Im zweiten Akt versucht der König herauszufinden, was hinter Hamlets Verhalten steckt. Dieser schmiedet zeitgleich einen Plan, wie er klären kann, ob der Geist die Wahrheit sagt und sein Onkel schuldig ist.
Erste Szene
Infos
- Seite: 39 - 43
- Ort: Zimmer im Haus des Polonius‘
- Personen: Polonius, Reinhold, Ophelia
Inhalt
Polonius schickt seinen Diener Reinhold nach Paris, um seinen Sohn Laertes dort auszuspionieren. Durch geschicktes Ausfragen und Täuschen von dessen Freunden soll Reinhold herausfinden, was Laertes in seiner Wahlheimat treibt.
Als Reinhold weg ist, kommt Ophelia erschrocken herein. Sie berichtet ihrem Vater, dass Hamlet mit offener Uniform, schmutzigen Strümpfen und bleichem Gesicht in ihr Zimmer eingedrungen ist. Er hat sie lange betrachtet, tief geseufzt und dann das Zimmer wieder verlassen. Polonius ist sich daher sicher, dass Hamlet vor Liebe verrückt geworden ist, weil Ophelia ihm zuletzt auf seinen Rat hin den Kontakt verweigerte. Zusammen mit Ophelia macht er sich auf den Weg zum König, um ihn einzuweihen.
Zweite Szene
Infos
- Seite: 43 - 62
- Ort: Zimmer im Schloss
- Personen: Claudius, Gertrude, Rosenkranz, Güldenstern, Polonius, Voltimand, Hamlet und Schauspieler
Inhalt
Der König spricht Güldenstern und Rosenkranz auf Hamlets Verwandlung an und gibt ihnen den Auftrag, herauszufinden, was außer der Trauer den Prinzen so sehr belastet. Die Königin verspricht den beiden dafür einen ordentlichen Lohn, woraufhin diese zusagen. Kaum sind sie aus dem Zimmer, kommt Polonius herein. Er kündigt die Rückkehr der Gesandten aus Norwegen an. Voltimand berichtet, dass der norwegische König nichts von Fortinbras‘ Plänen wusste und diese sofort unterbinden ließ. Stattdessen lasse er seinen Neffen gegen Polen ins Feld ziehen und erbitte die Durchreise. Claudius stimmt zufrieden zu und verabschiedet die Gesandten.
Polonius erklärt Claudius und Gertrude dann, dass Hamlet durch die unerwiderte Liebe verrückt geworden ist. Er zitiert einen Brief Hamlets an Ophelia und berichtet von deren Zurückweisung. Als der König zweifelt, schwört Polonius, dass er ihn absetzen soll, falls er falsch liegt. Als Beweis will er Ophelia wie durch Zufall vor des Königs Augen auf Hamlet treffen lassen.
Wie geplant kommt Hamlet lesend in den Vorsaal und Polonius spricht ihn an. Hamlet aber hält ihn für einen Fischverkäufer, philosophiert wirr vor sich hin und redet immer wieder davon, ob Polonius eine Tochter hat. Dieser verabschiedet sich, um Ophelia herzuholen.
Dann kommen Güldenstern und Rosenkranz zu Hamlet. Dieser erklärt ihnen, dass Dänemark für ihn ein Gefängnis und sein Gefolge abscheulich ist. Außerdem vermutet er richtig, dass die beiden geschickt wurden, um ihn aufzumuntern, was aber nicht möglich sein wird. Als die beiden ihm die Ankuft einer Schauspielertruppe ankündigen, zeigt er sich aber doch interessiert. Er wünscht sich von der Truppe, dass diese am Abend ein Stück über die Ermordung Gonzagos spielen sollen und gibt genaue Anweisungen, wie gespielt werden soll. Dann schickt er alle weg und sinniert in einem Selbstgespräch darüber, wie feige er selbst ist, weil er seinen Vater nicht rächt. Allerdings plant er, dass Claudius das Stück anschaut und dort an seine Tat erinnert wird und sich durch sein Verhalten als Mörder enttarnt.