Neuntes Kapitel
Das neunte Kapitel handelt davon, wie der Erzähler wieder versucht, Marie mit ihrer Abfahrt zu helfen. Am Ende muss er feststellen, dass sie fahren wird, während er zurückbleiben muss.
Erster Abschnitt
Infos
- Seite: 247 - 252
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Der Erzähler hatte erkannt, dass Marie nie gezögert hatte, sondern immer nur auf eine Abfahrt mit Weidel gehofft hatte
- Er und der Arzt waren diejenigen, die gezögert hatten, indem sie sich um Marie gestritten hatten
- Dem Erzähler war klar, dass Marie nach ihrem Entschluss, Weidel in Afrika zu suchen, schnell abfahren würde; er versuchte verzweifelt, einen Weg zu finden, ihr und sich mit der Abfahrt zu helfen, hatte aber keine Idee
- Einige Tage später traf er Paul mit seinen Freunden im Café und gesellte sich zu ihnen; dabei sprach Achselroth ihn auf ein Telefonat mit Weidel an, das sich aber als Verwechslung herausstellte
- Der Erzähler erfuhr aber, dass Achselroth mit dem Konsul befreundet ist und bat ihn geschickt um Hilfe für Marie
- Achselroth erklärte ihm, dass der Konsul auf Professor Whitaker hören würde und Marie bei diesem Mann um Hilfe bitten solle; die Adresse und eine Nachricht an Marie schrieb er dem Erzähler auf
- Den Brief an Marie riss der Erzähler selbst auf und ging sofort zu Whitakers Hotel
Zweiter Abschnitt
Infos
- Seite: 252 - 257
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Im Hotel Splendide übergab der Erzähler einen Brief für den Professor und wurde geheißen, eine Stunde zu warten
- Er beobachtete die Herren in der Lobby, entdeckte zu seinem Schreck eine Gruppe Deutscher mit Hakenkreuzen und fühlte einen Todesschauer
- Als er wartete, fragte sich der Erzähler, wie Marie ihn dazu bringen konnte, seine Flucht zu planen, obwohl er das nie gewollt hatte
- Er stellte fest, dass seine Gefühle immer mit ihm durchgegangen waren, ihn nichts lange halten konnte und er daher in der Welt herumtrieb
- Als er zu Whitaker gebeten wurde, war dem Erzähler bang zumute; er erkannte sofort, dass ein kluger Mann vor ihm saß und beantwortete demütig die Fragen, warum er anstelle von Marie gekommen war und wieso sie nicht seinen Namen trug, er aber mit ihr abfahren wollte
- Gegenüber Whitaker konnte der Erzähler kaum lügen und erklärte, dass er nicht als Schriftsteller, sondern als Handwerker arbeiten wolle; das Schreiben über den Krieg und die Flucht, würde diese so belanglos machen
- Der Professor war erstaunt, aber gütig; er erklärte ihm, dass er den Konsul noch am Abend auf Maries Termin ansprechen wolle
Dritter Abschnitt
Infos
- Seite: 257 - 258
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Am Abend lief der Erzähler ans Meer, weil er allein sein wollte; dort traf er auf Marie, die genau aus demselben Grund dort war
- Sie gingen gemeinsam in die Pizzeria, wo er Marie erzählte, dass ihre Vorladung umdatiert wird
- Sie fragte ihn, warum er sich bei solch mächtigen Freunden nicht auch selbst half, um mit ihr zu fahren
- Als sie wehmütig auf den Pizzaofen blickte und meinte, dass sie hier gerne für immer sitzen würde, bat er sie, einfach zu bleiben, doch sie erklärte, dass sie fort müsse
- Der Erzähler erkannte, dass Marie die Vergangenheit erst hinter sich lassen musste; sie wiederum ermahnte ihn, dass auch er sich ein Schiff besorgen müsse
Vierter Abschnitt
Infos
- Seite: 259 - 260
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Zurück im Hotel brachte die Nachbarin mit den Hunden ihm Zucker, Kaffee und Eier, da sie abreisen würde
- Schon am nächsten Morgen waren neue Gäste eingezogen, ein altes Ehepaar, das ihn und den Legionär zu Kaffee herein bat
- Sie erzählten, dass sie zu ihrem einst verstoßenen Sohn nach Kolumbien fliehen würden
Fünfter Abschnitt
Infos
- Seite: 260 - 264
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Der Erzähler zog mit seinem Freund, dem Legionär, durch Cafés, um sich die Zeit zu vertreiben
- Er bat Nadine für seinen Freund, zu ihnen zu kommen; kaum war sie da, war der Legionär aber völlig überfordert
- Die beiden Männer gingen wieder zum brasilianischen Konsulat, wo erneut keine Beamten zu sehen waren
- Der Legionär drängte über die Absperrung in den Raum, die Wartenden stürmten hinterher und plötzlich erschienen doch Beamte, die die Visaanträge entgegen nahmen
- Der Legionär wurde mit Papieren zum Arzt geschickt, um seine Augen prüfen zu lassen, damit er einreisen dürfe
- Tags darauf wurde er demobilisiert und musste alle Orden abgeben; außerdem lief sein Date mit Nadine schlecht und sie wollte sich nicht noch einmal mit ihm treffen
- Der Erzähler berichtet traurig, dass sein Freund einen weiteren Tag später statt seiner letzten Visenzeichnung auf dem Konsulat eine Absage erhalten hatte; er hätte plötzlich einen Ariernachweis gebraucht
- Der Legionär reiste daraufhin enttäuscht ab, zurück in sein Heimatdorf, wo er einst seinen Vater hatte auslösen wollen mit seinem Eintritt in die Fremdenlegion; sein Vater war inzwischen tot
- Das Nachbarzimmer war schon kurz darauf wieder besetzt; der neue Nachbar, ein Ex-Offizier aus Spanien, bat den Erzähler, seiner schwangeren Freundin beizustehen, da er direkt fliehen müsse
Sechster Abschnitt
Infos
- Seite: 264 - 267
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Im Café wartete der Erzähler auf Marie und beobachtete alt bekannte und neue Gesichter unter den Transitären auf der Straße
- Marie kam fröhlich mit ihrem Transit in der Hand herein; sie wollte mit ihm feiern und bewunderte, wie er gezaubert hat, um ihr zu helfen
- Als der Erzähler feststellte, dass sie seine Hilfe nun nicht mehr brauchen würde, widersprach sie; sie habe ihr Visa-de-sortie noch nicht bekommen, da erst geprüft werden müsse, ob ihr Mann eines habe
- Der Erzähler beschloss gedanklich sofort, über Nadine die Freundin auf der Präfektur zu kontaktieren, um die Sache für Marie zu regeln
- Marie fragte sich plötzlich, wie es „da drüben“ wohl werden würde; während sie von ihrer neuen Heimat sprach, dachte der Erzähler, sie meine das Jenseits
- Marie hoffte, dass ihr Mann schon dort sei und auf sie warten würde; eine Hoffnung, die der Erzähler ihr zu nehmen versuchte
- Als der Erzähler Paul und Achselroth hereinkommen sah, zog er Marie in ein anderes Café
- Sie wollte unbedingt wissen, warum er vor den Männern weggelaufen war und wen die beiden im Stich gelassen hatten
- Die Nachfragen brachten den Erzähler auf; gleichzeitig hoffte er, dass sie die Wahrheit endlich aus ihm herauspressen würde
Siebter Abschnitt
Infos
- Seite: 267 - 271
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Der Erzähler ging zu Nadine ins Kaufhaus und fragte sie nach der Adresse ihrer Freundin aus
- Er erwischte Rosalie in ihrer Pause beim Essen; er selbst bekam beim Geruch Hunger, die Frau aber bot ihm nur ein Glas Wein an
- Nach dem Essen sah sie sich seine Papiere an, fragte aber, warum sie für ihn ihren Job riskieren sollte
- Als er ihr eine Entschädigung anbot, war die Frau enttäuscht; sie wolle helfen, um jemanden aus der Gefahr zu retten, nicht wegen des Geldes
- Der Erzähler erkannte, dass er sich in Rosalie getäuscht hatte; er erzählte ihr, dass die Deutschen ihn verfolgten, weil er aus einem Lager geflohen ist
- Er schämte sich, dass Rosalie ihm nach seiner eigene Geschichte helfen wollte, obwohl er die Hilfe ja für eine andere Person, also für Weidels Identität, einholte
- Außerdem bat er die Frau, niemandem Auskunft darüber zu geben, dass er bei ihr war
Achter Abschnitt
Infos
- Seite: 271 - 273
- Zeit: Februar 1941
- Ort: Marseille
Inhalt
- Der Erzähler wurde plötzlich von der Furcht gepackt, alleine zurückzubleiben
- Er stellte fest, dass viele liebgewonnene Menschen bereits abgereist waren, obwohl er sich immer im Vorsprung gewähnt hatte
- Durch Maries bevorstehende Abreise kam es ihm vor, als würde er einsam und alleine auf einer Insel zurückbleiben und der Nazi-Macht ausgeliefert sein
- Er eilte auf das amerikanische Reisebüro, stellte sich in der Schlange an und wartete lange, bis er bei dem Korsen an der Reihe war
- Obwohl dieser sonst freundlich zu ihm war, behandelte er den Erzähler nun wie alle anderen und wollte ihm ein Schiff in drei Monaten anbieten
- All das Flehen des Erzählers half nichts; der Korse wollte ihm kein Geld leihen, um den Martinique-Dampfer buchen zu können; außerdem erklärte er ihm, dass der Dampfer ein schlechtes Schiff sei
- Der Erzähler kam verzweifelt in seinem Zimmer an und stellte fest, dass Maries Abfahrt sicher und seine Unmöglich ist