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Inhaltsverzeichnis

4. Aufzug

Der vierte Aufzug spielt im Palast zu Westminster zunächst in einem Vorzimmer, dann im Zimmer der Königin von England.

Erster Auftritt

Staatssekretär Kent und Graf Leicester treffen im Vorzimmer auf den französischen Grafen Aubespine, der sich schockiert über den Mordanschlag auf Königin Elisabeth zeigt und sich nach deren Wohlergehen erkundigt. Die beiden Männer sind sich sicher, dass der Täter kein britischer Untertan war, sondern ein Franzose.

Zweiter Auftritt

Burleigh betritt das Vorzimmer mit Staatssekretär Davison und erteilt ihm den Auftrag, den Befehl zur Hinrichtung schnellstmöglich auszufertigen. Als dieser den Raum geschäftig verlassen hat, eilt Aubespine auf Burleigh zu und erklärt, auch er sei froh, dass der Mordanschlag missglückte. Der Königin selbst aber darf er die Glückwünsche seines Königs nicht mehr übermitteln, denn Burleigh verweist den überraschten Grafen des Landes. Ein Pass, den er ausgestellt hatte, wurde beim Täter gefunden. Der Franzose ist empört über den Vorwurf, er sei ein Mitwisser gewesen. Die Brautwerbung ist damit von beiden Seiten aus beendet. Graf Aubespine kündigt gar blutige Rache an, bevor er sich von Kent ans Meer bringen lässt.

Dritter Auftritt

Leicester und Burleigh bleiben alleine zurück und geraten in ein Wortgefecht über Burleighs gescheiterten Versuch, Elisabeth mit dem französischen König zu vermählen, der nun zur Gefahr für ganz England wird. Burleigh aber wechselt das Thema und wirft Leicester vor, die Königin hinter seinem Rücken in den Park zu Maria Stuart geführt zu haben. Er hat durchschaut, dass Leicester ein böses Spiel mit Elisabeth treibt und heimlich Maria Stuart helfen will. Leicester gibt sich empört und fordert, das Thema vor der Königin höchstselbst zu klären. Burleigh aber zeigt keine Angst davor und geht siegessicher davon.

Vierter Auftritt

Leicester fühlt sich ertappt und fürchtet die grausame Rache, die Königin Elisabeth ihm nach seiner Tat entgegenbringen könnte: „Nicht Rettung seh ich, nirgends!“ (S. 96, Z. 2758) Plötzlich kommt Mortimer ängstlich und unruhig auf ihn zu, um ihn zu warnen. Es sei aufgeflogen, dass bei Graf Aubespine eine heimliche Versammlung abgehalten wurde, bei der auch der Mörder zugegen war. Leicester will von Mortimers blutigen Taten nichts wissen, schickt ihn zornig weg. Mortimer aber erklärt: „Euch zu warnen komm ich, auch eure Schritte sind verraten.“ (S. 97, Z. 2774-2775) Burleigh hat nach dem Mordversuch auf Schloss Fotheringhay einen Brief von Maria Stuart an Leicester gefunden, in dem sie ihn auffordert, sie zu retten, und ihm dafür ihre Hand verspricht. Leicester läuft nach dieser Offenbarung verzweifelt im Zimmer auf und ab, während Mortimer ihm rät, sich bei Elisabeth mit Entschuldigungen sein Ansehen zurückzuerkämpfen. Er selbst wolle unterdessen in Schottland neue Verbündete suchen, um Maria Stuart zu befreien. Doch dazu soll es nicht kommen: Leicester besinnt sich, ruft Wachen herbei und befiehlt ihnen, Mortimer als Staatsverräter festzunehmen. Dann verschwindet er, um der Königin die Botschaft zu überbringen. Mortimer blickt ihm mit Verachtung hinterher, zeigt sich aber wenig überrascht: „Ich verdiene das, wer hieß mich auch dem Elenden zu vertrauen?“ (S. 98, Z. 2798-2799) Ohne Leicester zu verraten, ergreift Mortimer einen Dolch, beschimpft Elisabeth als Bastardkönigin und ersticht sich selbst.

Fünfter Auftritt

Burleigh hat Königin Elisabeth in deren Zimmer den Brief überreicht. Diese ist fassungslos, wie sie sich so täuschen lassen konnte - ausgerechnet von Leicester, den sie so in ihr Herz geschlossen hatte. Burleigh nutzt die Gunst der Stunde, sich selbst als besten, treuesten Diener anzupreisen. Elisabeth will daher seinem Rat folgen. Maria Stuart soll hingerichtet werden, Leicester soll zusehen und selbst getötet werden: „Er sei ein Denkmal meiner Strenge, wie er ein Beispiel meiner Schwäche war.“ (S. 100, Z. 2851-2852) Als ein Page eintritt und Leicester ankündigt, weist Elisabeth ihn strikt ab. Doch sofort kommen ihr Zweifel, ob nicht auch der Brief nur ein Fallstrick von Maria Stuart war, um sie von ihrem liebsten Freund zu entzweien.

Sechster Auftritt

Noch bevor Burleigh die Königin von diesem Gedanken abbringen kann, reißt Leicester die Tür auf und tritt mit gebieterischem Wesen ein. Nur von der Königin selbst würde er sich abweisen lassen. Diese schickt ihn weg, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Leicester aber fordert, dass sie ihn anhört, wie sie zuvor Burleigh anhörte. Obwohl Elisabeth versucht, jeglichen Rechtfertigungsversuch zu unterbinden, gibt Leicester nicht auf. Er schafft es, ihr einzureden, dass er Maria Stuart ihretwegen Freundschaft vorgespielt habe, um sie auszuspionieren. Um Burleighs Einwände und Zweifel abzuwehren, macht Leicester diesen schlecht. Er erklärt, dass Maria Stuart trotz dessen Einsatz noch am selben Tag befreit worden wäre, hätte er es mit Mortimers Verhaftung nicht verhindert. Ein Offizier bestätigt Elisabeth und Burleigh, dass Mortimer sich nach der Gefangennahme selbst umbrachte. Auf Burleighs Drängen hin, übernimmt Leicester sogar den Richterspruch zur Vollstreckung Maria Stuarts Urteil. Burleigh verlässt den Raum, um alles in die Wege zu leiten.

Siebenter Auftritt

Graf von Kent tritt in das Zimmer, um der Königin von den Unruhen im Volk zu berichten. Aus Angst um ihre Königin fordern sie, dass diese das Urteil noch an diesem Tag unterschreibt.

Achter Auftritt

Burleigh und Davison kommen mit dem Urteil in den Raum. Königin Elisabeth kämpft mit sich selbst. Sie befürchtet, dass sie für die Hinrichtung der Stuart kritisiert werden wird.

Neunter Auftritt

Graf Shrewsbury eilt ins Zimmer und will Elisabeth davon abhalten, das Urteil zu unterschreiben. Sie solle sich nicht vom Volk zwingen lassen, sondern sich Zeit nehmen, über diese folgenschwere Entscheidung nachzudenken. Die Unruhen vor dem Palast aber werden immer schlimmer und auch Burleigh bedrängt Elisabeth, indem er vor neuen Mordversuchen warnt. Shrewsbury aber bleibt bei seiner Meinung: Nicht die lebendige Stuart, sondern die tote sei die größte Gefahr für Elisabeth. Königin Elisabeth ist verzweifelt und des Herrschens überdrüssig. Sie beklagt, dass der Mord an ihr fehlschlug, weil sie sonst für immer frei von Schuld hätte bleiben können. Elisabeth will sogar dem Volk die Wahl zwischen ihr und Maria Stuart lassen. Burleigh ermahnt sie daher: Wenn sie ihr Volk liebe, müsse sie jetzt das Urteil unterschreiben. Die Königin will daraufhin vor Gott um Rat bitten.

Zehnter Auftritt

Elisabeth bleibt allein im Zimmer zurück und klagt über die Last der Krone. Sie ist es leid, allen gefallen zu müssen, von allen Seiten bedroht zu werden und in Furcht vor Maria Stuart zu leben. Sie unterschreibt rasch das Urteil und tritt erschrocken vom Tisch zurück.

Elfter Auftritt

Elisabeth übergibt Davison das unterzeichnete Urteil mit den Worten: „Ein Blatt Papier entscheidet noch nicht, ein Name tötet nicht“. (S. 115, Z. 3267-3268) Er solle weise entscheiden, wie er mit dem Schreiben umgehen will. Dieser erschrickt und fleht um eine klare Ansage, doch die Königin verlässt erbost den Raum.

Zwölfter Auftritt

Burleigh tritt zu dem verzweifelten Davison ins Zimmer und bedrängt diesen, ihm das Urteil zu übergeben. Als dieser sich weigert, weil er noch keine genaue Anweisung erhalten hat, entreißt Burleigh ihm die Papiere und eilt davon.

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