Autobiografisch
Christa Wolfs Werk Medea. Stimmen kann als autobiografischer Schlüsselroman betrachtet werden, der auf ihren eigenen Erfahrungen mit der Politik in der DDR und den Geschehnissen nach der Wende basiert.
Wolfs Leben
- Die Autorin war DDR Bürgerin
- Von 1959 bis 1962 arbeitete sie für die Stasi
- Mit der Zeit begann sie, an der Politik der DDR zu zweifeln
- Sie wurde aufgrund kritischer Äußerungen später selbst von der Stasi observiert
- Nach der Wende wurde ihre Hoffnung auf ein besseres Leben enttäuscht
- Wolf erlebte am eigenen Leib, wie sich Ausgrenzung anfühlt
- Als ihre Stasi-Vergangenheit publik wurde, erntete sie viel Kritik
- Sie veröffentlichte ihre Stasi-Akte als Buch, um für Klarheit zu sorgen
- Auch damit hatte sie keinen Erfolg, sondern wurde kritisiert, sie wolle sich damit als Opfer des Systems darstellen
Parallelen Christa Wolf & Medea
- Beide kommen aus einem Land im Osten
- Beide befürworten die eigentlichen Lehren ihres Landes
- Als die Prinzipien im Land verloren gehen, kämpfen beide für deren Einhaltung
- Beide sehnen sich nach einem besseren Leben
- Die Hoffnung beider wird in ihrer neuen Heimat enttäuscht
- Beide sind plötzlich Fremde und Außenseiter
- Beide werden zu Schuldigen gemacht
Politische Bezüge zur Realität
- Kolchis kann mit der DDR und den Lehren des Marximus gleichgesetzt werden
- Prinzip der gleichmäßigen Besitzverteilung: In Kolchis werden Menschen der alten Lehre nach nicht nach ihrem Vermögen beurteilt, es herrscht keine Gier nach Gold oder Besitztümern (S. 93)
- Ideal der Gewaltfreiheit: Medea erzählt, dass in Kolchis immer gerechte Königinnen und Könige geherrscht haben (S. 93)
- Wie in der DDR gingen diese Grundgedanken mit der Zeit verloren
- In Kolchis nahmen die Machtgier und das Elend der Bürger immer mehr zu
- König Aietes, der nur auf seine Macht fokussiert ist und keinen Wandel wollte, kann mit dem Reformgegner Erich Honecker verglichen werden
- Die Revolution in Korinth scheiterte genau wie die in der DDR
- Wie die DDR war Kolchis dem Untergang geweiht
- So wie die Bürger aus der DDR flohen, floh Medea mit einer Gruppe Kolchern
- Korinth wiederum kann mit der Bundesrepublik verglichen werden
- In beiden Fällen fanden die Flüchtenden dort kein besseres Leben vor
- Es herrscht eine ungleichmäßige Besitzverteilung; Medea etwa wundert sich über die Gold-Gier der Korinther
- Die Bürger von Korinth hatten eine "Wir sind besser als ihr"-Haltung, die es auch gegenüber DDR-Bürgern gab