Rezeption
Obwohl Eichendorff selbst seine Novelle Das Schloss Dürande als eines seiner gelungensten Werke wahrnimmt, stößt die Erzählung zunächst auf kritische und skeptische Meinungen. Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg hat sich das Buch jedoch zu einem der essenziellen Werke deutscher Spätromantik etabliert.
Resonanz der Kollegen
- Politisch verwertbaren Konsens sucht man laut seinen Schriftstellerkollegen in Das Schloss Dürande vergeblich. Hingegen die für Eichendorff typische romantische Handschrift ist auch in dieser Novelle unverkennbar. „Eben im Vortrage, nicht im Inhalt, der an allerlei schon Verbrauchtes erinnert, beruht der eigenthümliche poetische Wert dieser Novelle“ meint etwa Literaturkritiker Werner Lindemann 1980
- Doch bleibt auch die subtile Herangehensweise des bedeutendsten Schriftstellers der Romantik an politische Themen nicht unerkannt. So konstatiert etwa 1970 Helmut Koopmann: „Wer Eichendorff kennt, weiß allerdings auch um seine Behutsamkeit und Unauffälligkeit. Das Eigentliche steht bei ihm immer im Hintergrund.“
Reaktion der Öffentlichkeit
- Wenn man die Kontroverse in der Kritik um Eichendorffs Werk berücksichtigt, scheint die Argumentation, der Autor würde sich jeglicher politischer Positionierung entziehen, zu scheitern. Grund für das Scheitern der Annahme eines unpolitischen und rein poetischen Eichendorffs wäre, dass man das Werk nicht gründlich genug auf seine versteckten und teils unterschwelligen Hinweise hin untersucht hat
- Erkennt man einmal Eichendorffs in der Tat starke Positionierung gegen das Revolutionäre und seine damit einhergehende untergründige Kritik am politischen Umbruch, wird klar, dass es sich bei Das Schloss Dürande um ein hoch meinungsbehaftetes Werk handelt
- Für seinen reaktionären Ansatz im Hinblick auf die Revolution und eine Neuerung der gesellschaftlichen Konventionen erfährt Eichendorff harsche Kritik, da er laut Öffentlichkeit und Progressiver als rückschrittig und konservativ angesehen wird