die Schuldenkrise des Herzogtums zu beenden, belastete ihn seine Stellung zunehmends. Der Adel widersetzte sich den Reformversuchen, Goethes Plan, den Bergbau des Herzogtums wiederaufleben zu lassen, scheiterte. Da seine Liebe zur älteren, verheirateten und vielfachen Mutter Charlotte von Stein aussichtslos war, die er in Weimar kennengelernt hatte, reiste Goethe 1786 nach Italien ab, um sich selbst wiederzufinden - nur der Herzog und Goethes Diener wussten im voraus von seinem Plan. In Italien beschäftigte Goethe sich mit der Kunst der Antike und der Renaissance, die ihn nachhaltig prägen sollte. Er genoss die Zeit frei von allen höfischen Zwängen und kehrte erst 1788 wieder.
In Weimar nahm er nun weniger politische Pflichten wahr und widmete sich der Förderung der Weimarer Kultur. Kurz nach seiner Rückkehr verliebte er sich auch in Christiane Vulpius, mit der er 5 Kinder haben sollte, von denen nur eins das Erwachsenenalter erreichte. Jedoch heiratete er sie erst 1806. Das für das künstlerische Schaffen Goethes bedeutendste Ereignis nach der Italienreise ist jedoch der Beginn der Freundschaft mit Schiller, der ihn 1794 zur Mitarbeit an seiner Zeitschrift über Kunst und Kultur, die Horen, bat. Beide wurden enge Freunde und entwickelten eine neue Strömung, die sich dem Humanismus und der Kultur der Antike verbunden fühlte: die Weimarer Klassik. Goethe veröffentlichte den Bildungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre um 1795 und arbeitete am ersten Teil des Faust, den er jedoch erst nach Schillers Tod 1805 in seiner finalen Form publizierte.
Schillers Tod bedeutete für Goethe nicht nur das Ende einer innigen Zusammenarbeit, sondern auch der Verlust seines wichtigsten Freundes, sodass seine künstlerische Tätigkeit zuerst abnahm. Dennoch veröffentlichte Goethe 1808 die Tragödie Faust I, die eine dreifache Einleitung enthielt, die sich bereits auf Faust II bezog. Goethe hatte also schon 1808 den zweiten Teil der Tragödie im Kopf. Zwischen 1809 und 1813 veröffentlichte der zur Legende gewordene Goethe Teile seiner Autobiographie Dichtung und Wahrheit, er widmete sich nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1816 zudem seinen Forschungen über die Naturwissenschaft. Erst nach einer schweren Krankheit im Jahr 1823 nahm Goethe wieder ein literarisches Großprojekt in Angriff: Im Bewusstsein dessen, dass ihm nicht mehr allzu viele Jahre bleiben würden, vollendete er seinen Faust II, der jedoch erst einige Monate nach seinem Tod an einem Herzinfarkt im Jahre 1832 veröffentlicht werden sollte.
Bildnachweise [nach oben]
[1]
Public Domain.

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?