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Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

Auf einen Blick

  • Miller
    • 60 Jahre alter Musiker
    • Stolz auf seine bürgerliche Herkunft; sieht Adel und Reichtum kritisch; sehr auf die christliche Moral bedacht
    • Liebt seine Tochter über alles, übt als Pater Familias aber auch moralischen Druck auf sie aus
    • Hat liberale Züge (Luise darf ihren Gatten selbst aussuchen), aber auch konservative (der Gatte darf nur dem Bürgertum entstammen)
  • Millerin
    • Geschwätzig und arrogant, laut Regieanweisung „bäurisch“ und nicht sehr intelligent (S. 9)
    • Erzählt Wurm vom Verhältnis ihrer Tochter und löst damit die Kabale unwillentlich aus
  • Luise
    • Entspricht dem Frauenideal der Stürmer und Dränger
    • Fromm, hübsch, jung, gefühlvoll, aber stets auch pflichtbewusst und auf Moral und Sitte bedacht
    • Vertrautes, liebevolles Verhältnis zum Vater
    • Liebt Ferdinand inniglich, weiß aber, dass ihre Liebe gesellschaftlich nicht möglich ist
    • Gerät in einen Gewissenskonflikt: Ihre Liebe zu Ferdinand steht dem Willen ihres Vaters gegenüber
    • Groß und edel, opfert sich für andere auf (schreibt den falschen Brief, um ihre Eltern zu retten)
    • Glaubt daran, dass die Menschen im Jenseits nur an ihren Taten und ihrem Charakter, nicht an ihrer Geburt gemessen werden
  • Sekretär Wurm
    • Schwacher, hinterhältiger Charakter; der Bürger hat das intrigante Wesen des Hofs übernommen
    • Niederträchtig: Drängt den Präsidenten aus Eifersucht zum Zerstören des Verhältnisses von Luise und Ferdinand
    • Typ Shakespeare‘scher Bösewicht: Agiert als Berater im Hintergrund, nutzt die Schwächen seiner Mitmenschen aus
  • Ferdinand von Walter
    • Steht zwischen den Ständen: Hält nichts auf seine adelige Geburt, ist durch sein Studium von der aufklärerischen Moral beeinflusst
    • Empfindet Verachtung für seinen Vater, der wiederum die idealistische Haltung seines Sohns nicht versteht
    • Typischer Held des Sturm und Drang: Leidenschaftlich und impulsiv, auf individuelles Glück bedacht, oft nicht vernünftig
    • Ehrenkodex des Militärs, Moral ist für ihn Grundlage der Ehre
    • Durch die Entdeckung des falschen Liebesbriefs schlägt seine tiefe Liebe zu Luise in blanken Hass um, er will sie töten
    • Beruft sich beim Mord an Luise auf Gott, er meint, Gottes Gerechtigkeit zu vollstrecken
  • Präsident von Walter
    • Mächtigster und gefürchteter Mann im Herzogtum, durch den Mord an seinem Vorgänger an die Macht gekommen
    • Skrupellos und nur auf die eigene Macht bedacht, seinen Intrigen fällt letztlich sogar sein Sohn zum Opfer
    • Ihn kümmert das Schicksal der Bevölkerung und anderer Menschen im Allgemeinen nicht
    • Liebt seinen Sohn, nutzt diesen aber für die eigenen Zwecke aus; als sein Sohn ihm am Ende vergibt, fühlt er Reue
  • Hofmarschall von Kalb
    • Repräsentiert die Lächerlichkeit eines Adels, der in der Scheinwelt des Hofes lebt und keine echten Sorgen hat
    • Naiv und feige, wird zum Spielball des Präsidenten und gibt seinen Namen für den falschen Liebesbrief
  • Lady Milford
    • Dramatische Vergangenheit: Vater wurde in England hingerichtet, sie floh mit 14 als Waise mit dem kleinen Rest des familiären Vermögens nach Deutschland
    • Ließ sich auf eine Affäre mit dem Herzog ein und betrat sein Land
    • Ist unglücklich mit dem Herzog, der ein schlechter Mensch ist und sie nicht liebt, sie nutzt ihre Affäre aber aus, um den Menschen im Herzogtum zu helfen
    • Gekonnte Intrigenspinnerin; während der Präsident denkt, Ferdinand werde eine Scheinehe mit Milford eingehen, liebt Milford Ferdinand aufrichtig
    • Ambitioniert, beherrscht Lüge und Einschüchterung (Gespräch mit Luise) und ist selbstbewusst, aber hat im Grunde ein gutes Herz
    • Wird von Luise beschämt und gibt ihren Anspruch auf Ferdinand auf; sie entscheidet sich für das Gute und will aus dem Herzogtum fliehen
    • Ambivalenter, komplexer Charakter
Die Figuren in Kabale und Liebe lassen sich in zwei „Lager“ einteilen, die einander gegenüberstehen: Auf der einen Seite stehen die Adeligen, auf der anderen die Bürgerlichen. Damit wird uns eine vordergründig intakte Ständegesellschaft gezeigt, in der die Stände scharf voneinander getrennt sind und jeweils andere Lebensstile und moralische Ansichten pflegen. Dabei wird die moralische Überlegenheit dem Bürgertum zugesprochen, während Intrigen, Verlogenheit und Verbrechertum dem (adeligen) Hofe zugesprochen werden. Die Liebe zwischen Luise und Ferdinand schafft jedoch einen Berührpunkt zwischen den Ständen und bedroht damit die Ständegesellschaft - folglich ist diese Beziehung weder von Miller noch vom Präsidenten gewollt. Neben der klaren Trennung zwischen Bürgertum und Adel gibt es aber auch Figuren, die Merkmale beider Stände aufweisen. Ferdinand zum Beispiel hält nichts von der Ständegesellschaft und hat bürgerliche Moralvorstellungen, auch Lady Milford erkennt die Überlegenheit bürgerlicher Moral und handelt schließlich nach ihr; Sekretär Wurm aber ist ein Intrigant und Heuchler, wie er im Buche steht und ist beruflich mit dem Hof verbunden. Kabale und Liebe zeigt damit nicht nur die Festigkeit der Ständegesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts, sondern bereits Prozesse, die zu ihrer Auflösung führten: Bürgerliches Selbstbewusstsein und die Übernahme wichtiger Posten durch Bürger, obwohl diese Stellen traditionell dem Adel zugesprochen waren.

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