Stilmittel
Bei der Analyse der Sprache kommte es zunächst darauf an, den Stil im Allgemeinen zu betrachten. Im nächsten Schritt ist es wichtig, die einzelnen Stilmittel herauszuarbeiten. Exemplarisch werden einige im Folgenden aufgezählt.
Sprachstil
- Extrem lange Sätze von hoher syntaktischer Komplexität, was die schicksalhaften Verstrickungen widerspiegelt
- Verschachtelter bzw. hypotaktischer Satzbau, der den eigentlichen Hauptsätzen durch Nebensätze und Einschübe die Bedeutung nimmt. Dies verdeutlicht sinnbildlich die komplizierte und kaum noch durchschaubare Lage von Kohlhaas
- Gehäufte Verwendung von Konjunktionen wie „indem“, „dergestalt, dass“ oder „nachdem“, um eine Spannung hin zur Auflösung der Satzbedeutung zu erreichen. Dies steht für den fremdbestimmten Lauf der Dinge
- Vermehrte Verwendung von Verben, um die Handlung aktiv und dramatisch darzustellen
- Schwer zugänglicher Text durch den sperrigen Stil und und den gehobenen Sprachgebrauch
- Kleist entwickelt den Gedanken erst im Laufe der Rede, anstatt fertige Gedanken auszuformulieren
Stilmittel
- Alliteration: „Durchzug durch Dresden“ (Abs. 1, Z. 107)
Worte mit gleichem Anlaut folgen aufeinander
- Bild: „Rechtgefühl, das einer Goldwaage glich“ (Abs. 1, Z. 187)
Zur besseren Einprägsamkeit wird das Rechtgefühl sinnbildlich als Goldwaage dargestellt
- Chiasmus: „das sind nicht meine Pferde, gestrenger Herr! Das sind die Pferde nicht“ (Abs. 1, Z. 210 f.)
Verstärkung der falschen Behauptung durch Überkreuzstellung gleichwertiger Worte
- Exclamatio: „Behüte Gott“ (Abs. 2, Z. 81)
Emotionaler Ausruf in der direkten Rede einer Figur
- Klimax: „von allen erfolglosen Schritten, die er in seiner Sache getan hatte, der allerunglücklichste“ (Abs. 4, Z. 2 f.)
Die Steigerung der Worte spiegelt die Intensivierung der Handlung und Kohlhaas‘ Unglück wider
- Personifikation: „das Schloß, das mit glänzenden Zinnen über das Feld blickte“ (Abs. 1, Z. 28 f.)
Einem Ding werden menschliche Eigenschaften zugeschrieben
- Rhetorische Frage: „Was es gibt?“ (Abs. 2, Z. 129)
Eine Frage, auf die keine Antwort erwartet wird, weil sie bereits auf der Hand liegt
- Vergleich: „Knochen, denen man wie Riegeln, hätte Sachen aufhängen können“ (Abs. 1, Z. 159 f.)
Die abgehungerten Rappen werden zur Veranschaulichung mit Querstangen verglichen
- Wiederholung: „hurtig! hurtig!“ (Abs. 1, Z. 37 )
Für mehr Eindringlichkeit wird ein Wort wiederholt