Lerninhalte in Deutsch
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Rezeption

Lob

  • Insbesondere Kurt Tucholsky lobt das Werk auf enthuasistische Weise; bezeichnet sein Werk als Meisterleistung, das trotz unterdrückender Anteilnahme autorbiographische Züge gelungen in Szene setzt.
  • Die Handlung ist nicht so unrealistisch und skurril, wie sie zunächst scheint. Den Leser lässt die Handlung nicht unberührt. Er wird zum Nachdenken angeregt und ihn ähnlich grausame Foltermethoden hinterfragen, die zum Teil heute noch angewendet werden. Sie lässt einen als Rezipienten unausweichlich an der Weltanschauung und der Vorstellung von Recht und Gerechtmäßigkeit in der Strafkolonie zweifeln.

Kritik

  • Franz Kafka gilt wahrscheinlich selbst als sein größter Kritiker. Er hegt einige Zweifel an seinem Werk, insbesondere an dessen Qualität und an der Schlussgestaltung und ist bis zuletzt nicht zufriedengestellt. Dementsprechend nimmt er auch noch einige Änderungsarbeiten bis zur endgültigen Veröffentlichung vor. Mit seinen Selbstzweifeln hat er sich jedoch, wie bei vielen anderen seiner Werke, nicht weiter beschäftigt.
  • Kritiker erkennen Unklarheiten und Widersprüche in der Geschichte. Z.B.: Laut dem Offizier ist das Exekutionsverfahren durchaus bekannt, jedoch wissen die Verurteilten selbst nichts über dessen Zweck. Weiterhin ist unklar, wie der Verurteilte die Schrift verstehen soll, wenn sie doch in französisch verfasst wird und er diese Sprache nicht beherrscht.
  • Kafka verzichtet auf die Beschreibung der Schmerzen des Verurteilten und Offiziers. Es wird allein der mechanische Vorgang des Apparaten beschrieben. Unter anderem der Autor Mathieu Ortlieb kritisiert dieses fehlende Sprachsystem.
  • In den Mittelpunkt der Kritik gelangt auch immer wieder die Debatte um den Schluss, der einigen Kritikern unpassend erscheint und thematisch keinen gelungenen Abschluss der vorherigen Seiten bildet.

Reaktionen des Publikums

  • Die Reaktionen waren zunächst Spiegelbild der entsetzten und schockierten Rezipienten. Die Grausamkeit der Geschichte ließ einige Leser sogar in Ohnmacht fallen.
  • Später wurde jedoch immer mehr die eigentliche Intention, unter anderem die Aufdeckung von gesellschaftlichen Missständen und das Problem der fehlenden Gewaltenteilung, die für Gerechtigkeit sorgen würde, in der Geschichte Kafkas erkannt.

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