Zweite Station
(S. 175, TB) Am 19.7. berichtet Faber handschriftlich aus einem KH in Athen. Hanna hat ihn besucht.
(S. 175-178, SM) Faber schreibt von seiner Rückkehr nach New York (1.6.). In einer Abendgesellschaft fühlt er sich fremd und fragt sich, ob er seinen beruflichen Aufgaben noch gewachsen ist. Die Montage in Caracas, Venezuela, kann endlich stattfinden.
(S. 178f., TB) Wir bekommen von Faber mitgeteilt, dass er operiert werden muss. Der Eingriff gelinge in fast allen Fällen. Er versucht sich zu überzeugen, dass es kein Krebs sei, und beschließt, Hanna zu heiraten.
(S. 179-184, SM) Faber begibt sich nicht direkt auf den Weg nach Caracas, sondern macht einen Abstecher über Palenque auf die Plantage. Die Freude über ein Wiedersehen mit Herbert währt allerdings nur kurz. In der Zwischenzeit ist Herbert gleichgültig geworden und lebt vor sich hin. Gegenüber Faber ist er misstrauisch. Obwohl der Ingenieur Herberts Wagen repariert, ist klar, dass dieser ihn nicht nutzen, sondern auf der Plantage bleiben wird.
(S. 184f., TB) Faber diskutiert mit Hanna über Technik. Er gibt vor, Hannas Technikkritik nicht zu verstehen. Sie zielt darauf, dass der Techniker die Welt nicht erlebe und kein Verhältnis zu Zeit und Tod habe.
(S. 185, SM) Die Montage in Caracas findet ohne Faber statt. Er liegt magenkrank im Hotel und schreibt die erste Station seines Berichts.
(S. 185-187, TB) Als Faber sich im Spiegel betrachtet, erschrickt er. Über seinen schlechten Zustand versucht er sich hinwegzutäuschen.
(S. 187-198, SM) Auf Kuba landet er, weil er nicht über New York fliegen will und nach Europa möchte. In Havanna versucht er, bewusst zu erleben. Er lebt in den Tag hinein und lässt sich von Gefühlen leiten. Die Kubaner faszinieren ihn, da er in ihnen etwas Wildes, Exotisches sieht. Soziale Probleme, wie Armut oder Prostitution, nimmt er nicht bewusst war. Er beschließt, anders zu leben als bisher und empfindet Wut gegenüber Amerika, dem american way of life und sich selbst. Seine Krankheit bereitet ihm zunehmend Probleme.
(S. 198-201, TB) Hanna hat ihn erstmals in Weiß besucht, zuvor hat sie immer Schwarz getragen. Dazu passt, dass sie sich öffnet und viel erzählt. Wir erfahren, dass Walters Mutter wusste, dass Hanna ihr Kind ausgetragen hat. Walters Vater und ihm selbst hat sie nichts gesagt. Auch findet sich die Erklärung für Hannas problematische Beziehung zu Männern in ihrer Kindheit: ihre körperliche Unterlegenheit gegenüber ihrem jüngeren Bruder empfand sie damals als Schmach. Gefallen hat sie, wenn sie Macht über Männer besitzt - dies geht aus ihrer früheren Beziehung zu Armin hervor, einem Blinden, der sie mit der antiken, griechischen Kultur vertraut gemacht hat.
(S. 201-208, SM) Mittlerweile in Düsseldorf, will Faber die Herren bei der Firma Hencke-Bosch über ihre Plantage in Guatemala und über Herbert aufklären. Zu diesen Zweck spielt er die Filme ab, die er während der letzten Wochen mit seiner Kamera gedreht hat. Da er seine Spulen nicht beschriftet hat, findet er nicht gleich den richtigen Film. Als stattdessen Sabeth auf der Leinwand erscheint, wird Faber wehmütig uns sieht sich außerstande, den Film zu stoppen. Er verlässt das Bosch-Haus ohne Erklärung und ohne die Filme wieder mitzunehmen.
(S. 208f., SM) Von Düsseldorf fährt er per Zug nach Zürich weiter. Er denkt daran, sich mit der Gabel im Speisewagen die Augen auszustechen - eine Anspielung auf den Ödipus-Mythos.
(S. 209, TB) Faber berichtet, dass er in zwei Tagen operiert wird. Er meint, dass er Hanna nicht verstehe. Er habe ihr Leben zerstört und sie mache ihm keine Vorwürfe. Ein einziges Mal habe er sie verstanden - am Totenbett Elisabeths, als sie ihn schlug.
(S. 209-215, SM) In Zürich trifft Faber seinen früheren Mentor Professor O. wieder, der ihm bereits in Paris begegnet ist. Der Professor sieht nur noch wie ein Totenschädel aus und erkundigt sich nach Fabers Tochter. Dass Sabeths seine Tochter ist, habe er sich einfach gedacht. Von Zürich geht es weiter nach Mailand, von dort nach Rom. Dort kündigt Faber seinen Beruf und fliegt weiter nach Athen, um Hanna am Flughafen zu treffen.
(S. 215, TB) Die Operation ist für den folgenden Tag angesetzt.
(S. 215, SM) Faber berichtet, dass er einmal an Sabeths Grab gewesen sei.
(S. 220, TB) Am Vorabend der OP fürchtet Faber, dass die Ärzte bei der OP feststellen werden, dass ihm nicht mehr zu helfen ist. Dabei hänge er am Leben wie nie zuvor. Er ist froh, in Hanna einen Freund zu haben, der ihn begleitet.
Für den Todesfall verfügt er, alle schriftlichen Zeugnisse von ihm zu verbrennen. Er erkennt, dass das Leben vergänglich ist.
Derweil hat Hanna ihren Job gekündigt und Athen verlassen wollen, nun ist sie doch geblieben.
Sie fragt Faber ständig, warum Joachim sich erhängt hat. Hannas Narzissmus und ihr Mutteregoismus kommen ans Tageslicht - ihre Ehe mit Joachim ist gescheitert, einmal, weil Elisabeth ihr Kind war, das sie eifersüchtig hütete, außerdem, weil sie sich hat sterilisieren lassen. Fabers Ausspruch in jungen Jahren als sie schwanger war - „dein“ statt „unser“ Kind - beschäftigt sie noch immer. Sie fragt, ob er es aus Feigheit oder als Vorwurf gemeint habe, und bittet Faber um Verzeihung.
Der Bericht endet mit der Nachricht, dass „sie“ (die Ärzte) kommen. Da es keinen weiteren Eintrag gibt, ist anzunehmen, dass Faber seinem Krebsleiden erliegt. TB = Tagebuch
SM = Schreibmaschine
Für den Todesfall verfügt er, alle schriftlichen Zeugnisse von ihm zu verbrennen. Er erkennt, dass das Leben vergänglich ist.
Derweil hat Hanna ihren Job gekündigt und Athen verlassen wollen, nun ist sie doch geblieben.
Sie fragt Faber ständig, warum Joachim sich erhängt hat. Hannas Narzissmus und ihr Mutteregoismus kommen ans Tageslicht - ihre Ehe mit Joachim ist gescheitert, einmal, weil Elisabeth ihr Kind war, das sie eifersüchtig hütete, außerdem, weil sie sich hat sterilisieren lassen. Fabers Ausspruch in jungen Jahren als sie schwanger war - „dein“ statt „unser“ Kind - beschäftigt sie noch immer. Sie fragt, ob er es aus Feigheit oder als Vorwurf gemeint habe, und bittet Faber um Verzeihung.
Der Bericht endet mit der Nachricht, dass „sie“ (die Ärzte) kommen. Da es keinen weiteren Eintrag gibt, ist anzunehmen, dass Faber seinem Krebsleiden erliegt. TB = Tagebuch
SM = Schreibmaschine