Der Rote Egon
Infos zur Person
- Der Rote Egon bildet das Synonym für den Bolschewisten „Hubert Panstingl“ (S. 146, Z. 26)
- Hubert besitzt keine feste Arbeit (vgl. S. 146) und gehört der roten Partei, also den Sozialdemokraten an
- Dem Erzähler zufolge lebt der Rote Egon in einer „Souterrainwohnung in der Schwarzspanierstraße“ (S. 143, Z. 8 f.) in Wien
- Als Opportunist des NS-Regimes wird der Rote Egon verfolgt und eines Abends im Frühling 1938 von Nationalsozialisten aufgesucht, woraufhin sich der Sozialdemokrat vom Dach seines Hauses stürzt
Charakter
- Mutig: Um in Zeiten des Nationalsozialismus seinen Prämissen als Bolschewist treu zu bleiben, obwohl einem die tödlichen Konsequenzen bewusst sind, verlangt einem hohes Maß an Mut ab. Der Rote Egon entscheidet sich am Abend von Schuschniggs Abschiedsrede dazu, vom Dach seines Wohnhauses ein „Transparent“ (S. 148, Z. 9) aufzuhängen. Er hängt seine Botschaft im vollen Bewusstsein auf, dass ihn dieser Akt sein Leben kosten wird. Doch seine innere Überzeugung und Gesinnung überwiegen seine Angst
- Leidenschaftlich: Als brennender Sozialdemokrat schlägt Egons Herz bis zuletzt für eine Politik, die die Demokratie und individuelle Freiheit eines Volkes an erste Stelle stellt. Die Passion, mit welcher Hubert für seine Partei einsteht, lässt sich auch an der Aufschrift seines „Transparents“ (S. 148, Z. 9): „Die Freiheit eines Volkes braucht die Freiheit seiner Herzen. Es lebe die Freiheit! Es lebe unser Volk! Es lebe Österreich!“ (S. 148, Z. 21 ff.) ablesen. Wir erfahren vom Erzähler, dass „hinter seiner hohen Stirn [...] ein Feuer [flackerte], das nie zu erkalten schien“ (S. 32, Z. 17 f.)
- Trinkender Einzelgänger: „Hubert Panstingl“ (S. 146, Z. 26) wird als „hagere Gestalt“ (S. 144, Z. 2) mit einem „finsteren“ (S. 32, Z. 16) Gesichtsausdruck beschrieben. Außerdem gehen seine Mitmenschen davon aus, dass er regelmäßig dem Alkohol verfällt (vgl. S. 32), welchem er neben seiner zweiten Sucht, filterlosen Zigaretten (vgl. S. 32), verfallen ist
- Nicht gewalttätig: Zwar umgibt den Bolschewisten eine Aura, die in der Gesellschaft als angsteinflößend propagiert wird, jedoch positioniert sich der Rote Egon klar gegen das Verwenden von Waffen jeglicher Art. Im Hinblick darauf kommentiert Otto Trsnjek die Vorwürfe der nationalsozialistischen Presse gegenüber dem Roten Egon, und dass dieser seine Wiedersacher angeblich mit einer Waffe bedroht hätte mit folgenden Worten: „Der Rote Egon hat sich doch die Butter lieber mit den Fingern aufs Brot geschmiert, als ein Messer anzurühren“ (S. 147, Z. 30 ff.)