6. Abschnitt
6. Abschnitt
Infos
- Seite: 160-180
- Ort: Trafik in Wien
- Zeit: April 1938
- Personen: Franz Huchel
Inhalt
- In den kommenden Tagen nach Ottos Abtransport sorgt der Protagonist dafür, dass die Zerstörungen des Anschlags wieder repariert und behoben werden. Das Material kann ersetzt und erneuert werden, doch der seelische Schaden ist irreparabel
- In Folge der aufreibenden Erlebnisse entschließt sich Franz dazu, einen Brief an seine Mutter zu verfassen. In dem Schreiben erzählt er Frau Huchel von seiner missglückten Romanze mit Anezka und auch die Freundschaft zu Professor Freud spricht er an. Außerdem teilt er seiner Mutter mit, Otto sei krank geworden und leistet sich damit etwas Vorschub, um ihr vorerst die schrecklichen Neuigkeiten seiner Verhaftung zu ersparen
- Zwar besuchen noch vereinzelte Kunden das Tabak-und Zeitschriftengeschäft Otto Trsnjeks, doch es sind weitaus weniger Besucher als einstig. Gedanklich eingenommen von den politischen Unruhen und seinen Sorgen um Otto und Sigmund sowie die Trafik, findet Franz nicht länger die Ruhe, um zu lesen. Stattdessen wandern seine Gedanken immer wieder zurück zu Anezka, welche er trotz der inzwischen vergangenen Zeit nicht vergessen hat
- Eines „Montagmorgen[s]“ (S. 167, Z. 22) erreicht Franz ein Brief seiner Mutter, die auf sein vorhergehendes Schreiben antwortet. Aus der Antwort seiner Mutter kann Franz entnehmen, dass inzwischen bereits auch am Attersee der Nationalsozialismus Einzug gefunden hat und dennoch sind die liebevollen Worte seiner weit entfernten Mama Balsam für Franz' einsame Seele
- Nachts quält den Protagonisten ein verstörender Traum von seinen verstorbenen Vater, in welchem der Vater von einem Beamten das Wort „Zukunft“ (S. 173, Z. 17) „auf die Stirn“ (S. 173, Z. 17) gestempelt wird. Konfus und nicht sicher, was er vom Geträumten halten soll, geht Huchel weiterhin seinem Alltag nach, doch er sehnt sich nach jemandem, mit dem er sprechen oder sich austauschen kann
- Als neues Ritual befestigt Franz jeden Tag eine Notiz mit seinem Traum der vorhergegangenen Nacht an der Tür der Trafik, welche seinen Kunden in dieser dunklen Zeit ein wenig das Gemüt erhellen soll