22.-28. Kapitel
22. Kapitel
- Seite: 304-317
- Ort: Mondsee, Vöcklabruck
- Zeit: Oktober 1944
- Personen: Veit Kolbe, Johann Kolbe, Margot, Trude Dohm, ein Offizier, Robert Raimund Perttes
- Onkel Johanns gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich von Tag zu Tag, allerdings bringt er es nicht übers Herz, mit dem Rauchen aufzuhören
- Die „Quartiersfrau“ (S. 310, Z. 6) Trude Dohm gibt Veit unmissverständlich zu verstehen, dass sie ihn für einen „Drückeberger“ (S. 310, Z. 8) hält, der sich seiner militärischen Pflichten entzieht
- Salzburg wird angegriffen und in großen Teilen zerstört
- Veit begibt sich erneut zur Musterung nach Vöcklabruck, da ihn sein schlechtes Gewissen, seine Genossen an der Front mit seinem Wegbleiben im Stich zu lassen, quält
- Angekommen in der Kaserne fasst der Protagonist kurzerhand den Entschluss, seine Dokumente in einem unbeobachteten Augenblick eigenhändig zu stempeln und erklärt sich somit erfolgreich abermals selbst als „feldunfähig“
- Veit wünscht sich, er könnte selbst schwanger werden und somit zukünftige Musterungen umgehen. Margot, die über diesen Wunsch lachen muss, schenkt er eine neue Garnitur Unterwäsche, welche er mit Kleidermarken im Ort Vöcklabruck ersteht
- An der Schreibmaschine seines Onkels verfasst der junge Kolbe einen Brief an die Wehrmacht, in welchem er sich mit „Lähmungserscheinungen“ (S. 317, Z. 2) diagnostiziert, aufgrund derer er nicht länger kampftauglich sei
- Johann Kolbe kehrt aufgelöst von einem Spaziergang zurück und berichtet, Nanni Schaller sei „in der Drachenwand“ (S. 317, Z. 15) gefunden worden
Infos
Inhalt
23. Kapitel
Infos
- Seite: 318-329
- Ort: Drachenwand, Friedhof in Mondsee
- Zeit: Herbst 1944
- Personen: Veit Kolbe, Nanni Schaller, Johann Kolbe,
Inhalt
- Der Leichenfund der Nanni Schaller versetzt den gesamten Ort in Unruhe und Schock. Laut den Obduktionsberichten war das Mädchen schon längere Zeit tot, weshalb der Verwesungsgrad der Leiche bereit fortgeschritten ist
- Veit erinnert sich an Nanni Schaller und lässt den Tag ihres Todes vor seinem inneren Auge Revue passieren. Der Protagonist geht davon aus, es handele sich bei dem Tod um einen Unfall und das Mädchen sei „im schwer begehbaren [...] Gestein des Grates“ (S. 321, Z. 6ff) gestürzt
- Es wird eine große Trauerfeier zu Ehren Nanni Schallers ausgerichtet, an welcher der gesamte Ort teilnimmt
- Die Beerdigung endet mit einem kalten, starken Regenschauer und daraufhin „hörte der Regen drei Tage lang nicht auf“ (S. 329, Z. 24)
24. Kapitel
- Seite: 330-340
- Ort: Mondsee
- Zeit: Spätherbst 1944
- Personen: Veit Kolbe, Margot, Trude und Max Dohm, Robert Raimund Perttes
- Margots Kind Lilo geht ihre ersten eigenen Schritte und dieser Meilenstein wird nicht nur ausgiebig gefeiert, sondern auch die Familie Margots wird über die Neuigkeit informiert
- Der Ehemann Margots schickt seiner Frau nach wie vor Briefe und Geld von der Front, und Veit schafft es, sein schlechtes Gewissen gegenüber dem Genossen zu verdrängen, da er selbst seit langer Zeit wieder einmal glücklich lebt
- Max Dohm kehrt für einen kurzen Urlaub heim nach Mondsee zu seiner Frau Trude. Der gelernte „Lackierermeister“ (S. 332, Z. 16) äußert sich wohlwollend über Adolf Hitler, weshalb Veit seine Gegenwart als „unbehaglich“ (S. 333, Z. 10) empfindet
- Das Verhältnis zwischen dem Brasilianer, welcher auch der Bruder der Gastgeberin Trude Dohm ist, und Max Dohm spitzt sich zunehmend zu und die beiden geraten regelmäßig in einem „Schreiduell“ (S. 337, Z. 8) aneinander. Dieses Mal artet der Streit zwischen den beiden Herren jedoch aus, sodass Herr Dohm am Ende Robert mit dem einer Pistole bedroht
- Nachdem Max Dohm nach der lautstarken und heftigen Auseinandersetzung wegfährt, kündigt der Brasilianer an, dass es für ihn an der Zeit sei, zu flüchten
- Seite: 341-355
- Ort: Mondsee
- Zeit: November 1944
- Personen: Veit Kolbe, Margot, Johann Kolbe, die Lagerlehrerin Bildstein
- Das Zuhause des Brasilianers durchsucht Veit nach dessen Weggangs nach Essbarem und verwendbaren Gegenständen, die er jedoch mit aller Vorsicht entwenden muss, sodass niemand es bemerkt
- Als Schutz vertraut Margot ihrem Liebhaber eine Pistole an, deren „Anblick [Veit] sofort beruhigte“ (S. 342, Z. 16)
- Bevor Max Dohm wieder einbezogen wird, nimmt er Veit beiseite und bittet ihn darum, sich um seine Frau Trude zu kümmern. Sie sei zwar eine schwierige Persönlichkeit, doch würde ihm sehr viel an seiner Gattin liegen
- Die Unterkunft Roberts wird kurz darauf an die Flüchtlinge abgegeben. Veit besucht seinen Onkel Johann und im Zuge des Besuchs wird dem Protagonisten bewusst, wie sehr der Krieg inzwischen von seiner Persönlichkeit Besitz ergriffen hat: „Etwas vom Krieg gehörte auf immer zu [ihm], [er] konnte es nicht mehr ändern.“ (S. 347, Z. 28f)
- Im November spaziert der Protagonist nach Schwarzindien, um der Lehrerin einen Karton mit Habseligkeiten der verstorbenen Nanni Schaller zu bringen. Obwohl Veit „so etwas wie Nähe“ (S. 351, Z. 21) gegenüber der Lehrerin empfindet, gesteht er zurück in Mondsee Margot ungewohnt offen seine Liebe
Infos
Inhalt
25. Kapitel
Infos
Inhalt
26. Kapitel
- Seite: 356-369
- Ort: Mondsee, Breitenseer Kaserne
- Zeit: Ende November 1944
- Personen: Veit Kolbe, Margot, Johann Kolbe, Robert Raimund Perttes
- Aus Wien erreicht Veit der Befehl, sich für eine Musterung in der Breitenseer Kaserne einzufinden
- Unruhig, da er in Sorge ist, seine gefälschten Papiere würden auffliegen, verhält sich Veit sehr angespannt entgegen seiner sonst ruhigen Natur
- Bei einem Besuch bei seinem Onkel Johann, welchen er um eine „Fahrbewilligung“ (S. 359, Z. 5) bittet, erfährt Veit, dass der Brasilianer gefasst und verhaftet werden soll
- Eines Nachts schleicht sich der Protagonist mit Margots Pistole zum Gasthaus in Schwarzindien, wo er Johann und den Brasilianer sieht, die sich in der Gaststube einander gegenüber sitzen
- Veit begreift die aussichtslose Lage des Brasilianers und weiß sich nicht anders zu helfen, als Johann zu erschießen. Zusammen mit Robert versteckt er ihn „hinter dem Wirtschaftsgebäude auf der anderen Straßenseite“ (S. 366, Z. 25f)
- Der Brasilianer verschwindet nach ein paar Worten des Dankes wieder in der Dunkelheit und Kolbe begibt sich auf den Heimweg nach Mondsee, dabei „machte [er] mehrere Pausen und weinte“ (S. 368, Z. 1f)
- Zum ersten Mal seit geraumer Zeit übernachtet Veit wieder in seinem eigenen Zimmer und „deckte [sich] mit [seinem] Militärmantel zu“ (S. 368, Z. 24f)
- Im Traume erscheinen Veit zwei ehemalige Genossen, es ist ihm jedoch nicht möglich, die Bewandnis des Traums aufzuklären
- Margot scheint zu ahnen, dass hinter dem Mord an Johann Kolbe Veit steckt, allerdings wird nicht direkt über den Vorfall gesprochen
- Seite: 370-383
- Ort: Darmstadt
- Zeit: November 1944
- Personen: Lore Neff
- Die Mutter Margots berichtet ihrer Tochter von dem anhaltenden Notstand, welcher im zerbombten Darmstadt herrscht und wie einsam sie sich inmitten der auseinandergerissenen Familie fühlt
- Die Briefe ihrer Tochter treffen alle verspätet und auf ein Mal ein, sodass sie sich inzwischen sicher sein kann, dass Margot und Lilo wohlauf sind
- Tante Käta stirbt nach ihrem langen Leidensweg an ihrem Herzleiden und bei den gefundenen Knochenüberresten wird es sich höchstwahrscheinlich um die Gebeine von Tante Helen und Helga handeln
- Lore empfängt Besuch von Margots Schwester Bettine, leider verpassen sich jedoch Tochter und Vater, der wenig später nach ihrer Abreise zu Hause eintrifft
- Allem Anschein nach hat Margot ihrer Mutter gestanden, ihren Mann nicht länger zu lieben. Mutter Neff rät ihrer Tochter davon ab, sich mit jemand anderen einzulassen und weißt daraufhin, dass auch die Ehe mit Justus zwar nicht perfekt ist, sie es mittlerweile jedoch „akzeptiert habe“ (S. 380, Z. 25f)
- Margots Mutter endet ihren letzten Brief mit den Worten, dass sie hofft, sie würden sich bald wiedersehen und dass sie dann einen Hasen zubereiten wird, damit [Margot sich] mal satt essen [kann] (S. 383, Z. 12)
- Seite: 384-398
- Ort: Wien, Hainburg
- Zeit: Winter 1944
- Personen: Kurt Ritler
- Kurt schreibt Ferdl in seinem ersten Brief, dass er sich gerade mit dem Zug von Wien nach Hainburg befindet und mit seinen Genossen dort neu stationiert wird
- Obwohl es in Hainburg zahlreiche Frauen gibt, vermisst Kurt seine Nanni schmerzlich und kann noch nicht begreifen, dass sie tatsächlich tot sein soll
- Den Sinn hinter dem strengen Drill im Lager sieht Kurt bisher nicht, er hält sich jedoch bedeckt. Der Alltag sei in Hainburg um einiges anstrengender als im Lager in Schwechat, wo die beiden Freunde zusammen arbeiteten
- Trotz der trostlosen Situation und den monotonen Alltag im Lager gibt Ritler seine Wünsche und Träume nicht auf. Allerdings hat ihn der Krieg auch gelehrt, im Hier und Jetzt zu leben, da bereits morgen alles vorbei sein könnte
- Inzwischen sind zahlreiche Bekannte Kurts gefallen, so auch der „Stranzberger Franz“ (S. 396, Z. 15) und „Hübsch Bubi“ (S. 396, Z. 16) und die grausame Realität des Krieges macht Kurt zu schaffen. Der letzte Besuch Ritlers in Wien ist bereits „drei Jahre verflossen“ (S. 397, Z. 18)