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Johann Kolbe

Infos zur Person

  • Johann Kolbe arbeitet bei der Polizei in Mondsee als Kommandant
  • Nachdem Veits Onkel bereits sein Leben lang als Beamter tätig war, freut er sich bereits auf seine bevorstehende Rente
  • Der Polizist lebt alleinstehend und wohnt in einer bescheidenen Unterkunft, welche weniger gemütlich als praktisch ausgelegt ist
  • Im Falle Nanni Schallers Verschwindens führt Johann Kolbe die Ermittlungen und auch im Verfahren um Robert Raimund Perttes entscheidet der Kommandant über die rechtlichen Schritte, die dem Brasilianer bevorstehen

Charakter

  • Ungesund: Trotz mehrmaliger und jahrelanger Warnungen seines Arztes, mit dem Rauchen aufzuhören, bringt es Onkel Kolbe nichts über Herz seiner Lieblingsbeschäftigung zu entsagen. Für ihn gibt es weniges, das ihm Glück beschert und zwei dieser Lebensfreuden sind Wein und Zigaretten. Sein Neffe Veit beschreibt Johanns Haut als „grau“ (S. 36, Z. 18) und außerdem quält den Onkel ein starker Husten.
  • Einsam: Nach der Trennung von seiner ehemaligen Frau lebt Johann Kolbe alleine in seinen vier Wänden. Auch wenn er selbst den Ratschlag an Veit gibt, nicht zu lange zu Hause zu bleiben, denn dort „werde man weich und mutlos“ (S. 38, Z. 30f), so befolgt er diese Empfehlung selbst nicht. Stattdessen kann Polizist Kolbe seiner Pensionierung kaum noch erwarten und lässt sowohl körperlich als auch mental gehen
  • Angepasst: Ob aufgrund seiner Anstellung als Beamter oder aus persönlicher Überzeugung ist unklar - doch Johann führt ein angepasstes Leben und hält sich in politischen Meinungsäußerungen sehr zurück. Als Leser erfährt man nicht, ob der Kommandant ein Unterstützer der Nazis oder insgeheim gegen das System ist. Doch am Ende erweist sich, dass Johann Kolbe im entscheidenden Moment, nämlich als er dem Brasilianer in seiner Position als Beamter hätte helfen können, den Befehlen des NS-Regimes folgt und nicht für den Opportunisten einsteht. Die Treue zum Führer kostet ihn das Leben, da sein Neffe Veit sich in der Verantwortung sieht, den Robert Raimund Perttes zu retten
  • Gewissenhaft: Seinen Beruf als Polizist nimmt Onkel Kolbe ernst. Den Vertrag mit dem Staat, den er bei seiner Vereidigung schwor, wird Johann niemals brechen. Doch dies hindert ihn nicht daran, trotzdem Menschlichkeit walten zu lassen. Beispielsweise lässt er dem Brasilianer über Veit eine Warnung ausrichten, dass man ihn beobachten würde aufgrund seiner opportunistischen Meinungsäußerungen. Dass Herr Kolbe Veit dies mitteilt, deutet daraufhin, dass der Onkel trotz seiner gesetzestreuen Art auch noch den Ansatz von Mitgefühl und Empathievermögen besitzt
  • Traurig: So einfach gestrickt Johann Kolbe auch auf den ersten Blick wirken mag, auch an ihm ist der Krieg nicht spurlos vorbeigegangen. So erzählt er Veit eines Tages, dass er ebenfalls von Angstzuständen heimgesucht worden war. Im 1. Weltkrieg hatte er im zarten Alter von 16 Jahren „in den friulischen Alpen“ (S. 307, Z. 20f) „nachts Feldwache“ (S. 307, Z. 24f) halten müssen und panische Angst vor den Lawinen entwickelt. Die traumatischen Jahre im 1. Weltkrieg, seine zerbrochene Ehe und der anhaltende Schrecken des Krieges strapazieren den inzwischen älteren Herren mehr, als er es zugeben würde

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