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Rezeption

Auf einen Blick

  • Zu Schillers Lebzeiten nicht sehr populär; steht am Ende des Sturm und Drang
  • Mit dem Realismus und Naturalismus Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr das Werk einen Popularitätszuwachs
  • Seitdem ungebrochene Rezeption, Standardwerk an Schulen und Bühnen
Kabale und Liebe markiert auch rezeptionsgeschichtlich das Ende der Zeit des Sturm und Drang. Während Schillers Die Räuber von 1782 noch begeistert aufgenommen wurde - Studenten gründeten mehrere „Räuberbanden“ -, blieb der große Erfolg von Kabale und Liebe aus. Zwar wurde das Stück an mehreren Theatern gespielt, doch traf es nicht mehr den Geschmack des Publikums. Sentimentale Dramen über die Familie waren nun beliebter als die stürmische Leidenschaft des Sturm und Drang. Auch fiel das Stück an vielen Orten der Zensur zum Opfer. Bis ins 19. Jahrhundert war Kabale und Liebe kein sehr geachtetes Drama, Autoren äußerten sich kritisch über dessen Pathos und vulgäre Sprache. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als Naturalismus und Realismus ihr Hauptaugenmerk auf die Gesellschaft und die Liebe zwischen sozialen Schichten richteten, erfuhr Schillers Drama einen Zuwachs an Popularität und Breitenwirkung. Seitdem ist die Rezeption ungebrochen, sogar während der Nazizeit war das Stück beliebt - die Kritik an Verschwörungen sahen die Nazis als ungefährlich an, behaupteten sie doch selbst, die Welt habe sich gegen sie verschworen. Trotz dieser ideologischen Vereinnahmung wurde das Stück in der Nachkriegszeit nicht kritisiert, stattdessen entwickelten sich vielfältige Deutungsansätze. Es dient heutzutage nicht nur als didaktisches Werk, das Schillers Zeit gut vermittelt, sondern wird auch oft auf die Grundthematik beschränkt, die nicht akzeptierte Liebe zwischen zwei Menschen. Da gesellschaftliche Unterschiede heute noch ein Problem sind und Liebe sowieso ein ewiges Thema ist, das nie an Interesse verliert, bietet Kabale und Liebe genügend Stoff, um nicht als veraltet zu gelten. Das erklärt, wieso das Drama im Schulkanon enthalten ist und als Klassiker auf den Bühnen gilt.

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