Psychologischer Roman
Fontane legte in seinem Werk Irrungen, Wirrungen viel Wert auf die Darstellung der Umwelt und der damaligen Atmosphäre. Allerdings spielt auch die Psyche seiner Protagonisten eine große Rolle. Zumindest stellenweise ist Irrungen, Wirrungen daher auch als psychologischer Roman zu interpretieren.
Psyche im Mittelpunkt
- Das Innenleben von Botho und Lene steht immer wieder im Mittelpunkt
- Beide befinden sich durch die chancenlose Liebe in einer psychischen Ausnahmesituation und in einem Konflikt
- Die inneren Vorgänge werden durch innere Monologe oder durch einen personalen Erzähler vermittelt
- Botho z.B.: Der personale Erzähler kennt seinen Zwiespalt, nachdem er Lenes Brief gelesen hat; Botho führt einen inneren Monolog bei seinem Ausritt, nachdem seine Mutter ihn per Brief zur Hochzeit gedrängt hat; Botho erkennt, dass das „Herkommen unser Tun bestimmt“ (S. 102); Botho redet sich immer wieder selbst ein, dass er mit Käthe zufrieden sein sollte
- Lene z.B.: Fontane gab ihr einen komplizierten Charakter, sie ist zwar liebevoll, neigt aber zum Sticheln; sie ist eine kleine Demokratin; sie macht sich keine Illusionen wegen Botho, was ihre starke, weibliche Psyche zeigt; Lene erschrickt immer wieder, wenn sie neben Botho z.B. durch die Magd am See an ihre Herkunft erinnert wird
- Der Leser kann dadurch mit den Figuren mitfühlen und ihr Handeln besser verstehen