Der kleine Mönch
Es handelt sich bei dem kleinen Mönch um eine Figur, die sich hin- und hergerissen zwischen Kirche und Wissenschaft fühlt und damit eine wichtige Schnittstelle der beiden Bereiche bildet.
Infos zur Person
- Ehemals studierte der kleine Mönch Mathematik und arbeitete selbst mit großer Leidenschaft an seinen Theorien
- Der Geistliche stammt aus einfachen Verhältnissen. Geboren wurde er in eine Bauernfamilie, welche in Campagna in der Provinz Salerno lebt
- Nur durch seine kirchlichen Kontakte und Vernetzungen war es ihm möglich, dem Leben in Armut zu entfliehen
- Inzwischen lebt der kleine Mönch im christlichen Glauben und absolviert seinen Dienst als Priester (S. 75f)
- Der kleine Mönch tritt in Bild 8 auf, in dessen Szene er seine eigene Lebensgeschichte und sein zwiegespaltenes Verhältnis zur Kirche und Wissenschaft gegenüber Galileo erläutert
Charakter
- Gebildet: Als der kleine Mönch damals über die Kirche den Weg aus der Armut schafft, wendet er sich dem Studium der Naturwissenschaft, genauer der Mathematik zu. Ohne die kirchliche Unterstützung hätte er jedoch diesen akademischen Weg seiner Meinung nach nicht gehen können
- Ängstlich: Es war niemals ein Mangel an Faszination, der dazu führte, ihn wieder von der Wissenschaft abzulassen. Stattdessen ist es die Angst davor, mit seinen Ansichten bei dem Klerus auf Unverständnis zu stoßen und dafür sein Leben riskieren zu müssen
- Interessiert: Es ist der kleine Mönch, der das Gespräch zu Galilei sucht. Vor ihrem Treffen lässt es sich der Geistliche jedoch nicht nehmen, die Schriften und Theorien des Wissenschaftlers akribisch zu studieren und sich die Entdeckungen über die Jupitermonde zu Gemüte zu führen
- Kontrovers: Zwar schildert der kleine Mönch dem Wissenschaftler die Zustände in seiner Heimat als so aussichtslos und ärmlich, dass nur der Glaube noch die Menschen am Leben halten würde. Jedoch lässt er sich auch darauf ein, Galileis Ansicht in Betracht zu ziehen, die besagt, dass erst das kirchliche System zu sozialer Ungerechtigkeit führen würde
- Angepasst: Über die Jahre hinweg hat sich der Mönch seinem gläubigen Umfeld angeglichen und auch als er nach dem Gespräch mit Galileo von der Notwendigkeit einer Verbreitung der „Wahrheit“ (S. 78, Z. 27) überzeugt scheint, ist er nicht stark genug, seine eigene Überzeugung zu vertreten. Beweis dafür ist, dass er, laut Andreas Erzählungen (S. 120), nach Galileos Widerruf seine Nachforschungen aufgab und sich nahtlos wieder der Kirche zuwandte