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Rezeption

Im Folgenden soll behandelt werden, wie das Werk von Thomas Mann bei Kollegen, Lesern und der Presse angekommen ist.

Lob

  • Das Schaffen von Thomas Mann wurde schon vor Erscheinen von Mario und der Zauberer hoch gelobt. Er hatte 1929 den Nobelpreis für die Buddenbrooks bekommen.
  • In der Literaturkritik kam die Novelle sehr gut an; vor allem der Handlungsaufbau und der Sprachstil mit starker Symbolik und Bildhaftigkeit wurden als Meisterwerk bezeichnet.
  • Bei den Lesern wurde die Verständlichkeit, der Spannungsbogen und die fesselnde Wirkung des Werkes gelobt.
  • Die politische Interpretation des Werkes blieb zunächst aus; erst nachdem Thomas Mann selbst sein Werk auch als Warnung vor einer Diktatur bezeichnete, lenkten die Literaturkritiker ihr Augenmerk auf die politische Deutungsebene und den Vergleich Cipollas mit Mussolini.
  • Julius Bab schrieb in seiner Rezension über die große politisch-moralische Wirkung von Mario und der Zauberer 1930 folgende Worte: „Wenn Mussolini etwas von Kunst verstände, müßte er diese Novelle in Italien verbieten lassen.“

Kritik

  • Einige Literaturkritiker kritisierten die rückwirkende Deutung der Novelle als politisches Werk, da sich die historische Lage vor allem in Deutschland inzwischen stark verändert hatte; auch Thomas Mann selbst verwehrte sich einer rein politischen Deutung, da ihm vielmehr der ethisch-symbolische Inhalt wichtig war.
  • Die unklare Intention des Autors wurde mehrfach thematisiert; da Mann selbst erklärte, seine Urlaubserlebnisse darstellen zu wollen, ist fraglich, was wahr ist und was Karikatur von Mussolini oder gar Hitler
  • Mario und der Zauberer wurde in der Presse teilweise als Gelegenheitswerk abgetan, das nicht dem sonst üblichen meisterhaften Niveau von Thomas Mann entspricht.
  • Die faschismuskritischen Kommentaren des Ich-Erzählers als eindeutige Wertung des Autors wurden vor allem von Vertretern der Neuen Sachlichkeit kritisiert, weil sie zu persönlich und subjektiv für die Epoche waren.

Verarbeitung des Werkes

  • Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Werk als Hörspiel mit dem Titel Hypnose adaptiert.
  • 1978 nutzte der tschechische Regisseur Miloslav Luther die Novelle als Grundlage für einen Fernsehfilm.
  • Klaus Maria Brandauer verfilmte die Novelle 1994, allerdings verfremdet als Drama. Die Rolle des Cipolla spielte er selbst.

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