Fünfter Aufzug
Der fünfte Aufzug aus Nathan der Weise behandelt Nathans Enthüllung über die wahre Verbindung von Recha, dem Tempelherren und Saladin.
Erster Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, Zimmer im Palast
- Personen: Saladin und Sklaven
Inhalt
- Saladin wundert sich, weil der Derwisch immer noch nicht erschienen ist und das Geld von Nathan noch immer bei ihm herumsteht
- Ein Militärsklave kommt, um die Karawane aus Ägypten anzukündigen. Als Saladin ihn ohne Lohn wegschicken will, ist der Bote überrascht. Obwohl Saladin ihm dann zwei Beutel geben will, geht er ohne Lohn
- Ein zweiter Bote kommt, der sich drei Beutel geben lässt, diese allerdings mit einem Kollegen teilen will, der unterwegs einen Unfall hatte
- Saladin ist stolz, dass er so ehrwürdige Boten hat
Zweiter Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, Zimmer im Palast
- Personen: Saladin, Emir Mansor
Inhalt
- Mansor Emir, der die Karawane geführt hat, kommt ins Zimmer und Saladin erwartet ihn erfreut
- Der Mansor überreicht ihm einen Brief, in dem berichtet wird, dass die Karawane unterwegs kämpfen musste
- Saladin schickt den Emir gleich wieder los, um einen Teil des Geldes gut bewacht zu seinem Vater in den Libanon zu bringen
- Nachdem er die Karawane begutachtet hat, will Saladin zu Sittah gehen
Dritter Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, Palmen vor Nathans Haus
- Personen: Tempelherr
Inhalt
- Der Tempelherr geht grübelnd auf und ab; er weiß gar nicht, warum er so sauer auf Nathan ist, immerhin hat dieser einer Heirat noch nicht widersprochen
- Er kommt zu dem Fazit, dass Nathan immer Rechas Vater bleiben wird, auch wenn sie eine geborene Christin ist. Mit seiner Erziehung hat Nathan Recha zu der guten jungen Frau gemacht, die sie ist
- Er schämt sich, dass er Nathan so verdächtigt hat und ihm böse war
- Der Tempelherr sieht Nathan mit dem Klosterbruder aus dem Haus kommen und vermutet, dass der Patriarch wegen seiner unbedachten Frage von Nathans Tat weiß
Vierter Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, vor Nathans Haus
- Personen: Klosterbruder, Nathan
Inhalt
- Nathan dankt dem Klosterbruder, der ihm das Buch von Conrad von Stauffen gebracht hat
- Der Klosterbruder hofft, dass Nathan es nie bereuen wird, was er alles für Recha getan hat
- Außerdem erzählt der Klosterbruder Nathan, dass der Tempelherr dem Patriarchen von der Geschichte erzählt hat
- Nathan ist sich sicher, dass ihm durch das Buch nichts mehr passieren kann; er will damit zum Sultan gehen und fühlt sich erleichtert, weil sein großes Geheimnis gelüftet ist
Fünfter Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, vor Nathans Haus
- Personen: Nathan, Tempelherr
Inhalt
- Der Tempelherr kommt auf Nathan zu. Er will mit ihm gemeinsam zum Sultan, wo sie sich zuvor verpasst haben
- Unterwegs erkundigt sich der Tempelherr, was der Klosterbruder von Nathan wollte. Nathan erzählt, dass angeblich ein Tempelherr ihn beim Patriarchen angeschwärzt hat
- Der Tempelherr gesteht, dass er nach Dajas Enthüllung zu aufgebracht war und unbedacht zum Patriarchen ging. Er beteuert aber, Nathans Namen nicht genannt zu haben und entschuldigt sich
- Um zu verhindern, dass der Patriarch Recha ins Kloster holt, will der Tempelherr sie heiraten. Rechas Religion ist ihm dabei egal und Nathan müsste ihr nicht sagen, dass sie nur seine Pflegetochter ist
- Nathan enthüllt, dass er Rechas Herkunft herausgefunden hat und es einen Bruder gibt, zu dem er sie schicken könnte
- Der Tempelherr ist außer sich, er will sofort zu Recha, um sie zu bitten, nicht weiter nach ihrer Herkunft zu forschen und stattdessen ihn zu heiraten
- Nathan hält ihn auf und teilt ihm mit, dass Recha bei Sittah ist und er dort ihren Bruder sehen kann
Sechster Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, in Sittahs Harem
- Personen: Sittah, Recha
Inhalt
- Sittah ist erfreut, Recha zu sehen und versucht ihr die Scheu zu nehmen. Recha solle sie Schwester nennen
- Recha hat das Gefühl, Sittah macht sich über ihr Aussehen und ihre Bildung lustig
- Recha erzählt, dass sie all ihr Wissen von Nathan hat und lobt ihn als klugen Mann
- Als sie über Nathan spricht, kommen ihr plötzlich die Tränen, weil sie befürchtet, dass sie ihn verlieren wird
- Sittah ist irritiert und erfährt nach einigem Fragen, dass Daja Recha die Wahrheit über ihre Herkunft erzählt hat
- Recha ist sauer auf Daja, die sie unbedingt als Christin sehen will. Gleichzeitig aber liebt sie Daja, die für sie wie eine Mutter war
- Als Recha ausspricht, dass Nathan nicht ihr Vater ist, wirft sie sich wieder zu Boden
Siebter Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, in Sittahs Harem
- Personen: Sittah, Recha, Saladin
Inhalt
- Saladin betritt den Raum und ist schockiert, dass Nathans Tochter vor Kummer auf dem Boden kauert
- Recha weigert sich, aufzustehen, solange Saladin ihr nicht verspricht, dass sie Nathan als Vater nicht verlieren wird
- Saladin hebt Recha auf und tröstet sie. Die Sache sei noch nicht bewiesen. Außerdem erklärt er ihr, dass Vaterschaft nicht von Blutsverwandtschaft abhängt
- Saladin fragt Recha außerdem provokant, ob sie sich nicht lieber einen Mann suchen will, da Väter irgendwann sterben. Er hätte da auch schon einen jungen Mann herbestellt, der ihr sicher gefallen würde
- Recha stellt sich dumm, doch Saladin hat sie längst durchschaut
Letzter Auftritt
Infos
- Zeit: 1189-1192 (3. Kreuzzug), nach dem gebrochenen Waffelstillstand
- Ort: Jerusalem, in Sittahs Harem
- Personen: Sittah, Recha, Saladin, Nathan und der Tempelherr
Inhalt
- Nathan und der Tempelherr kommen zu den anderen in den Raum
- Saladin begrüßt beide und teilt Nathan mit, dass er sein Geld wieder holen kann und einen Wunsch bei ihm frei hat
- Nathan will von dieser Kleinigkeit nichts hören, weil er Recha weinen sieht. Er geht zu ihr und fragt, ob sie noch seine Tochter ist
- Als Recha mit Vater antwortet, ist Nathan erleichtert. Er beteuert, dass er immer ihr Vater bleiben wird und bittet sie, ihren Kummer zu vergessen, außer es wäre sonst noch etwas
- Weil Recha erklärt, dass sie ihr Herz sonst keinem geschenkt hat, ist der Tempelherr enttäuscht. Er will den Sultan aufhalten, nach der Heirat zu fragen
- Saladin lässt nicht locker und führt Recha zu dem Tempelherren. Er fordert sie auf, dem Tempelherren ihre Liebe zu offenbaren. Auch Sittah ermuntert sie dazu
- Nathan unterbricht die beiden und sagt, dass auch Rechas Bruder ein Wörtchen mitzureden hat
- Recha ist überrascht, dass sie einen Bruder hat. Der Tempelherr wiederum fragt empört, wo dieser Bruder denn nun stecke
- Nathan enthüllt daraufhin, was er im Buch des Klosterbruders herausgefunden hat: Der wahre Name des Tempelherren ist nicht Curd von Stauffen, sondern Leu von Filnek. Seine Mutter war eine von Stauffen, die mit einem Mann verheiratet war, der sich Wolf von Filnek nannte und Nathans Freund war. Aufgezogen wurde der Tempelherren in Wahrheit von seinem Onkel Curd von Stauffen
- Dann verrät Nathan, dass der Tempelherr Rechas Bruder ist. Dieser reagiert zuerst betreten, fasst sich aber nach einer Zurechtweisung Saladins und freut sich über seine Schwester. Außerdem dankt er Nathan, der ihm mehr gegeben hat als genommen
- Nathan nennt Recha ihren wahren Namen: Blanda von Filnek. Damit will er sie aber nicht, wie vom Tempelherren vermutet, verstoßen. Er bietet diesem sogar an, ihn wie einen Sohn aufzunehmen
- Saladin vermutet, dass es noch mehr zu erfahren gibt und nimmt Nathan zu Seite. Er erkundigt sich nach dem Vater der beiden. Als Nathan ihm berichtet, dass dieser am liebsten Persisch gesprochen hat, ist sich Saladin sicher: Der Unbekannte muss sein Bruder gewesen sein
- Nathan lässt Saladin in dem Buch nachschauen, wo dieser sofort Assads Handschrift erkennt
- Saladin ist erschüttert, dass er seine Nichte und seinen Neffen nicht erkannt hat und rennt freudig zu ihnen
- Sittah ist ebenfalls ergriffen und will die beiden nur zu gern in die Familie aufnehmen
- Der Tempelherr ist erstaunt, dass die Geschichten aus seiner Kindheit tatsächlich wahr sind
- Alle umarmen sich stumm und der Vorhang fällt