Das Gebirge
Das Gebirge spielt in Georg Büchners eine besondere Rolle. Dort hält sich Lenz insgesamt vier Mal auf und jedes Mal verschlechtert sich sein geistiger Zustand.
- Lenz hält sich bereits zu Beginn der Erzählung im Gebirge auf.
- Auf dem Weg nach Waldbach zu Pfarrer Oberlin überfallen mehrere Wahnsinnsschübe Lenz - für ihn fühlt es sich an als ob die Natur gegen ihn ankämpfe.
- Am Gipfel angelangt, überkommt ihn eine gewisse Ruhe, es scheint als ob der Blick über das Umland parallel zu dem Blick über Lenz Gefühlswelt verlaufe.
- Plötzlich überfällt ihn ein starkes Einsamkeitsgefühl, er fürchtet sich vor sich selbst und stürmt den Berg panisch ab, wird erst wieder ruhig als er die Lichter eines Dorfes sieht.
- Szene zeigt Lenz Krankheit (Schizophrenie) und seinen extrem labilen Zustand
- Zweite Gebirgsreise
- Lenz begleitet Oberlin und Kaufmann auf deren Reise in die Schweiz.
- Lenz trennt sich von den beiden auf einem Gipfel und wandert ziellos umher.
- Er scheint mit der Natur zu verschmelzen und befindet sich in einem Zustand innerer Ruhe.
- Als die Dunkelheit einbricht, erreicht er eine Hütte, die von einem kranken Mädchen, einer äteren Frau und einem vermeintlich Heiligen bewohnt werden.
- Für Lenz ist diese Situation äußerst befremdlich, er fühlt sich unwohl, da die Frau und das Mädchen Kirchenlieder singen und der Heilige betet.
- Er verbringt die Nacht bei ihnen, kann aber nicht schlafen, sein Unwohlsein wächst und er fühlt sich einsam.
- Für Lenz gleicht das Ungewohnte einem Absturz in den Wahnsinn.
- Oberlin ist eine Art Stütze für Lenz, sobald er weg ist, verfällt Lenz mehr und mehr dem Wahn.
- Lenz versucht, die Abwesenheit Oberlins mit einem Gespräch mit dessen Frau auszugleichen, aber sie hat nicht die selbe Wirkung auf ihn.
- Drittes Aufsuchen des Gipfels
- Nach dem gescheiterten Erweckungsversuch eines toten Kindes flüchtet Lenz wieder auf einen Berggipfel.
- Dort schwört er Gott ab, lacht schallend
- Atheismus führt zu innerer Ruhe.
- Glaube als Stütze, durch deren Fehlen findet Lenz Krankheit noch mehr Raum, sodass er bald einen Aufpasser bekommt, der ihn daran hindern soll, sich selbst umzubringen
- Vierte Reise durch das Gebirge
- Lenz muss Oberlin verlassen, weil dieser nicht mehr fähig ist, für Lenz Sicherheit zu garantieren.
- Auf dem Weg nach Straßburg fühlt sich Lenz verlassen, die Krankheit besitzt ihn vollends und er hat im Prinzip aufgegeben.
- Lenz ist innerlich tot, als er das Gebirge verlässt, bekommt er Panikattacken und versucht sich ein letztes Mal umzubringen.
- Lenz lebt fortan nur vor sich hin, das Leben sieht er als Last an und er hat nicht einmal mehr die Kraft, Suizid zu begehen.
Der Brunnen
Lenz befindet sich viermal im Gebirge und stürzt sich viermal einen Brunnen hinab - der Brunnen kann als Gegenstück zum Gebirge angesehen werden.
- Ankunft bei Oberlin
- Lenz fühlt sich einsam und verlassen, er hat Angst, versucht zu beten, es gelingt ihm jedoch nicht.
- Aus Angst, sich selbst zu verlieren, kasteit er sich und stürzt sich schließlich in den Brunnen.
- Der Sturz vertreibt seinen Wahn und klärt seine Gedanken.
- Nach dem Einleben bei Oberlin
- Trotz der wohltuenden Gespräche mit dem Pfarrer wird Lenz von seinem Wahn erneut überfallen.
- Er stürzt sich erneut in den Brunnen, um zur Besinnung zu kommen.
- Brunnen als einziges Heilmittel
- Nach dem missglückten Erweckungsversuch
- Lenz ist vom Glauben abgefallen und bildet sich ein, seine Geliebte Friederike getötet zu haben.
- Er stürzt sich immer wieder in den Brunnen hinein, doch die erhoffte Wirkung bleibt aus, was Lenz fortgeschrittenen Wahn zeigt.
- Nur langsam beruhigt sich Lenz wieder, doch er hat nun auch tagsüber Panikattacken und versucht immer wieder, Selbstmord zu begehen.
- Als Suizidversuch
- Lenz ist nun innerlich leer und versucht halbherzig, sich das Leben zu nehmen, weshalb er sich erneut in den Brunnen stürzt.
- Brunnen nicht mehr als Heilmittel, sondern als Instrument der eigenen Tötung