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Rezeption

Auf einen Blick
  • Die Verwandlung ist evt. Kafkas meistgelesenes Werk
  • Zu Kafkas Lebzeiten war es nur einem kleinen Kreis von Literaten bekannt, nach seinem Tod wurden Die Verwandlung und andere seiner Werke auch international rezipiert
  • Da Kafka zu den verbotenen Autoren gehörte, brach seine Rezeption während des Nazi-Regimes in Deutschland ab
  • Nach dem Krieg wurde Kafka in Deutschland schnell wiederentdeckt, da er im Ausland bereits zu den Klassikern gehörte; heute ist Die Verwandlung Weltliteratur und hat viele Künstler beeinflusst

Cover von Franz Kafkas
Abb. 1: Erste Veröffentlichung in Buchform 1915.
Die Veröffentlichung fällt aber in die Zeit des 1. Weltkriegs, was natürlich den literarischen Erfolg erschwerte, da weniger Bücher gekauft und gelesen wurden. Zudem war die Zeit geprägt vom Unterschied zwischen Moderne und Tradition. Während Expressionisten und andere Avantgardisten (= elitäre Künstler, die gegen den künstlerischen Mainstream schwimmen) sich als Vorreiter einer neuen Zeit sahen, die mit dem Alten brechen mussten, verachteten Nationalisten und Konservative diese individualistische, mit der Tradition brechende Strömung. Auch Kafkas abstrakte, ungewöhnliche Erzählung Die Verwandlung fand nicht ihr Gefallen. Dass Kafka in Die Verwandlung das Patriarchat kritisierte (s. o.), bemerkten einige Expressionisten, deren Strömung sich ja teilweise als Kampf der Söhne gegen die Väter stilisierte, doch interessierten sich die ersten Rezipienten vor allem mit dem Thema der Verwandlung, das sie mit den Geschichten E. T. A. Hoffmanns verglichen.
Bekannter sollte Kafka erst nach seinem Tod werden, als Max Brod andere Werke wie den Proceß gegen den Willen Kafkas veröffentlichte - besonders in deutschen intellektuellen Schriftstellerkreisen machte sich Kafka einen Namen, zudem wurde er in den 1920ern zum ersten Mal in andere Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, obwohl die Übersetzung Kafkas aufgrund seines Stils als äußerst schwierig gilt. Das Naziregime setzte seiner Rezeption in Deutschland jedoch ein vorzeitiges Ende, da Kafka jüdischer Abstammung war und als entarterer Künstler galt. Nach 1945 jedoch war Kafka einer der ersten Autoren, deren Werke man in Deutschland neu entdeckte. Psychologische, philosophische und religiöse Interpretationsansätze von Kafkas Werk wurden in der Nachkriegszeit beliebt. Bereits in den 1950er Jahren war Kafka weltweit berühmt, vor allem sein Urteil, der Proceß und selbstverständlich Die Verwandlung. Besonders eifrig las man Kafka in englischsprachigen Ländern, doch war er auch in anderen Staaten der Allgemeinheit bekannt. Intellektuelle wie Adorno und Jean-Paul Sartre griffen die Literatur Kafkas auf, letzterer wurde in der Entwicklung seiner existenzialistischen Philosophie insbesondere von der Verwandlung beeinflusst.
Die Verwandlung hat zahllose Künstler inspiriert, sie wurde fünf mal verfilmt und drei mal in Comicform gebracht. Sie und ihr Autor werden von vielen Schriftstellern als wichtiger Einfluss genannt; der japanische Erfolgsautor Haruki Murakami (von dem man meint, dass er Zeit seines Lebens noch den Literaturnobelpreis empfangen wird) hat seine Bewunderung für Kafka mit dem Roman Kafka am Strand von 2004 und für Die Verwandlung im Speziellen mit der Erzählung Samsa in Love von 2013 ausgedrückt. Sogar Musiker nennen Kafka und Die Verwandlung als Inspirationsquelle, so nennt sich etwa eine deutsche Band in Anlehnung an Kafkas Erzählung Samsas Traum. In Anbetracht dessen, dass Die Verwandlung auch heute noch eines der einflussreichsten Werke ist und in seiner abstrakten und dennoch lebensnahen Art zeitlos ist, hat sie einen verdienten Platz im Kanon der Weltliteratur.
Bildnachweise [nach oben]
[1]
Public Domain.

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