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Rezeption

Nachdem Friedrich Schiller sich bereits jahrelang mit dem historischen Stuart-Stoff beschäftigt hatte, begann er im Frühjahr 1799 tatsächlich mit der Arbeit an seinem Trauerspiel Maria Stuart. Die Konzeption und das Schreiben des Dramas fiel Schiller nicht leicht und ging laut seiner eigenen Einschätzung nur langsam voran. Am 14. Juni 1800 wurde das Stück schließlich in Weimar uraufgeführt, nur fünf Tage, nachdem er das Werk vollendet hatte.
Die langwierige Arbeit sollte sich lohnen: Das Trauerspiel kam beim Publikum gut an. Schiller wurde aufgrund der sprachlichen Gestaltung und des symmetrischen Aufbaus für seine Kunstfertigkeit hoch gelobt. Friedrich Schiller selbst schrieb in einem Brief von einem „Erfolg, wie ich ihn nur wünschen konnte“.
Trotz allen Lobes sorgte Schillers Maria Stuart zugleich für einen Skandal. War es in der damaligen Zeit ein Tabu, religiöse Handlungen auf der Bühne zu zeigen, scheute Schiller davor nicht zurück. In einer Szene kurz vor der Hinrichtung von Maria Stuart, legt diese die Beichte ab und empfängt das Abendmahl. Für diese Bühnen-Darstellung erntete Schiller viel Kritik, einige Menschen warfen ihm sogar Gotteslästerung vor. In Wien kam das Stück Maria Stuart daher zunächst auf den Index verbotener Werke. Als auch sein guter Freund und Mentor Johann Wolfgang von Goethe anmerkte, besagte Szene sei nicht angemessen, schwächte Friedrich Schiller die Beicht- und Abendmahl-Darstellung ab.
Nicht nur mit der kritisierten Szene aber wandte sich Schiller bewusst gegen den damaligen Zeitgeist. Auch die Entscheidung für den tragischen Maria Stuart-Stoff in Form eines Dramas war neu. Üblich waren eigentlich heitere Stücke, die das alltägliche Leben widerspiegelten. Schiller aber wollte das Theater als „erzieherische Anstalt des Menschen“ nutzen und versuchte, Moral und Kunst miteinander zu verbinden.
In den kommenden Jahren wurde Maria Stuart zu einem häufig gespielten Theaterstück, das Unmengen an Zuschauern anlockte. Das Drama gilt neben Wilhelm Tell sogar als Schillers beliebtestes Drama. Ein Versuch von den Nationalsozialisten, das Stück 1933 verbieten zu lassen, scheiterte. Und so wird Maria Stuart bis heute immer wieder auf der Bühne gezeigt.

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