Geert von Instetten
Instetten stellt im vorliegenden Werk Effis Ehemann sowie die männliche Hauptrolle dar.
Infos zur Person
- Selbst aus gutem Haus stammend, genießt der Baron von Instetten zeit seines Lebens ein hohes Ansehen bei seinen Mitmenschen und in politischen Kreisen. Er vertritt den typisch preußischen Adligen seiner Zeit, der zwar etwas militärisch, jedoch respekteinflößend erscheint
- Laut Effi besitzt ihr Ehemann eine „gute Figur und [ist] sehr männlich“ (Kap. 1, Z. 108)
- Die Statue Geerts wird mit einem „schlank aufgeschossenem Stamm“ (Kap. 3, Z. 26 f.) verglichen
- Zum Zeitpunkt der Heirat mit Effi befindet sich Instetten im Alter von 38 Jahren und ist damit doppelt so alt wie sie
- Auch wenn die Protagonistin grundsätzlich beeindruckt von der Erscheinung ihres zukünftigen Ehemannes scheint, so wirkt der Baron gleichzeitig auch bedeutend viel älter auf sie
- Instetten übt das Amt des Landrats im preußischen Kessin aus. Später im Handlungsverlauf steigt er zum Minister in Berlin auf
Charakter
- Anständig: Bereits zu Anfang der Handlung wird der Baron als „ein Mann von Charakter, von Stellung und guten Sitten“ (Kap. 2, Z. 99 f.) bezeichnet. Im Gegensatz zu seiner noch sehr jungen Frau steht er bereits fest im Leben, was ihr imponiert und sie zum ihm aufsehen lässt. Als politisch aktive Person der Öffentlichkeit hat sich der Landrat nie etwas zuschulden kommen lassen und kann eine reine Weste in jeglicher Hinsicht vorweisen
- Vereinnahmend: Obwohl er seiner Frau gegenüber besonders in der Anfangszeit sehr liebevoll und aufmerksam gegenüber ist, so sind bereits Anzeichen dafür zu erkennen, dass er sie am Liebsten von der Außenwelt abschotten würde. Instetten sagt beispielsweise zu Effi „ich will dich keinem andern lassen“ (Kap. 7, Z. 142) und wäre eher bereit, mit ihr zu sterben, als sie herzugeben (Kap. 7). Auch dass der Baron vorschlägt, Luise Briest „auf dem Landratsamt“ (Kap. 8, Z. 84) unterzubringen, wenn sie das Paar besucht, erscheint unpassend, da das Wohnhaus ausreichend Platz bietet
- „Ein Zärtlichkeitsmensch“ (Kap. 15, Z. 153 f.): Effi blickt hinter die Fassade ihres Gemahls und erkennt, dass sich Instetten im Grunde genommen nach Liebe sehnt. Allerdings kommt diesem Bedürfnis nach Zuneigung sein Drang, jedem und allem gefallen und primär nicht auffallen zu wollen in die Quere
- Angepasst: Auch wenn der Baron seine Frau liebt und sich im Grunde genommen das Beste für seine Familie wünscht, so verhält er sich dennoch so, wie man es die Öffentlichkeit von ihm erwartet und nicht so, wie es man es von einem zuvorkommenden und liebevollen Ehemann und Vater erwarten würde
- Manipulativ: Ein Charaktermerkmal, welches eng mit seiner vereinnahmenden Tendenz zusammenspielt, ist seine berechnende Art, wenn es darum geht, eigene Bedürfnisse durchzusetzen. Vom Major von Crampas wird er abfällig „Erzieher“ (Kap. 21, Z. 337) genannt, da er spezifisch seiner jungen Frau gegenüber Sachverhalte erfindet, um sie sich „klein und ruhig“ zu halten. Als Beispiel für dieses manipulative Verhalten seien die Spukgeschichten genannt, welche weder bewiesen werden noch auf wahren Begebenheiten beruhen. Doch Effi, die eher zu der naiven und gutgläubigen Sorte Mensch gehört, lebt zunächst in der Annahme, die gruseligen Geschichten seien alle zutreffend. Später erfährt sie dann, dass der Baron ihr absichtlich die spannenden Märchen auftischt, damit sie sich vor Langeweile in Kessin nicht nach anderweitigen Ablenkungen umsieht
- Gleichmütig: Zwar verhält sich Instetten gegenüber seiner Frau zärtlich, doch „ein Liebhaber war er nicht“ (Kap. 13, Z. 44). Dass dieser Mangel an Leidenschaft letztendlich einen Beweggrund für Effi darstellt, sich in die Arme eines anderen zu begeben, ist denkbar